Stand: 14.04.2018 19:30 Uhr

Das Hamburger Hafenkonzert in neuem Gewand

Das Hamburger Hafenkonzert kommt zukünftig in einem neuen akustischen Gewand daher. Modern soll die neue Eröffnungsmelodie der ältesten Radiosendung der Welt klingen. "Mit einem maritimem Anstrich und Verbundenheit zu Hamburg", so die Idee von Matthias Heil, der bei NDR 90,3 das sogenannte On-Air-Design gestaltet. "Dabei sind die Michelglocken ein essentieller Bestandteil. Sie waren immer schon Teil der Sendung und werden es auch diesmal wieder sein."

Für die Produktion des neuen "Openers", wie es in der Radiosprache heißt, waren die Techniker von NDR 90,3 extra im Michel vor Ort und haben die Glocken nach modernstem Standard neu aufgezeichnet.

Klingendes Wahrzeichen bei NDR 90,3

Kistenschleppen im Morgengrauen

Die Pforten der Hauptkirche St. Michaelis öffnen an diesem Märzmorgen deutlich früher als sonst. Bereits um 7 Uhr schließt Michel-Mitarbeiter Martin Duckek die Türen zum Turm auf. Die ersten Touristen für die Turmführungen kommen üblicherweise gegen 10 Uhr.

Bevor es mit der Aufzeichnung der Glocken losgehen kann, muss erstmal die ganze Aufnahmetechnik in den fünften Stock geschafft werden - nach oben zu den Glocken. Die ersten 52 Stufen werden von Tontechniker Christoph Büttner und seinem Team zu Fuß bestritten. Für die weiteren Etagen gibt es, Gott sei Dank, einen Fahrstuhl. In den Morgenstunden, so ganz allein im Turm sein zu dürfen, ist ein besonderes Gefühl für alle Beteiligten.

Ein eisiger Panoramablick auf Hamburg

Dann wird die Technik ausgepackt, die Mikrofone und das Mischpult aufgestellt und meterlange Kabelwege gezogen, denn die Aufnahmen finden ein Stockwerk tiefer im Turmboden statt. Trotz Sonnenwetter und wolkenlosem Himmel herrschen Minusgrade. Der eisige Winterwind pfeift durch die Turmfenster und Lüftungsschlitze. Dafür entschädigt der Panoramablick auf einen wunderschönen Hamburger Sonnenaufgang im Hafen.

Glocke vom Michel.

Michel-Glocken läuten fürs Hafenkonzert

Hamburg Journal -

Sonntagmorgens läuft bei NDR 90,3 das Hafenkonzert - und zur Eröffnung erklingt der Michel. Für einen brillanteren Ton sind die Techniker jetzt noch mal in den Turm geklettert.

3 bei 2 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Eines der wichtigsten Arbeitsmittel bei diesem Einsatz sind die Funkgeräte, über die sich die Kollegen auf den verschiedenen Etagen absprechen können. Ein Mitarbeiter steht bei den Mikrofonen direkt neben den Glocken ganz oben im Turm. Ein Stockwerk tiefer sitzen die Techniker mit den Aufnahmegeräten. Noch weiter unten, in der Küsterloge im Kirchenschiff, steuert Tobias Jahn das Glockenspiel. Er ist seit mehr als 25 Jahren Küster in der Kirche St. Michaelis.

Glocken erklingen nicht einfach so

Bild vergrößern
Für die Aufnahmen macht Hauptpastor Alexander Röder eine Ausnahme und auch lässt das große Geläut erklingen.

Die Glocken im Michel dürfen nicht einfach so geläutet werden. "Es gibt eine sogenannte Läuteordnung", erklärt Pastor Röder. "Das heißt, Glocken dürfen tatsächlich nur zu Gottesdiensten läuten und zu besonderen Anlässen." Das kleine Geläut erklingt zur täglichen Mittags-Andacht kurz vor 12 Uhr und bei den normalen sonntäglichen Gottesdiensten. Das große Geläut wird nur an den großen kirchlichen Feiertagen wie Weihnachten und Ostern gespielt - sonst nicht. Für die Aufnahmen von NDR 90,3 und dem Hamburger Hafenkonzert macht Hauptpastor Alexander Röder davon allerdings eine Ausnahme. Ein wenig Stolz erklärt er: "Es ist ein Geläut, das über die gesamte Neustadt geht und deutlich zeigt: Wir sind das Wahrzeichen, das über dem Hafen steht. Aber wir sind auch die Kirche für diesen Stadtteil, also sozusagen die Dorfkirche von der Neustadt."

Nach einem kurzen Ton-Check kann es los gehen

Als erstes wird das kleine Geläut aufgezeichnet. Tobias Jahn legt in der Küsterloge den Schalter für die erste Glocke um. "Die Glocken beim Geläut werden nicht alle gleichzeitig, sondern nach und nach gestartet." Begonnen wird immer mit der Glocke mit dem höchsten Klang. Anderthalb Minuten dauert es, bis eine Glocke voll ausschwingt. Insgesamt klingt das kleine Geläut etwa zehn Minuten lang. Danach wird es besonders spannend. Für unsere Aufnahmen lässt Pastor Röder auch das große Geläut erklingen, das wieder mit der höchsten Glocke beginnt und mit dem tiefen Klang der Jahrtausendglocke von 2008 endet. Im Anschluss daran dürfen wir auch noch jede Glocke einzeln aufnehmen.

Ein neuer Klang aus Hamburgs Wahrzeichen

Viele der Glocken, die im Turm hängen, haben ihre ganz eigene Geschichte. Hauptpastor Röder freut sich, dass die Michel-Glocken nun auch ein Teil des neuen Klangs von NDR 90,3 sind und künftig - im wahrsten Sinne des Wortes - das Hamburger Hafenkonzert einläuten werden. "Die Sendung kenne ich schon aus Kindertagen. Als Kind habe ich zusammen mit meinem Großvater immer das Hafenkonzert gehört", erinnert sich Pastor Röder. Ein Hamburger Wahrzeichen als Teil der ältesten Radiosendung der Welt - mehr Hamburg geht nicht!

Weitere Informationen

Der Michel - Wahrzeichen und Touristenmagnet

Die Besteigung des Michel-Kirchturms ist ein Highlight jedes Hamburg-Besuchs. Urlauber sollten aber unbedingt auch einen Blick in das barocke Innere und die Krypta werfen. mehr

Acht Töne für Hamburg, ein neuer Klang für Sie!

10.04.2018 05:00 Uhr

In NDR 90,3 steckt jetzt noch mehr Hamburg: Das NDR Elbphilharmonie Orchester hat die Erkennungsmelodie von Ihrem Stadtradio neu eingespielt. mehr

Das Hamburger Hafenkonzert

Das erste Hamburger Hafenkonzert wurde 1929 ausgestrahlt. Es ist jeden Sonntag um 6 Uhr und jeden Dienstag ab 20 Uhr in der Wiederholung zu hören. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Hamburg Journal | 14.04.2018 | 19:30 Uhr