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Die Geldeintreiber: Milliardengeschäft Inkasso

Montag, 12. März 2018, 22:00 bis 22:45 Uhr

Frau schaut auf einen Brief und tippt auf ihr Mobiltelefon. © Fotolia.com Foto: contrastwerkstatt

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Mit den Schulden kommen die Inkassoforderungen. Wer die Raten nicht bezahlen kann, dem flattern immer neue beängstigende Briefe ins Haus. Da ist man schnell mit dem doppelten und dreifachen der eigentlichen Forderung in den Miesen. So wie Anke R. geht es vielen. Sie schätzt, dass ein Drittel ihrer Schulden allein Inkassogebühren sind. Sie hat eine lange Schuldnerkarriere hinter sich, ohne eigenes Zutun.

Ihr Mann scheiterte als Freiberufler, wurde krank, verließ die Familie und weigerte sich, Unterhalt zu zahlen. Anke R. blieb mit den Schulden zurück. Obwohl sie als Finanzbeamtin im gehobenen Dienst gut verdient, wuchsen ihr die Schulden über den Kopf. "Den Kindern habe ich gesagt, sie sollen, wenn es klingelt, nicht aufmachen. Weil ich Angst hatte, dass draußen die Leute vom Inkassounternehmen stehen."

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Auch bekannte Unternehmen von dubiosen Inkassoforderungen

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Dabei sind bei Weitem nicht alle Inkassoforderungen rechtens. Häufig finden sich Rechnungen mit Fantasiegebühren, überhöhten Zinssätzen oder schlicht mehrfach gestellten Forderungen. Besonders dubios ist laut Inkassospezialisten die sogenannte doppelte Ernte: Auf eine offene Forderung hin mahnen sowohl ein Inkassobüro als auch eine Rechtsanwaltskanzlei. Da kommt der Schuldner bei einem offenen Ausgangsbetrag von fünf Euro schnell zu einer Gesamtforderung von 150 Euro. Und selbst große und bekannte Unternehmen sind an dieser Praxis beteiligt wie der Film zeigt.

Für diese Dokumentation ist Grimme-Preisträger Michael Richter durch die halbe Bundesrepublik gefahren, um Schuldner zu treffen, die sich trotz Scham an die Öffentlichkeit trauen. Der Film erzählt, wie eine Industrie für ihren Profit bewusst in Kauf nimmt, dass Menschen immer tiefer in die Verschuldung abrutschen. Auch weil die Gesetzeslage, so kritisieren Experten, den Inkassounternehmen zu viel Spielraum lasse.

Redaktionsleiter/in
Jochen Graebert
Redaktion
Kathrin Becker
Autor/in
Michael Richter
Regie
Michael Richter
Produktionsleiter/in
Tim Carlberg