Unter deutschen Dächern – Mann oder Frau?

Montag, 27. August 2018, 23:15 bis 23:45 Uhr

Auch weibliche Bewegungen sind wichtig für das Gefühl eine Frau zu sein. © Radio Bremen / Anna-Maria Meyer, honorarfrei

4,26 bei 34 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Karsten ist ein richtiger Kerl. Er ist 1,82 Meter groß, fährt Motorrad und arbeitet als Busfahrer. Er lebt gern als Mann, aber manchmal möchte Karsten sich in eine Frau verwandeln. In Ekaterina. Geholfen hat ihm bei dieser Verwandlung der Transgenderservice schwesternzeit von Karin Robrahn-Faul.

In den kleinen Räumlichkeiten in Hamburg sind Silikonbrüste, Korsetts und Perücken vorhanden für Männer, die einem Bedürfnis nachgeben, dem sie sich nicht länger verwehren können. Sie wollen als Frau leben, einige von ihnen ausschließlich, andere im Wechsel mit ihrer Männerrolle.

Männer werden äußerlich zu Frauen

Karin Robrahn-Faul verwandelt die Männer äußerlich zu Frauen. Mit sicherem Blick und geübter Hand stylt sie ihre Besucher um, sodass diese, vielleicht zum ersten Mal in ihrem Leben, aussehen wie die Frau, die sie immer sein wollten.

Wer will ich sein?

Manche dieser Besucher haben sich nie getraut, ihre innere Frau auch äußerlich erscheinen zu lassen, andere wissen nicht, wie sie sich vorteilhaft in Szene setzen können. Ihnen allen gibt Karin Rat und steht ihnen zur Seite.

Manuela lebte bis vor einem Jahr als Mann

Auch Manuela hat schwesternzeit aufgesucht. Die 67-jährige studierte Physikerin lebte bis vor einem Jahr ein Leben als Mann. Sie ist transident, also für ihr Gefühl im falschen Körper geboren worden. Jetzt ist Manuela pensioniert und lebt ein Leben als Frau. Sie ist verheiratet mit der ebenfalls pensionierten Realschullehrerin Doris, die sie in allen Bereichen unterstützt.

Diese neue Folge der Reihe "Unter deutschen Dächern" beleuchtet den Mikrokosmos schwesternzeit und nähert sich behutsam Männern, die ihre Identität fernab von alten Rollen- und Geschlechtermuster definieren.

Der Film von Susan Tratz begleitet sie während ihrer Transformation und in ihrem Alltag, besucht das Ehepaar Manuela und Doris zu Hause, spricht mit beiden über die Veränderungen in ihrem Leben nach Manuelas Entscheidung, ihre Männlichkeit für immer abzulegen.

Karsten lässt sich als Frau perfektionieren

Das Filmteam begleitet Karsten zu Karins schwesternzeit, wo er sich als Frau perfektionieren lassen will, erstmals seinem persönlichen Schönheitsideal nahe kommen möchte, um dann zum ersten Mal als Ekaterina auf die Straße zu gehen.

In dem Film werden Menschen gezeigt, die sich voller Mut die Frage stellen: Wer will ich sein? Welcher Stil entspricht meinem Gefühl? Fragen, die bis hin zum richtigen Make-up reichen, die aber letztlich alle auf eines hinauslaufen: Wie werde ich mit meinem Bedürfnis innerhalb der Gesellschaft akzeptiert? Es eröffnet sich der Blick in das Leben von Menschen, die sich den gesellschaftlichen Konventionen nicht unterwerfen können. Das erfordert immer wieder den Mut, zu sich selbst zu stehen, gegen die Angriffe von außen.

Redaktion
Michaela Herold, Thomas von Bötticher