Weltreisen

Bauernaufstand in Indien

Samstag, 19. Juni 2021, 12:45 bis 13:15 Uhr

Zehntausende Kleinbauern protestieren seit Monaten gegen eine großangelegte Landwirtschaftsreform. Die Regierungsmehrheit um teils radikale Hinduparteien will den Agrarmarkt liberalisieren. Garantierte Mindestpreise für Weizen und Reis sollen entfallen. Bauern haben Angst, von Großbetrieben verdrängt zu werden. Sie klagen vor Gerichten, blockieren Hauptverkehrsstraßen und demonstrieren in der Hauptstadt. "Wir werden so lange protestieren, bis die Regierung die Gesetzesreform wieder zurücknimmt. Vorher gehen wir nicht nach Hause", sagt Gora Singh, ein Kleinbauer im indischen Bundesstaat Punjab.

Kleinbauer Gora Singh auf dem Feld. © NDR/HR
Auch Kleinbauer Gora Singh protestiert gegen die geplante Landwirtschaftsreform.
Große Angst vor der Zukunft

ARD-Südasien-Korrespondent Oliver Mayer (HR) hat die Bauern besucht. Sie gehören großenteils der Glaubensrichtung der Sikhs an. Der Reporter traf auf verzweifelte Familien, verarmte Landwirte und eine große Angst vor der Zukunft in der Bevölkerung. Mehr als 85 Prozent der indischen Landwirte sind Kleinbauern. Sie haben oft nur wenige Hektar Land. Das Kleinbauerntum ernährt fast die Hälfte der etwa 1,4 Milliarden Inder*innen. Garantierte Mindestpreise nützen den Kleinbauern, gesamtwirtschaftlich sind sie ineffektiv und teuer. Zehntausende Kleinbauern fürchten, dass die Landwirtschaftsreform für sie der Anfang vom Ende ist.

Autor/in
Oliver Mayer
Redaktion
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Redaktionsleiter/in
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