Stand: 23.03.2018 17:49 Uhr  | Archiv

NDR Rundfunkrat befasst sich mit Gleichstellung im NDR

Gleichstellung und Diversity im NDR sowie die Darstellung von Frauen und Männern im Fernsehen: Diese zentralen Themen standen am Freitag, 23. März, auf der Tagesordnung des NDR Rundfunkrats, der in Hamburg zusammentrat.

Nicole Schmutte, Leiterin des Bereichs Gleichstellung und Diversity im NDR, konnte Erfreuliches berichten: Der Frauenanteil in Führungspositionen liege nun bei 38 Prozent. Das entspreche einem Plus von 10 Prozentpunkten in den vergangenen fünf Jahren – damit stehe der NDR gut da. Das Ziel sei aber die Parität von Frauen und Männern in allen Berufsgruppen. Um das zu erreichen, gebe es entsprechend der Dienstvereinbarung zur beruflichen Gleichstellung zahlreiche Maßnahmen: So wurden Bewerbungsgespräche für Positionen, in denen Frauen oder auch Männer unterrepräsentiert sind, von den Gleichstellungsbeauftragten begleitet. Seit 2017 gibt es Zielvereinbarungsgespräche auf Geschäftsführungsebene, um den höheren Frauenanteil in Führung und den Weg dorthin klar zu definieren. Für die Vereinbarung von Beruf und Familie bietet der NDR u. a. Eltern-Kind-Büros und Notbetreuungen für Kinder an und arbeitet mit einem Familienservice zusammen.

Prof. Dr. Elizabeth Prommer, Direktorin des Instituts für Medienforschung der Universität Rostock, stellte in der Sitzung dem NDR Rundfunkrat die unter ihrer Leitung entstandene Studie „Audiovisuelle Diversität? Geschlechterdarstellungen in Film und Fernsehen in Deutschland“ vor. Die Studie, initiiert von Schauspielerin Maria Furtwängler, war u. a. durch die ARD Degeto für die ARD beauftragt worden. Die Hauptergebnisse: Frauen seien im Fernsehen und im Kino deutlich unterrepräsentiert. Wenn Frauen vorkämen, dann meist als junge Frauen. Ab einem Alter von Mitte 30 kämen auf eine Frau zwei Männer, ab 50 Jahren drei Männer. Die Welt werde überwiegend von Männern erklärt: Sie seien Experten, Gameshow-Moderatoren, Journalisten und Sprecher.

Bild vergrößern
Dr. Günter Hörmann, Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

Dr. Günter Hörmann, Vorsitzender des NDR Rundfunkrats: „Die Gleichstellung aller Geschlechter ist nach wie vor ein drängendes Thema unserer Gesellschaft. Der NDR arbeitet zielstrebig daran, den Frauenanteil in Führungspositionen zu erhöhen. Damit ist er auf einem guten Weg. Dem Ungleichgewicht im Fernsehen, das auch die Studie der Uni Rostock aufzeigt, wollen die Redaktionen begegnen, indem sie kontinuierlich u. a. Regisseurinnen fördern und vermehrt auf Expertinnen setzen. Der Rundfunkrat kann all diese Maßnahmen nur unterstützen – sie sind ein wichtiger Schritt hin zu einer wirklich offenen und gleichberechtigten Gesellschaft.“

Ein weiterer Tagesordnungspunkt betraf „Wer weiß denn sowas?“ mit Kai Pflaume, Elton und Bernhard Hoëcker: Der NDR Rundfunkrat stimmte einer Fortsetzung des erfolgreichen Quiz‘ zu. Die neuen Folgen, deren Erstausstrahlung im Vorabendprogramm des Ersten zu sehen ist, werden von der Degeto für die ARD beauftragt. Die Verträge für die nunmehr fünfte Staffel umfassen die Produktion von 165 Folgen à 45 Minuten. Die redaktionelle Federführung für „Wer weiß denn sowas?“ liegt beim NDR. Produzent ist die UFA Show & Factual GmbH, Köln.

Zudem beschäftigte sich der Rundfunkrat mit 22 Programmbeschwerden von Zuschauern und Hörern. Diese waren zuvor im Rechts- und Eingabenausschuss beziehungsweise im Programmausschuss behandelt worden. Der Rundfunkrat sah die staatsvertraglich festgelegten Programmgrundsätze in keinem Fall verletzt und wies die Beschwerden ab.