Im Schatten der Oktoberrevolution

Rachmaninoff, Prokofjew, Schostakowitsch

Sonntag, 20. Oktober 2019, 08:00 bis 08:55 Uhr

Im Jahr 2017 jährte sich die russische Oktoberrevolution zum 100. Mal. Die Machtübernahme der kommunistischen Bolschewiki hat die Welt für immer verändert und mit ihr das Leben von Millionen Menschen. Dies spiegelt sich auch im Leben und Wirken dreier großer russischer Komponisten des 20. Jahrhunderts: Dmitri Schostakowitsch (1906 – 1975), der dem Machtbereich des Sowjetstaats nie entkommen konnte, Sergej Rachmaninow (1873 – 1943), der eine Konzertreise zur Flucht aus Russland nutzte und seine Heimat nie wiedersah, und Sergej Prokofjew (1893 – 1951), der nach kompositorischen Erfolgen im Westen ausgerechnet in der Zeit des großen Terrors nach Sowjetrussland zurückkehrte.

Schaffen und Leben nach der Revolution

Der Film erzählt von drei Genies der russischen Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts, ihren Schaffens- und Lebensbedingungen nach der bolschewistischen Revolution und später unter Stalins Regime. Ob im Exil oder im direkten Machtbereich des Sowjetstaats, in den 30 Jahren nach dem Roten Oktober entstanden in einer Atmosphäre von Trauer, Heimweh, Angst und Verzweiflung stilprägende und tatsächlich revolutionäre Werke der Musikgeschichte. Es zeigt sich, wie direkt die politischen und kulturellen Umwälzungen das Leben und Schaffen der Musiker beeinflussten und wie sich die Komponisten zur sowjetischen Diktatur positionieren mussten: zwischen Fortschrittsglauben und Ernüchterung, zwischen Anpassung und Emigration.

Zu Wort kommen unter anderem Schostakowitschs Witwe Irina, die renommierte russische Musikhistorikerin Svetlana Savenko, der Musikwissenschaftler Simon Morrison von der Princeton University, sowie Schostakowitsch-Biograf Krzysztof Meyer, Daniil Trifonov und Mitglieder des Borodin-Quartetts.

Redaktion
Matthias Latzel