Stand: 07.08.2013 10:17 Uhr

Alles auf Schwarz in Wacken

von Martin Ross, Mediengestalter in Bild und Ton

"Ein sonniger Montag im Juli, nichtsahnend erreicht mich eine E-Mail von meinem Ausbilder mit dem ungefähren Inhalt: "Wer hat Bock auf Wacken?!" Die Entscheidung für mich zurückzuschreiben hat sicher keine Minute gedauert - schnell den Terminkalender gezückt und geantwortet.

Da es für mich das erste Mal war, dass ich nach Wacken fahren würde, wusste ich nicht genau was mich erwartet. Klar kennt man die Berichterstattung und den Medienhype drum herum - aber darauf die Stimmung und die Menschen vor Ort persönlich zu erleben, habe ich mich besonders gefreut."

Tag 1 - Schlammfallen und Kamerakonstruktionen

l. Kolja Robra r. Martin Ross
Reporter Kolja Robra (links) und Mediengestalter Martin Ross (rechts)

Am Donnerstag, den ersten Festivaltag, sind der Journalist Kolja Robra, mit dem ich die folgenden Tage spannende Geschichten erleben sollte, an der für Mediengestalter ungewohnt frühe Zeit, 9:30 Uhr mitten in der Nacht, aus Hamburg losgefahren.

Man sollte meinen, das kleine Stück von knapp 80 Kilometern rockt man in einer Stunde gut durch. Doch nicht nur wir wollten überraschender Weise zum Festival. Je dichter wir dem Dorf kamen, merkten wir schnell "das könnte länger dauern".

Geschafft, endlich - und sogar den Check-in  für die Akkreditierung, wo wir unsere Einlassbänder und Crewzugänge bekamen, gefunden. Nur einen Moment später rief der Aufnahmeleiter an, Kolja sollte einen Hubschrauberflug über das Gelände machen. Also schnell das Equipment vorbereitet und dann kam auch schon der Shuttlebus zu einer Schule, von dessen Sportplatz der Heli starten sollte.

Unfreiwillige Wacken-Rundfahrt

In der Zwischenzeit hatte ich alle Hände voll damit zu tun mich auf dem Festivalgelände mit dem Wagen zurecht zu finden. An fast jeder Abbiegung gibt es Kontrollen und das gesamte Dorf wurde zu einer einzigen Einbahnstraße umgebaut: Das heißt wenn man einmal zu weit gefahren war, durfte man etwa 15 Minuten den gesamten Kreis noch einmal fahren.

Das NDR Auto versinkt im Schlamm.
Das NDR Auto versinkt im Schlamm.

Auf dieser beschaulichen Sightseeing-Tour durch Wacken, musste man nicht nur genau aufpassen in welche Backstageeinfahrt man soll, sondern auch darauf keinen der 80.000 Metalheads umzufahren, die sich überall mehr oder minder im Besitz ihrer geistigen Kräfte befanden.

Der Weg wurde schließlich gefunden und auch das Ziel. Ein freundlich winkender Guard wies mir einen Crewparkplatz zu. Einen Wimpernschlag später schon steckte der nicht grade offroadtaugliche Ford Focus Kombi im Schlamm und verweigerte beleidigt die Weiterfahrt. Der Focus Zombie zuckte noch ein wenig unkontrolliert und dann war alles vorbei: Aussteigen, die Kiste stehen lassen und zu Fuß zum Produkionskomplex.

Eine GoPro-Kamera
Die Anbringung einer GoPro-Kamera, um den Sonnenauf- und untergang über dem Festivalgelände festzuhalten.

Wie fängt man den Sonnenuntergang ein?

Dort angekommen wartete der Kollege auch schon und wir begannen Positionen für die Zeitrafferaufnahmen zu suchen, die wir für Sonnenauf- und untergänge brauchten. Die Positionen waren schell gefunden. Nur die Erlaubnis zu bekommen, etwas an den einen oder anderen Stand anzubringen, dauerte ewig. Grünes Licht zum Anbringen von zwei GoPros-Kameras: eine in Richtung Sonnenauf- und eine in Richtung Sonnenuntergang. Auch wenn die Konstruktion etwas abenteuerlich aussah, hat alles wunderbar geklappt.

Blick über das Wacken-Festivalgelände
Die Aussicht kann sich sehen lassen - Ein Blick über das Wacken-Festivalgelände.

Zeitraffer Aufnahmen brauchen Zeit, viel Zeit und "was kann man mit der so 'gewonnenen' Zeit am besten anfangen?" - das brauchte ich mich überhaupt nicht zu fragen, denn Headliner Rammstein stand schon in den Startlöchern. Nur noch kurz ein paar Backstageaufnahmen von der Band für die Doku und dann mit fast dem ganzen Team nach vorne und eine großartige Show genießen.

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