Deutschland 9/11

Dokumentarfilm von Jan Peter und Daniel Remsperger

Samstag, 11. September 2021, 23:15 bis 00:45 Uhr

11. September 2001: Mit Entsetzen erfahren die Menschen in Deutschland von den Terroranschlägen in New York. Vor den Augen der Weltöffentlichkeit stürzen entführte Passagierflugzeuge in die Türme des World Trade Centers, Tausende Menschen sterben. Die Welt wird eine andere.

Der Dokumentarfilm "Deutschland 9/11" blickt zum 20. Jahrestag des 11. September aus deutscher Perspektive auf das Ereignis und seine Folgen.

Drastische Sicherheitsmaßnahmen

Die Fernsehbilder des in Flammen stehenden Pentagons und der einstürzenden Türme brennen sich innerhalb kurzer Zeit ins Gedächtnis der Menschen weltweit ein. Nach einer langen Phase der "gefühlten" Unbeschwertheit sehen sich die Deutschen plötzlich einer Tragödie von bislang unvorstellbarem Ausmaß gegenüber. Die Angst vor einem Dritten Weltkrieg macht die Runde. Und die bange Frage, ob Deutschland ähnliche Attacken zu erwarten habe. Drastische Sicherheitsmaßnahmen treten in Kraft: Die US Air Base in Ramstein (Rheinland-Pfalz) wird in höchste Alarmbereitschaft versetzt, Flugzeuge auf dem Weg in die USA auf unbestimmte Zeit nach Kanada umgeleitet.

Eine Feier in Linkenheim (Baden-Württemberg) nimmt einen ebenfalls dramatischen Verlauf: Die dreijährige Lara Bothe verliert an ihrem Geburtstag ihren Vater. Er sitzt in jenem Flugzeug, das, live übertragen in Nachrichtensendungen rund um die Welt, in den Südturm des World Trade Centers stürzt.

Lara Bothe (*11.9.1998) verlor am 11. September 2001 ihren Vater, der sich an Bord eines der Flugzeuge befand, die in die Türme des World Trade Centers flogen. © NDR/rbb/ARD/DOKfilm
Lara Bothe (*11.9.1998) verlor am 11. September 2001 ihren Vater, der sich an Bord eines der Flugzeuge befand, die in die Türme des World Trade Centers flogen.

Schon am 12. September wird klar, die Spur des Terrors führt ausgerechnet nach Deutschland. In Hamburg platzt die Nachricht, dass "9/11" von einer "Terror-WG" aus Harburg geplant wurde, mitten im erhitzt geführten Bürgerschaftswahlkampf rund um das Thema der Inneren Sicherheit. Und die Ermittler trifft es wie ein Schlag, dass "einer der größten Terrorakte der Menschheitsgeschichte direkt vor unserer Haustür geplant wurde", von einer bislang kaum bekannten Organisation namens al-Qaida.

Mehr und mehr wird deutlich, dass Deutschland sich hier nicht aus der Verantwortung nehmen kann. Nach der erstmaligen Ausrufung des NATO-Bündnisfalls werden Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr in den Kampfeinsatz gegen die Taliban in Afghanistan geschickt. Der Einsatz in Afghanistan beginnt. Und er wird 20 Jahre dauern.

Aus deutscher Perspektive betrachtet

"Deutschland 9/11" von Jan Peter und Daniel Remsperger betrachtet den 11. September 2001 aus deutscher Perspektive.

Welche Folge dieses auch heute noch kaum fassbare Ereignis für Politik, Justiz und Medien hat, mit welchen Konsequenzen es für das Über- und Weiterleben von Angehörigen und Augenzeugen einhergeht, davon legen zahlreiche Interviews Zeugnis ab, unter anderem mit Joschka Fischer (2001 Bundesaußenminister), Otto Schily (2001 Bundesinnenminister) und Tochter Anna Schily (2001 in New York City), Else Buschheuer (bloggte 2001 direkt von den Angriffen aus New York), Ernst Uhrlau (2001 Geheimdienstkoordinator) und Dan Coats (2001 US-Botschafter in Berlin).

Verwoben mit Archivausschnitten damaliger Berichterstattung zeichnet "Deutschland 9/11" das Bild eines Landes, das sich scheinbar gerade auf dem Weg zu sich selbst befand und durch den 11. September vor eine neue Zerreißprobe gestellt wurde.

Autor/in
Daniel Remsperger
Jan Peter
Regie
Jan Peter
Redaktion
Marc Brasse
Rolf Bergmann
Redaktionsleiter/in
Dirk Neuhoff
Produktionsleiter/in
Tim Carlberg
Producer
Daniel Remsperger
Regie
Daniel Remsperger
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