Don´t come knocking

Mittwoch, 18. November 2020, 01:20 bis 03:15 Uhr

20 Jahre nach "Paris, Texas" (1984) ist "Don´t Come Knocking" die zweite Zusammenarbeit von Wim Wenders und Sam Shepard (1943 – 2017), der nicht nur das Drehbuch geschrieben hatte, sondern auch die Hauptrolle spielt. Ein Roadmovie in leitmotivischem Blau und Rot, handelt der Film im Kern von der Suche nach sich selbst, ein wiederkehrendes Thema von Wenders. Die Kinder des Cowboys, Earl und Sky ebenso wie Howard Spence selbst, der Vater, den sie nie kennengelernt haben, sind die Helden dieser Queste, die sich vor einer wunderbar stilisierten, an die Gemälde Edward Hoppers erinnernden Kulisse des kleinstädtischen Amerikas abspielt.

In einer Satire auf die Schauspieler- und Lebensrollenmetaphorik verkörpert Howard als abgehalfterter Westernstar den gescheiterten Selfmademan, der auf der Flucht von seinem Filmset auf einer Reise über Nevada nach Montana erfahren muss, dass er Vater zweier erwachsener Kinder ist. Verknüpft mit der Frage nach Identität ist im Film die Suche nach Heimat, die für Wenders Hauptthema des Westerngenres ist. Hier steht sie in deutlicher Beziehung zur Existenzproblematik: In einer Schlüsselszene sitzt Howard auf einem mitten auf der Straße platzierten Sofa und blickt in den Himmel, der keine Antwort gibt. Ein Gestus, der die Haltung, die Georg Lukács mit dem Begriff der "transzendentalen Obdachlosigkeit" bezeichnet hat, nicht offensichtlicher zitieren könnte.

Schauspieler/in
Sam Shepard als Howard
Jessica Lange als Doreen
Tim Roth als Sutter
Gabriel Mann als Earl
Sarah Polley als Sky
Fairuza Balk als Amber
Eva Marie Saint als Howards Mutter
Autor/in
Sam Shepard
Wim Wenders
Regie
Wim Wenders
Kamera
Franz Lustig
Schnitt
Peter Przygodda
Ton
Matthew Nicolay
Musik
T-Bone Burnett
Redaktion
Eric Friedler
Produktionsleiter/in
Thomas Kutsche
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