Traumhäuser - Ein Holzhaus im Allgäu

Freitag, 18. Juni 2021, 21:15 bis 21:45 Uhr
Samstag, 19. Juni 2021, 08:30 bis 09:00 Uhr

Wohnen, wo andere Urlaub machen: in Oberstdorf. Das schwierige, unwegsame Grundstück an einem extrem abschüssigen Nordhang war für Angelika Blüml und Klaus Noichl, die bisher hauptsächlich Bergstationen gebaut haben, gewohntes Terrain. Es gelang ihnen, ein Gebäude zu entwerfen, das sich die Widrigkeiten des Bauplatzes geschickt zunutze macht. Das eigenwillige Holzhaus mit seiner ungewöhnlichen Form und den markanten Fensterschlitzen stemmt sich selbstbewusst gegen den Hang und scheint doch manchmal fast zu schweben.

Nordansicht: Die Fensterbänder geben dem Haus Struktur. © NDR/BR
Nordansicht: Die Fensterbänder geben dem Haus Struktur.

200 heimische Weißtannen wurden in Form von fast 5.000 Holzbohlen zu einem voluminösen Baukörper mit spitzen und stumpfen Winkeln, schrägen Wänden, Auskragungen und fünf in sich verschachtelten Ebenen zusammengesetzt. Die Architekten haben ein Lichtkonzept entworfen, das erstaunlich viel Helligkeit in die vorwiegend nach Norden gerichteten Räume holt. Jeder Winkel, jede Öffnung ist exakt durchdacht und penibel geplant – ein Haus wie ein komplexes 3-D-Puzzle.

Obwohl Holzhäuser typisch sind für die Region und die Architekten das Gebäude in traditioneller Bauweise von Allgäuer Handwerkern haben fertigen lassen, waren viele Oberstdorfer*innen entsetzt. "So etwas passt doch nicht hierher", mussten sich die Bauherren immer wieder anhören. Gemeinderat und Bürgermeister haben jedoch erkannt, dass modernes, zeitgemäßes Bauen auch für einen traditionsreichen Ferienort wie Oberstdorf eine Bereicherung darstellen kann.

Redaktionsleiter/in
Holger Ohmstedt
Produktionsleiter/in
Thomas Schmidtsdorff

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