Vergessene Seelen

Wie Kinder zu Versuchsobjekten wurden

Montag, 13. November 2017, 22:45 bis 23:15 Uhr

Ein Mann in einem Rollstuhl

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Diese Dokumentation erzählt die Geschichte einer Gruppe besonders schutzbedürftiger Menschen, die systematisch ausgebeutet wurde: ehemalige Patienten des Landeskrankenhauses Schleswig.

Sie waren ausgeliefert. Sie wurden ausgenutzt. Ehemalige Heimkinder und Psychiatriepatienten berichten, wie sie zu Versuchsobjekten der Pharmaforschung gemacht wurden. Es geht um ein System der Ausbeutung am Landeskrankenhaus Schleswig in den 1950er- bis 1970er-Jahren.

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Als kleiner Junge kam Franz Wagle in die Kinderpsychiatrie am Landeskrankenhaus Schleswig. Die Zeit dort prägt sein Leben bis heute.

Diese Dokumentation geht den Vorwürfen nach, im Gespräch mit ehemaligen Heimkindern, in Archiven und Bibliotheken. Das Filmteam stößt dabei auf verstörende Spuren der damals angewandten Praktiken, auf Psychopharmaka, die wahllos "an alle Neuankömmlinge" verteilt wurden, auf lebensgefährliche Nebenwirkungen bei den Patienten, auf harten körperlichen Zwang zur Einnahme der Substanzen seitens der Klinikverantwortlichen.

Die Versuche wirken bei den betroffenen Menschen bis heute nach: in körperlichem Leid und Albträumen, aber auch in deren kraftvollem Streben nach Anerkennung und Würdigung. Die Dokumentation begleitet die Betroffenen in diesem Streben und lässt sich von den glatten Fassaden der Ministerien und der Pharmaindustrie nicht blenden.

Nachrichten
mit Video

Medikamentenversuche: "Nur eine nackte Nummer"

Erstmals äußert sich ein Angestellter des ehemaligen Landeskrankenhauses Schleswig. Der Pfleger berichtet von Tests mit Medikamenten, die noch gar nicht auf dem Markt waren. mehr

Autor/in
Eike Lüthje
Christian Schepsmeier
Produktionsleiter/in
Angela Hennemann
Redaktion
Julia Stein
Leitung der Sendung
Norbert Lorentzen