Stand: 06.12.2018 06:39 Uhr

Soul mit Orchester: Stefan Gwildis bei Hamburg Sounds

von Petra Volquardsen

Zu seinem 60. Geburtstag hat sich Stefan Gwildis einen Traum erfüllt und ein Best-of seiner Songs mit philharmonischem Orchester aufgenommen. Vor kurzem ist er mit diesem Programm in der Elbphilharmonie aufgetreten. Bei Hamburg Sounds im Rolf-Liebermann-Studio am Mittwoch hatte er das Landesjugendorchester Hamburg dabei.

Halleluja - was für ein toller Hamburg Sounds-Abend! Die Musikerinnen und Musiker des Landesjugendorchesters Hamburg nehmen die gesamte Bühne im Rolf-Liebermann-Studio ein, Stefan Gwildis' vierköpfige Band sitzt schon fast im Zuschauerraum. Später kommt noch der Chor Young Spirits dazu. "Mach die Musik so laut du kannst", singt Stefan Gwildis zum Auftakt und sorgt dafür, dass das Publikum gleich beim ersten Lied begeistert mitklatscht. Im dunkelroten Anzug steht der Sänger gewohnt lässig auf der Bühne. "Dass ihr es geschafft habt, hier heute Abend herzukommen, das finde ich gut", singt er ins Mikrofon und begrüßt - ebenfalls singend - einzelne Konzertgäste, wie Christiane aus Fuhlsbüttel oder Kerstin aus Kiel.

Lässiger Entertainer

"Seid ihr bereit für einen Lovesong?", fragt Stefan Gwildis das Publikum. Die erste Liebeserklärung des Abends geht allerdings nicht an eine Frau, sondern an "Mein Meer". In "Wundervolles Wunder" besingt Gwildis die Geburt seines Sohnes - und widmet das Lied allen Hebammen. Dem Song "Handvoll Liebe", in dem er sein Rezept für ein harmonisches Zusammenleben beschreibt, schickt Stefan Gwildis ein Plädoyer für unsere Demokratie voraus: "Jede Kritik ist erlaubt, sofern sie nicht mit einem Hitlergruß gekrönt ist."

Zwischen den Songs schnackt der Soulsänger mit dem Publikum, erzählt unter anderem von der "hanseatischen Meditationsform", die er schon als Kind mit seinem Vater und seinem Bruder am Hafen praktiziert hat: "Poller hocken, Schiffe gucken, Schnauze halten". Als er sich einmal kurz versingt, macht er kurzerhand eine Preisfrage daraus: "Die aufmerksamen Zuhörer werden festgestellt haben, dass der Sänger eine Zeile falsch gesungen hat." Ulrike in der ersten Reihe weiß, welche Textzeile nicht stimmte und bekommt dafür die aktuelle CD geschenkt.

Stefan Gwildis begeistert bei Hamburg Sounds

Soul-Klassiker mit Streichern und Bläsern

Zwischen 16 und 25 Jahren alt sind die jungen Musikerinnen und Musiker des Landesjugendorchesters Hamburg. Der gemeinsame Auftritt mit Stefan Gwildis ist für sie etwas ganz Besonderes. "Stefan Gwildis ist ein echt toller Typ, der unglaublich professionell arbeitet und trotzdem sehr viel Spaß in die Sache mit reinbringt", findet Johanna, die Geige spielt. Umgekehrt lobt der 60-Jährige das Landesjugendorchester Hamburg in den höchsten Tönen: "Hut ab, was diese jungen Leute leisten und was für einen zauberhaften Klang sie erzeugen, großartig."

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Tolle Stimme, cooler Typ

Als Zugabe pfeifen alle zusammen noch zu "Dock Nr. 10", Gwildis' Version von Otis Reddings "Dock of the Bay". Was seine Fans an Stefan Gwildis so schätzen? Seine Stimme und die coole Hamburger Art. Und wie es ihm gelingt, das Groovige aus dem Original in unsere Sprache zu übersetzen. "Lass ma ruhig den Hut auf", singt er sexyer als Joe Cocker, findet Doris Kuhlmann aus Iserbrook.

Das Konzert im Rolf-Liebermann-Studio gibt es zum Nachhören am Sonntag, den 9. Dezember zwischen 20 und 22 Uhr in der Sendung Hamburg Sounds bei NDR 90,3.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Hamburg Sounds | 09.12.2018 | 20:00 Uhr