DIE ZEIT

Eine Wochenzeitung wird 75

Mittwoch, 17. Februar 2021, 21:00 bis 21:45 Uhr
Donnerstag, 18. Februar 2021, 06:35 bis 07:20 Uhr

Die überregionale deutsche Wochenzeitung "Die Zeit" ist erstmals am 21. Februar 1946 erschienen. Diese Dokumentation anlässlich des 75. Jubiläums gewährt seltene Einblicke in die aufreibende Arbeit der "Zeit"-Redaktion. Sie zeigt, wie vielseitig die Aufgaben der Journalistinnen und Journalisten im 21. Jahrhundert geworden sind: die wahrhaftige Reportage, die richtige Bildauswahl, der spannende Podcast und der Kontakt mit dem Publikum.

Das Selbstverständnis der Zeitung speist sich auch aus ihrer turbulenten 75-jährigen Geschichte: Richtungskämpfe und Persönlichkeiten wie Altbundeskanzler Helmut Schmidt (1918 - 2015), Marion Gräfin Dönhoff (1909 - 2002) und Gerd Bucerius (1906 - 1995) prägen das Blatt bis heute.

Jede Woche aufs Neue: Berichten, erklären, einordnen

Recherche auf Propagandaseiten des IS. Der Terrorismus-Experte und stellvertretender Investigativ-Ressortleiter Yassin Musharbash findet dort einen Aufruf zu Anschlägen. © NDR
Recherche auf Propaganda-Seiten des IS. Der Terrorismus-Experte und stellvertretende Investigativ-Ressortleiter Yassin Musharbash findet dort einen Aufruf zu Anschlägen.

Yassin Musharbash starrt auf sein Smartphone und schüttelt den Kopf. Eine Eilmeldung: drei Menschen bei Anschlag in Nizza getötet. Der Reporter muss schnell zurück ins Büro, Fakten prüfen, recherchieren, alles aufschreiben. Erst für die Online-Ausgabe, dann fürs gedruckte Blatt. Musharbash ist Terrorismus-Experte im investigativen Ressort der Wochenzeitung "Die Zeit".

Ob Terror, Corona oder Despoten: Die Welt ist unüberschaubar geworden, manchmal gar unberechenbar. Umso mehr hat die Arbeit von Journalistinnen und Journalisten an Bedeutung gewonnen: berichten, erklären, einordnen. Vielleicht ist auch das ein Grund, warum die Wochenzeitung "Die Zeit" gerade so erfolgreich ist wie nie.

Seit 75 Jahren besteht sie nun, hat die Anfänge der Demokratie erlebt und die Erosion demokratischer Prinzipien. Höhen und jahrzehntelange Tiefen, während derer das Blatt tief in den roten Zahlen steckte. Doch "Die Zeit" hat sich erneuert, ist heute mehr als eine Wochenzeitung. "Die Zeit" ist eine Marke geworden, die mit ihren "Verbrechen"-Podcasts auch Menschen erreicht, die diese Wochenzeitung nicht lesen.

US-Wahl: Langes Ringen um den Titel

Chefredakteur Giovanni di Lorenzo bereitet die jeden Donnerstag stattfindende die große Konferenz der ZEIT-Redaktion vor. © NDR
Jeden Donnerstag findet die große Konferenz der "Zeit"-Redaktion statt. Chefredakteur Giovanni di Lorenzo bespricht darin mit Vertreter*innen aller Ressorts die aktuelle Ausgabe und Themen für die folgende Woche.

Alle vier Jahre kommt "Die Zeit" aus dem Tritt. Wegen der US-Wahl wird dann der Andruck verschoben, um vor Redaktionsschluss möglichst noch das Wahlergebnis zu erfahren. Doch bei der Wahl 2020 ist das unmöglich: Chefredakteur Giovanni di Lorenzo wähnt nach langem Hin und Her "das große Zittern" und macht es zur Titelzeile. Doch wer soll aufs Titelbild: Trump, Biden oder doch eine verzweifelte Wählerin? Die Zeit tickt. Das große Zittern geht weiter. Bis nach langem Ringen endlich die Entscheidung steht. Doch dann tritt Donald Trump vor die Presse und verkündet seinen angeblichen Sieg.

Redaktion
Fabian Döring
Produktionsleiter/in
Michael Schinschke
Regie
Inga Mathwig
Autor/in
Inga Mathwig
Regie
David Hohndorf
Autor/in
David Hohndorf
Titelblatt "Die Zeit"
1 Min

DIE ZEIT

Anlässlich des 75. Jubiläums gewährt die Dokumentation seltene Einblicke in die aufreibende Arbeit der "Zeit"-Redaktion. 1 Min

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