Gartenzeit

Sonntag, 11. Oktober 2020, 13:00 bis 13:30 Uhr

Doldenblütler sind Insektenmagnete. Ihre großen Blüten senden Signale - über alle Zäune hinweg. Wer mehr Tiere in seinen Garten locken will, der muss Doldenblütler pflanzen. Fenchel, Anis, Pastinake oder wilde Möhre: Von weit her fliegen Tiere herbei, um an ihrem Nektar zu lecken. Mit etwas Glück sogar eine seltene Skorpionsfliege. Auf den Dolden ist der Tisch immer reich gedeckt. Doldenblütler bereichern unsere Gärten als leckere Gewürz- und Gemüsepflanzen, als Nektarquelle für Käfer und Raupen und sie erfreuen unser Gärtneraugen. Kein Wunder, dass sie gerade ein Revival in unseren Gärten erleben.

Doldenblütler sind leicht zu erkennen. Ihr Blütenstand ist meist eine Doppeldolde. An einer Stelle am Stengel entspringen viele Stiele, von denen dann wieder kleine Stiele abgehen - mit winzigen Einzelblüten. Diese Blüten sind sehr flach und aus ihren Fruchtknoten quillt seitlich Nektar. Darüber machen sich Fliegen, Wespen und Käfer her, die mit ihren kurzen Zungen nicht in tiefere Blütenkelche kommen.

Tipps für den Oktober

Blumenzwiebeln setzen
Die ideale Pflanzzeit für Blumenzwiebeln ist jetzt. Die Zwiebeln sollten trocken, druckfest, glatthäutig und schimmelfrei sein. Und sie sollten noch keinen Austrieb haben. Vor dem Setzen muss der Boden gut gelockert werden. Das ist wichtig, damit sie leichter Wurzeln bilden können. Am besten pflanzt man die Zwiebeln in Gruppen immer doppelt so tief, wie die Zwiebeln hoch sind.

Obstgehölze pflanzen
Obstgehölze sollte man am besten im Herbst pflanzen. So bleibt ihnen genug Zeit, um bis zum ersten Frost einzuwurzeln. Ausreichend Nährstoffe erhält der junge Baum, wenn man Kompost, Hornspäne und lockere Erde mit ins Pflanzloch gibt. Vor dem Setzen wird der Wurzelballen angeritzt und die Pflanzstelle kräftig gewässert, damit der Baum optimal anwachsen kann. Für eine ertragreiche Ernte lohnt es sich, auf die Nachbarpflanzen zu achten. Mischkulturen wirken sich positiv auf die Fruchtqualität aus und verbessern auch die Pflanzengesundheit.

Dahlienknollen überwintern
Sobald der erste Frost eingesetzt hat, sollten Dahlien aus dem Boden genommen werden. Mithilfe einer Grabegabel lassen sich die unterirdischen Knollen ohne größere Verletzungen herausnehmen. Die Stängel werden danach auf etwa fünf bis zehn Zentimeter gekürzt. Damit die Knollen in ihrer Winterpause nicht austrocknen, bedeckt man sie in einer Kiste leicht mit Sand oder feuchtem Laub. Ein dunkler, kühler Keller oder Schuppen dient als optimaler Lagerort.

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Ein Gärtner steckt Blumenzwiebeln in die Erde. © ndr.de Foto: ndr.de

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Klimafreundliche Pflanzen

Klimafreundliche Pflanzen - für Hobby- und auch Profigärtner wird dieses Thema immer wichtiger. Auch die renommierte Staudengärtnerin Petra Pelz beschäftigen die trockenen Sommer und vor allem, wie man mit der Bepflanzung darauf reagieren kann. Wenn sie heute Gärten gestaltet, setzt sie nicht nur auf heimische Arten und sucht die Pflanzen nicht nur im europäischen Raum.

Die Gärten sehen einfach sepiafarben aus. Sie verlieren ihr Grün, wenn man sich jedoch auf Pflanzen konzentriert, die einfach mehr Trockenheit vertragen, wird es grüner. Die Sonnenbraut ist zum Beispiel eine gut trockenheitsverträgliche Pflanze. Die neuen Sorten sind niedriger, haben natürliche Farben. Da eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten, sie zu kombinieren. Wie mit den Astern zum Beispiel, die auch gut Trockenheit vertragen. Sie sind ebenso Nordamerikaner, haben tiefe Wurzeln und schmales Laub. Auch die Echinacae, der Purpursonnenhut in Weiß, passt genau in dieses Spektrum. Und lässt sich ebenfalls gut mit diesen genannten Pflanzen kombinieren.

