Stand: 18.05.2018 13:57 Uhr  | Archiv

SAP und Personalbericht im Fokus des NDR Verwaltungsrats

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Dr. Dagmar Gräfin Kerssenbrock LL.M., Schleswig-Holstein

In seiner Sitzung am 18. Mai in Hamburg hat der NDR Verwaltungsrat für den NDR den Startschuss zu einem der größten Strukturprojekte der ARD gegeben: der SAP Prozessharmonisierung. Im Rahmen der von den Ländern geforderten Strukturoptimierungen der ARD ist innerhalb des Senderverbunds ein Projekt entwickelt worden, das die Geschäftsprozesse von neun ARD-Anstalten und des Deutschlandradios vereinheitlichen und effizient gestalten wird. „Das SAP Harmonisierungsprojekt ist eine Herkules-Aufgabe von zehn Jahren und wird im Ergebnis etwa 70 Millionen Euro Einsparungen erbringen“, so Dr. Dagmar Gräfin Kerssenbrock, die Vorsitzende des NDR Verwaltungsrates.

Zustimmend nahm der Verwaltungsrat den jährlichen Personalbericht entgegen, der neben einem kontinuierlich steigenden Anteil weiblicher Führungskräfte im NDR auch belegt, dass 85 Prozent aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im NDR für das Programm und die Programmerstellung arbeiten. „Die erneuten Anforderungen der KEF an Personalkonzepte und ihre Vergleichbarkeit wurden umgesetzt und machen gleichzeitig deutlich, dass pauschale Personalkürzungen – wie von der KEF für die ARD in Höhe von 0,5 Prozent pro Jahr gefordert – programmliche Auswirkungen haben werden“, stellte Dr. Gräfin Kerssenbrock fest.

In der Debatte zwischen Ländern und Rundfunkanstalten über programmliche Einsparungen unterstützt der Verwaltungsrat ausdrücklich die Haltung des NDR und der ARD, keine konkreten Einsparvorschläge durch Programmreduzierungen vorzulegen. Das Spar-Ultimatum der Vorsitzenden der Rundfunkkommission der Länder, Ministerpräsidentin Malu Dreyer, an ARD und ZDF, sei konsequent zurückzuweisen. „Der NDR macht Programm für die Menschen in seinem Sendegebiet und die ARD bedient die Vielfalt im Bundesgebiet mit überregionalen Angeboten. Den Menschen diese Angebote auf Zuruf der Politik wegzunehmen, hieße den Funktionsauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu missachten und die Beitragsakzeptanz in der Gesellschaft zu untergraben“, so Dr. Gräfin Kerssenbrock.