Deutsche Lebensläufe: Wilhelm Busch

Samstag, 22. Mai 2021, 22:05 bis 22:50 Uhr

In dem Porträt über den gnadenlosen Komiker und genialen Zeichner Wilhelm Busch, der sich selbst zeitlebens immer eher als Versager gesehen hat, wird sein Leben und seine Wirkung erzählt, ergänzt durch Interviews mit Künstlern wie Tomi Ungerer und F. W. Bernstein sowie Historikern und Biografen.

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Wilhelm Busch posiert mit einem Bierhumpen. Porträt-Aufnahme von 1860. © picture-alliance / akg-images

Wilhelm Busch: Comic-Pionier und Vater von "Max und Moritz"

Mit den bitterbösen Streichen von "Max und Moritz" erlangte Wilhelm Busch Weltruhm. Am 15. April 1832 wurde er in Wiedensahl geboren. mehr

Kaum ein Kind, das nicht mit den Streichen von "Max und Moritz" und dem grausamen Ende der Brüder aufgewachsen ist. Kaum ein deutscher Bücherschrank, in dem nicht Buschs Gesammelte Werke stehen. Und kaum eine Festtagsrede, die sich nicht wenigstens eines Zitats von Busch bedienen würde aus jenen humoristisch-moralisierenden Bildergeschichten wie "Hans Huckebein", Junggeselle Knopp oder "Die Fromme Helene". Nach Luther und vielleicht noch vor Goethes Werken hat kein anderer deutscher Dichter so tief das Bewusstsein der Deutschen geprägt wie Wilhelm Busch.

Wilhelm Busch selbst sieht sich eher als Versager

Coloriertes Porträtfoto von Wilhelm Busch aus dem Jahr 1902. © picture-alliance / akg-images
Bekannt wurde Wilhelm Busch mit Bildergeschichten. Sein Gesamtwerk ist deutlich vielfältiger.

Dabei hat sich Busch, das älteste von sieben Kindern aus Wiedensahl in der Nähe von Hannover, lebenslang eher als Versager gesehen denn als ein Erfolgsmodell. Als Maler war er gescheitert, Junggeselle ist er geblieben. Statt in einer pompösen Künstlervilla, wie seine Malerfreunde in München, lebte und starb er in einem kleinen spartanisch eingerichteten Zimmer in der hintersten niedersächsischen Provinz.

Volksnaher Schriftsteller

Was genau zeichnet Wilhelm Buschs Humor aus? Welche Techniken hat er dafür erfunden? Warum hat er sein eigenes Leben als eine einzige Vermeidungsstrategie gegen die Enttäuschungen des Lebens geführt? Und was bleibt von Wilhelm Busch noch heute? Fragen, die der Film beantworten will, indem er Leben und Werk des wohl volksnahsten aller Schriftsteller nachzeichnet, eines Menschen, der doch immer nur versucht hat, sich vom Volk abzusondern, sich in seiner Autobiografie "Von mir über mich" sogar als "Sonderling" bezeichnet hat.

Gesprächspartner sind: Zeichner und Dichter der Neuen Frankfurter Schule, die Direktoren des Museums Wilhelm Busch in Hannover, Gert Ueding, Rhetorikprofessor aus Tübingen, der Kunstprofessor und Generalist Bazon Brock, Tomi Ungerer und Rolf Hochhuth, der Herausgeber der erfolgreichsten Busch-Gesamtausgabe.

Redaktion
Christoph Bungartz