Heimat ist... op'n Dörp

Bülkau - Bäcker, Bestatter und Biobauer

Sonntag, 13. September 2020, 11:30 bis 13:00 Uhr

Bülkau ist das längste Dorf im Norden, unscheinbar und doch außergewöhnlich. Mitten im Elbe-Weser-Dreieck erstreckt sich der Ort über 14 Kilometer an der Landesstraße 144. Viel Platz gibt es hier für die etwa 900 Einwohner. Überall Wiesen und Weiden, frische Luft von der Nordsee und ein scheinbar endloser Himmel.

Junge Leute ziehen weg

Heile Welt, so scheint es auf den ersten Blick. Doch auch in Bülkau haben inzwischen die meisten Geschäfte Pleite gemacht, Post und Polizei gibt es schon lange nicht mehr und junge Leute ziehen weg. Doch das Dorf stemmt sich gegen die Entwicklung. Um Bülkau für die Jugend attraktiv zu machen, hat die Gemeinde eine groß angelegte Imagekampagne mit Feuerwerk und Junggesellenversteigerung geplant. "Damit der Nachwuchs kommt, muss man vorher erst mal Männlein und Weiblein zusammenbringen", sagen die Organisatoren schmunzelnd.

Zukunftstage und Traditionen

Bei den "Zukunftstagen" will sich der Ort von seiner besten Seite zeigen. Die Hauptverkehrsstraße mitten in Bülkau wird gesperrt, und die Bewohner laden zu einem Picknick an einer 70 Meter langen Tafel. Traditionen werden gepflegt, das Dorfleben ist ausgeprägt, gefeiert wird gern und viel, zum Beispiel beim Schützenfest mit "Grün holen" und "Bunt machen".

Sorge um ortsansässige Betriebe

Das letzte Geschäft in Bülkau führt Bäckermeister Norbert Buck. Das ganze Dorf hofft, dass er den Betrieb noch lange halten kann. Tochter Helena ist mit Spaß dabei, trotz Schlafmangel und Dauerstress am Backofen. Ob sie die Bäckerei weiterführen wird, muss sich noch zeigen.

Tischler Heinz von Rüsten hat sich für magere Zeiten ein zweites Standbein aufgebaut: Er ist der Bestatter von Bülkau. Beim Schützenfest hören alle auf sein Kommando.

Bülkau ist traditionell von der Landwirtschaft geprägt. Landwirt Heinz-Wilhelm Woltmann hat seinen Hof umgestellt auf Biobetrieb. Die Milch von seinen 160 Kühen lässt sich gut vermarkten. Sorge bereiten ihm die Wölfe in der Umgebung. Wild wurde gerissen, auch Schafe. Bisher konnte er seine Kühe schützen. Er stand aber schon einmal einem Wolf Auge in Auge gegenüber.

Redaktion
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