Folge 3: Kurzzeitschwester - Das Wiedersehen (S01/E03)

Sendung: Kurzzeitschwester | 25.09.2021 | 00:00 Uhr 25 Min | Verfügbar bis 25.09.2022

Stell dir vor, du hast eine Schwester und von einem auf den anderen Tag ist sie verschwunden. In deiner Familie wird seitdem nicht mehr über sie gesprochen. 17 Jahre lang. So erging es dem jungen Dokumentarfilmer Philipp Lippert mit seiner Pflegeschwester Vanessa. Sie wurde zum Tabuthema. Bis sich Philipp schließlich auf die Suche nach ihr begibt und Fragen stellt: Warum ist Vanessa damals verschwunden? Und was ist aus ihr geworden? Die dreiteilige Doku-Serie "Kurzzeitschwester" zeigt den Filmemacher bei seiner aufwühlenden Suche nach seiner verlorenen Schwester und gewährt dabei tiefe Einblicke in das bewegende Gefühlsleben einer Familie, die bis heute mit einer schicksalhaften Entscheidung zu kämpfen hat. Rückblende. 2002 ist Philipp fünf Jahre alt, seine Schwester Vanessa vier. Sie spielen zusammen, streiten zusammen, laufen Händchen haltend durch den Garten. Sie sind Geschwister und doch irgendwie nicht: Sie verbringen gemeinsame Urlaube in Frankreich, feiern Karneval mit den Eltern, basteln mit dem Großvater. Bis zu dem Moment, in dem Vanessa plötzlich aus Philipps Leben verschwindet. Sechs Jahre ist Philipp damals alt. Genaueres weiß der heute 24-Jährige nicht. Das Thema wurde zum Tabu in seiner Familie, denn Vanessa, die als Pflegekind zu den Lipperts kam, wurde nach zweieinhalb Jahren wieder abgegeben – entgegen aller guten Vorsätze der Familie, Vanessa bei sich aufwachsen zu lassen. In "Kurzzeitschwester" begibt sich Philipp Lippert 17 Jahre nach Vanessas Verschwinden auf die Spuren seiner Familiengeschichte. Er versucht, die Beweggründe zu verstehen, warum seine Eltern Vanessa damals zurückgegeben haben. In intensiven und emotionalen Gesprächen arbeitet Philipp die Familiengeschichte mithilfe seiner Eltern und Großeltern auf. Dabei begegnet er den Traumata seiner Eltern und erfährt zum ersten Mal von ihren (Selbst-)Vorwürfen und Ausflüchten – und ihrer Angst vor Kritik von außen. "Kurzzeitschwester" zeigt seltene und intime Einblicke in das soziale Konstrukt Familie: Es geht um generationsübergreifende Traumata, unterbewusste Wünsche, Schuldgefühle und Versagensängste. Und um Philipps großen Wunsch, seine eigene Familiengeschichte aufzuarbeiten und Vanessa nach all den Jahren wiederzufinden. Wird es ihm gelingen? In Folge 3, "Das Wiedersehen", kann Philipp sein Glück kaum fassen: Er hat seine Schwester Vanessa nach 17 Jahren tatsächlich wiedergefunden und verabredet sich zum Skypen mit ihr. Kurz davor wächst seine Aufregung und Unsicherheit: Mutter Heike, Vater Reinhard und seine Großeltern erzählen ihm davon, wie sie Vanessas Weggabe auch heute noch bedauern. Philipp wird klar, dass seine Familie das dadurch entstandene Trauma immer noch nicht überwunden hat. Und wie wird es Vanessa wohl gehen? Im Skype-Gespräch erzählen sich die beiden von ihrem Leben – Vanessa studiert jetzt soziale Arbeit und lebt mit ihrem Freund zusammen. Überwältigt von den Glücksgefühlen, sich wiedergefunden zu haben, verabreden sich die beiden. Philipp und Vanessa besuchen das frühere Kinderheim, lesen alte Postkarten, tauschen Kindheitserinnerungen aus. Dann stellt Philipp Vanessa seinen mutigen Plan vor: Er will, dass sie ihn und seine Familie im Saarland besucht. Denn durch die Gespräche mit seinen Eltern weiß Philipp, dass Mutter Heike und Vater Reinhard nie wollten, dass der Kontakt abbricht. Ein Wiedersehen würde allen endlich eine echte Chance zur Aussöhnung geben – aber wird Vanessa zusagen?

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Die Kinder Philipp und Vanessa halten sich an einer Reling auf einem Boot fest und schauen sich lächelnd an. Im Hintergrund ist das Meer zu sehen. © Philipp Lippert / DRIVE beta GmbH
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