Weltreisen

Sambia – die Invasion der Flughunde

Samstag, 25. April 2020, 12:55 bis 13:25 Uhr

Jedes Jahr im November, wenn die Früchte der Mango- und Bananenstauden rund um den Kasanka Naturpark reif sind, wird der Himmel in Sambia schwarz: Dann kommen Millionen Flughunde aus den Nachbarländern im Park an. Es ist die weltweit größte Wanderung einer Säugetierart. Eine, die seit Langem die Menschen fasziniert: Wie finden die Tiere Jahr für Jahr den Weg über Hunderte von Kilometern hinweg? Warum kommen sie immer wieder zurück an denselben Ort? Wie genau verläuft ihre Flugroute? Und wie viele Tiere sind es tatsächlich?

Flughunde bekommen Sender

Thomas Denzel und ein Filmteam begleiten Martin Wikelski und Dina Dechmann vom Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie in Radolfzell, als sie in Sambia Flughunde einfangen und besendern, um ihre Flugbewegungen zu erforschen.

Bedrohter Lebensraum

Jedes Jahr im November - wenn die Früchte und um den Kasanka Naturpark reif sind - schwärzt sich in Sambia der Himmel, wenn Millionen Flughunde aus den Nachbarländern im Park ankommen. © NDR/SWR
Millionen Flughunde am Himmel über Sambia.

Doch der Lebensraum der Flughunde ist bedroht. Der Wald, in den sie jedes Jahr zurückkehren, schrumpft. Wilderer legen Feuer. Sie hoffen, dass das aus der Asche nachwachsende frische Gras Antilopen anlockt. Illegale Feuer sind ein großes Problem für die Natur und die Tiere in der Gegend, auch, weil viele Menschen hier von der Produktion von Holzkohle leben, die sie am Straßenrand verkaufen.

Flughunde müssen geschützt werden

Manche Menschen rund um den Park jagen die Tiere und verarbeiten sie zu Zaubermedizin, weil sie ihnen übernatürliche Kräfte zuschreiben. Für die Wildhüter des Naturparks ist es deshalb oft schwer, die Menschen in Sambia zu überzeugen, dass Flughunde geschützt werden müssen. Sie besuchen die Bewohnerinnen und Bewohner der Dörfer und Farmer und klären darüber auf, dass die Flughunde nicht nur das Tourismusgeschäft ankurbeln, sondern auch für die Verbreitung von Pflanzen wichtig sind.

Kinder als Botschafter des Naturschutzes

Regelmäßig werden seitens des Naturparks Kinder aus den umliegenden Schulen eingeladen, die Flughunde im Park zu besuchen. Einige Kinder werden gezielt gefördert. Sie bekommen aus den Tourismuseinnahmen Schulgeld, Bücher und Schuluniform bezahlt und werden so zu Botschaftern des Naturschutzes.

Redaktion
Christine Hasper
Redaktionsleiter/in
Clas Oliver Richter
Produktionsleiter/in
Oliver Gebhard
Autor/in
Thomas Denzel

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