Ein Landwirt düngt mithilfte der Schleppschlauchtechnik ein Feld. © dpa-Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte

Uni Rostock erforscht Dünger aus Schlachtabfällen

Stand: 02.07.2021 15:34 Uhr

Phosphor ist ein wichtiger Dünger für die Landwirtschaft. An der Universität Rostock wird nach neuen Quellen des knappen Rohstoffs gesucht.

Ohne Phosphor wächst kaum eine Pflanze. In der Landwirtschaft spielt Phosphor deshalb eine wichtige Rolle als Dünger. Die weltweiten Phosphor-Vorräte sind jedoch begrenzt. An der Universität Rostock wird deshalb erforscht, Phosphor zu recyceln und effizienter zu nutzen. Dazu könnten beispielsweise Tierknochen genutzt werden. Die Rostocker Forscher haben Schlachtabfälle zu Kohle verarbeitet und Feldern ausgestreut. Knochen bestehen zu einem großen Teil aus Phosphor, sagt Peter Leinweber, Professor an der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen Fakultät. Schlachtabfälle zu verarbeiten, sei eine ganz neue Herangehensweise, um Phosphor zurückzugewinnen. Die Knochen werden pyrolysiert, also unter Sauerstoff-Abschluss erhitzt. Das Resultat ist Knochenkohle. Sie wir mit Schwefel angereichert.

Kleine Kugeln im Saatgut

Um den so gewonnenen Dünger zu testen, haben die Forscher ihn zu kleinen Kugeln verarbeitet und mit Saatgut vermischt. So gelangt der Dünger dichter an die Wurzel heran und kann besser von der Pflanze aufgenommen werden. Getestet wird der Recycling-Dünger auch von einigen Landwirten in Mecklenburg-Vorpommern und in Brandenburg. Der Bauernverband begrüßt die Forschung, befürchtet allerdings, dass der neue Dünger wegen der aufwendigen Produktion teurer sein wird als der herkömmliche.

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NDR 1 Radio MV | 02.07.2021 | 12:00 Uhr