Wunderschön!

Ruhr-Radeln von Hagen nach Duisburg

Sonntag, 12. September 2021, 13:00 bis 14:30 Uhr

Abenteuer Ruhrgebiet: Anne Willmes und Stefan Pinnow fahren auf dem RuhrtalRadweg vorbei an Industriekultur, Stauseen, Millionärsvillen und ganz viel Grün. Nachdem die beiden die erste Etappe von Winterberg bis Hagen gefahren sind, startet die Fortsetzung in Hagen und führt durch die Orte Wetter, Wengern, das Muttental, Essen, Mülheim bis zum Ziel Duisburg-Ruhrort. Gelegentlich werden dabei auch Wasserwege genutzt.

Stauseen für die Wasser- und Stromversorgung des Ruhrgebietes

Wieder unterwegs: Anne Willmes (l) und Stefan Pinnow auf dem Ruhrtalradweg an der Ruhr bei Kettwig. © NDR/WDR/Tarja Kühne
Wieder unterwegs: Anne Willmes (l) und Stefan Pinnow auf dem Ruhrtalradweg an der Ruhr bei Kettwig.

Sechs Stauseen gibt es an der Ruhr. Sie wurden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts angelegt und dienen vor allem der Wasserversorgung des Ruhrgebietes, aber auch der Stromversorgung. Der größte ist der Baldeneysee. Eine kleine Geschichte am Rande: Als der Stausee in den 1930er-Jahren gebaut wurde, war man auf ein paar Grundstücke der Industriellenfamilie Krupp angewiesen. Gustav Krupp stimmte aber erst zu, als man ihm zusicherte, dass er den See von seiner Villa Hügel aus sehen könne. Schon im Gründungsjahr schipperte die Weisse Flotte auf dem Baldeneysee, der sich auch schnell zu einem beliebten Wassersport- und Freizeitrevier entwickelte. Die einzige Ruhrfähre wird vom Verein Wabe aus Witten betrieben. An der Ruine Hardenstein bringt sie Radfahrer*innen und Fußgänger*innen kostenlos auf die andere Seite der Ruhr und verkürzt damit die Radwegstrecke um rund drei Kilometer.

Zu empfehlen ist auch eine Fahrt auf dem Ruhrschiff von Kettwig nach Mülheim. Die Tour startet in Kettwig-Unterwasser und dauert etwa eine Stunde. Vom Boot hat man eine andere Perspektive auf den Fluss: Man sieht zu beiden Seiten die Ufer mit den Weiden und Wiesen sowie die Renaturierung an den Ruhrauen bei Mintard.

Das älteste Pumpspeicherkraftwerk Deutschlands

Das Koepchenwerk, im Stil des Bauhauses errichtet, ist ein markantes Gebäude am RuhrtalRadweg. Das heutige Industriedenkmal ist das älteste Pumpspeicherkraftwerk Deutschlands. Es ging 1930 in Betrieb und erzeugte 60 Jahre lang Strom. Dazu wurde eine große Wassermenge zunächst gespeichert und dann über Turbinen abgelassen. In Spitzenzeiten war man auf diesen Strom angewiesen. Das nach seinem Erbauer Arthur Koepchen benannte Speicherkraftwerk wurde Ende der 1980er-Jahre nach einem Schadensfall an einer Turbine geschlossen. Es sollte eigentlich abgerissen werden, doch seit 2016 gilt es als Industriedenkmal und kann besichtigt werden. Strom wird am Hengsteysee immer noch erzeugt, denn direkt neben dem alten wurde das neue Pumpspeicherkraftwerk Herdecke gebaut.

Redaktion
Helmig, Sara
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