Stand: 27.03.2019 09:39 Uhr  | Archiv

„Dream of the Song“ von und mit Sir George Benjamin beim NDR Elbphilharmonie Orchester

Konzerte: Freitag, 29. März, 20.00 Uhr/Sonnabend, 30. März, 20.00 Uhr,Elbphilharmonie Hamburg

Im Radio: Das Konzert am 29. März ist live auf NDR Kultur zu hören.

Bereits im Alter von sieben Jahren begann das musikalische Wunderkind mit eigenen Kompositionsversuchen, später war er Schüler von niemand Geringerem als Olivier Messiaen. Heute ist Sir George Benjamin einer der gefragtesten Komponisten Englands und steht aktuell im Fokus der Elbphilharmonie-Saison. Mit Werken des frühen 20. Jahrhunderts und einer eigenen Komposition gastiert der Brite nun erstmals beim NDR Elbphilharmonie Orchester. Ebenfalls mit auf der Bühne: die Damen des NDR Chors und Countertenor Bejun Mehta.

George Benjamins Werk „Dream of the Song“, 2015 in Amsterdam uraufgeführt, ist ein Gesamtkunstwerk, dessen Musik filigran und gleichzeitig dicht ist – wie das Spiel von Sonnenlicht auf dem Wasser, unter dem manchmal Fische vorbeihuschen. Als Textgrundlage wählte der Komponist hebräische Poesie des 11. Jahrhunderts sowie Gedichte von Federico García Lorca. „In meiner Partitur“, so Benjamin, „werden die hebräischen Texte – in modernen Übersetzungen ins Englische des Lyrikers Peter Cole – von einem Solo-Countertenor gesungen, während der Lorca im ursprünglichen Spanisch einem kleinen Frauenchor vorbehalten bleibt. Die Orchesterpalette, die diese Stimmen umgibt, ist speziell und absichtlich reduziert.“

Allen Werken des Konzertprogramms ist gemein, dass sie auf ein anderes Kunstwerk oder einen Künstler Bezug nehmen. Benjamin schrieb sein Werk für die Stimme des Countertenors Bejun Mehta. Debussy ließ sich für seine „Trois Nocturnes“ von impressionistischen Gemälden inspirieren und versuchte, wie in den Studien eines Malers, eine einzige Farbe in verschiedenen Besetzungen wiederzugeben. Strawinsky wiederum komponierte seine „Symphonies d’instruments à vent“ zu Ehren des verstorbenen Debussy. Bei Skrjabin schließlich musste ein selbstgeschriebenes, an Nietzsche orientiertes Gedicht herhalten. Während der Dirigent bei der Uraufführung vor der polyrhythmischen, komplexen Partitur kapitulierte, schwärmte der Autor Henry Miller über Skrjabins „La Poème de l’extase“: „Es war wie ein Eisbad, Kokain und Regenbogen!“

Der Musikwissenschaftler Harald Hodeige führt an beiden Abenden jeweils um 19 Uhr in das Programm ein.     

27. März 2019

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