Wie geht das?

Wie geht das? Mückenforschung am Hamburger Tropeninstitut

Mittwoch, 31. August 2016, 18:15 bis 18:45 Uhr

Tropische Infektionskrankheiten treten immer häufiger in unseren Breiten auf. Der Grund: Die sie übertragenden Mücken kommen durch den Klimawandel, Fernreisen und globalisierten Warenhandel bis nach Deutschland. Da wir bislang nur schlecht auf einen Ausbruch vorbereitet sind, arbeiten die Arbovirologen um Prof. Dr. Jonas Schmidt-Chanasit am Hamburger Bernhard-Nocht-Institut mit Hochdruck daran, dies zu ändern.

Das Zika-Virus

Professor Dr. Schmidt-Chanasit zählt weltweit zu den führenden Experten für von Mücken übertragene Virenerkrankungen. Er und sein Team beschäftigen sich aktuell besonders mit dem "Zika-Virus". Nachdem im Jahr 2015 in Lateinamerika massenhaft Föten in der Schwangerschaft auf Grund von Zika-Infektionen geschädigt wurden, sind viele Frauen verunsichert. Die Anfragen nach Klärung von Verdachtsfällen sind sprunghaft angestiegen. Alexander Schlaphof und seine Kolleginnen und Kollegen der Virendiagnostik des Bernhard-Nocht-Instituts führen nun täglich mehrere Tests durch, um Betroffenen im Verdachtsfall schnellstmöglich Klarheit zu verschaffen.

Prävention, Diagnostik und Mücken-Monitoring

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Wissenschaftlerin untersucht Mückenfang von einem Standort in Norddeutschland (Milchviehbetrieb in Niedersachsen).

Als Leiter der Arbeitsgruppe Arbovirologie ist Prof. Dr. Schmidt-Chanasit im Vorfeld der Olympiade in Rio auch beratend tätig. Er und sein Team unterstützen weltweit Kollegen bei der Prävention, der Diagnostik und beim Mücken-Monitoring, um deutsche Sportler und die Bevölkerung vor der Ansteckung mit dem Zika-Virus und anderen Infektionskrankheiten zu schützen. Im Zentrum ihrer Forschung steht für die Wissenschaftler auch die Entwicklung nachhaltiger Strategien zur Bekämpfung und zur Prophylaxe.

Da auch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft sowohl die Gefahr als auch die Bedeutung der Forschung für geeignete Präventionsmaßnahmen erkannt hat, wird das neue Forschungsprojekt vom Bund mit 2,2 Millionen Euro gefördert.

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Dr. Anna Heitmann bei Versuchen mit Mücken im Hochsicherheitslabor (Szenen mussten wegen Sicherheitsrisiken nachgestellt werden).

Die Wissensreportage begleitet das Forschungsteam ab Beginn der Mückensaison im April bis hin zu den ersten Untersuchungsergebnissen im Juni. Sie zeigt auf, wie die Hamburger Wissenschaftler Tag für Tag einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung des Schutzes der Gesundheit von Mensch und Tier in Deutschland und in der Hafenstadt Hamburg leisten.

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Redaktion
Birgit Schanzen
Produktionsleiter/in
Frederik Keunecke
Autor/in
Anne Kathrin Thüringer