Ihre Leidenschaft gilt den Pflanzen der nordamerikanischen Steppe. Sie haben sich Wind und Sonne angepasst: die Blätter sind behaart oder auch schmal und durch ihre späte Blüte sind diese standfesten Stauden bis in den Winter hinein schön anzusehen. Man kann an verschiedene Merkmalen von Pflanzen erkennen, ob sie Trockenheit vertragen oder nicht: Wie die ganzen silberlaubigen Arten. Sie reflektieren das Sonnenlicht, deshalb haben sie silbriges Laub. Oder sie haben so kleine Härchen oder eine raue Oberfläche, dort bildet sich ein Luftpolster, das sie vor Verdunstung schützt. Außerdem kühlt es auch ein bisschen.

Inspiration sammelt die Gartendesignerin bei Kollegen und Gärtnereien wie der von Roger Bastin in den Niederlanden. Hier setzt man auf mediterrane Pflanzen - wie Lavendel, das Brandkraut, Disteln oder den Sonnenhut - sie sind an Trockenheit gewöhnt. Seit 26 Jahren ist Petra Pelz jetzt dabei, entwirft Konzepte für Privatgärten und den öffentlichen Raum. Sie liebt es, Pflanzen verschiedener Herkünfte zu kombinieren - alles unter der Prämisse sich verändernder klimatischer Bedingungen. "Trocken ist das neue Normal". Mit diesem Motto bestärkt sie auch die Leser ihres Blogs, an die sie ihre Erfahrungen regelmäßig weitergibt.

Blühwunder Astern

Wenn sich die Gartensaison so langsam dem Ende neigt, erst dann erstrahlen sie, die Herbstastern - in Weiß oder Rosa, in vielen Violett-Tönen oder in Karminrot. "Asteraceae" lautet der Botanische Name abgeleitet aus dem Griechischen, denn Aster bedeutet Stern. Mit ihren unzähligen kleinen Blüten gehört die Aster zu den Korbblütlern. Der Blütenstern besteht aus zahlreichen ganz kleinen Einzelblüten, die wie in einem Korb angeordnet sind.

Und von diesen Blütenkörben gibt es viele. Sie haben enormes Durchhaltevermögen, je nach Sorte blühen sie bis weit in den November hinein. Wird Verblühtes rausgeschnitten, sogar noch länger. Astern sind Pflanzen, wie Karl Foerster sagen würde, für intelligente Faule, man muss theoretisch nichts machen. Man sollte nur beachten: Sonne ist bei den Astern, also den Herbstastern, wichtig und sie bekommen auch gerne extra Futter. Organischer Dünger sorgt dafür, dass sie nicht nur üppiger blühen, sondern auch robuster gegenüber Krankheiten sind.

Ganz gleich aber, ob es sich um niedrige Zwergsorten handelt oder um bis zu anderthalb Meter Hohe: Pilzanfällig sind sie fast alle. Astern kriegen gerne mal Mehltau. Dem beugt man vor, indem man sie gut düngt und nicht von oben wässert. Man unterscheidet zwischen Rau- und Glattblattastern. Der Unterschied lässt sich fühlen. Die Raublättrige hat behaarte Stängel und raue Blattunterseiten. Die Glattblattaster hat, wie der Name schon sagt, blankes Laub, macht unterirdische Ausläufer und wandert fast wie Giersch durch den Garten, während die Raublattaster am Platz bleibt. Allesamt samen sich allerdings auch gerne aus. Wer das nicht will, muss Verblühtes abschneiden. So steht dann auch mal ein fliederfarbener Sämling zwischen weiß und lila, was für farbliche Abwechslung im Beet sorgt.

Ärgerlich ist nur, wenn sich die hoch gewachsenen Pflanzen so verausgaben, dass sie umkippen. Die späte Blüte der Aster ist ein geschickter Schachzug der Natur. Verschwinden konkurrierende Nachbarpflanzen bekommt sie mehr Sonne ab und wird von Insekten belagert, die um diese Zeit kaum noch etwas anderes finden. Noch tapferer sind die Winterastern, auch als Chrysanthemen bekannt. Manche öffnen ihre Blüten erst im November. Mit anderen Winterastern können sie aber schon jetzt ein langanhaltendes spektakuläres Abschiedsfeuerwerk im Beet zünden.

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Pyrenäen-Aster © picture alliance / Arco Images GmbH Foto: de Cuveland, J.

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Detailaufnahme einer Apfelblüte an einem Apfelbaum. © photocase Foto: nailiaschwarz

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Redaktion
Sara Helmig
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