Stand: 27.02.2019 17:23 Uhr

"Wir sind Chronisten der Stadt"

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Sabine Rossbach, Direktorin des Landesfunkhauses Hamburg, spricht über die neue Veranstaltungsreihe "Vor Ort".

Bei der Veranstaltung "Vor Ort" haben Hamburgerinnen und Hamburger die Möglichkeit ganz persönlich die Mitarbeiter von NDR 90,3 und dem Hamburg Journal direkt vor Ort zu treffen und mit ihnen über das Angebot und die Arbeit des Landesfunkhauses Hamburg ins Gespräch zu kommen. Über den Austausch mit dem Publikum, Wünsche und Kritik ans Programm und über Geschichten hinter den Geschichten, erzählt Sabine Rossbach, Direktorin des Landesfunkhauses Hamburg.

NDR.de: Das Landesfunkhaus Hamburg präsentiert sich mit der neuen Reihe "Vor Ort" ganz persönlich in einzelnen Stadtteilen. Warum machen Sie das?

Sabine Rossbach: Wir möchten mit unseren Zuschauerinnen und Zuschauern und unseren Hörerinnen und Hörern intensiver und vor allem ganz persönlich ins Gespräch kommen. Dabei sind wir es, die zuhören: Was wir noch besonders erklären müssen, was wir in dem einen oder anderen Stadtteil übersehen haben. Das ist ein schöner, auch kritischer, aber sehr unmittelbarer Austausch mit denen, für die wir unser Programm machen.

Sie haben beim Auftakt nach Schnelsen ins Freizeitzentrum eingeladen. Rund 100 Gäste kamen. Sind Sie mit einem Bündel an neuen Themen zurück ins Landesfunkhaus gekommen?

Rossbach: Ja. Wir haben aus Schnelsen ein paar bemerkenswerte Themen mitgebracht. Es ging um Verkehrsprobleme vor Ort, es kam der Hinweis, dass wir unsere Veranstaltungstipps mehr öffnen sollten für kleinere Kulturbetriebe, es wurde gefragt, warum wir im Radio so viele Titel immer wiederholen. Richtig auseinander gingen die Meinungen, als es um die Erkennungsmelodie des Hamburg Journals ging: Einige finden sie nicht mehr zeitgemäß, andere möchten, dass sie bleibt. Zur Musikauswahl bei NDR 90,3 gab es viele Fragen. Auch ganz konkret der Wunsch, mal einen Song von Frank Sinatra ins Programm zu nehmen.

Und haben Sie einige der Anregungen schon aufgenommen?

Rossbach: Wir haben Frank Sinatra gespielt - und zugleich eine Vielfalt-Kategorie für NDR 90,3 eingerichtet, so dass unser Publikum auch wieder Titel hört, die wir lange nicht im Programm hatten. Und zur Erkennungsmelodie des Hamburg Journals, die ja aus Brahms Erster Sinfonie stammt, planen wir nun eine Umfrage.

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Rossbach: Wir sind Chronisten der Stadt. Alles, was in Hamburg - und auch in der engeren Nachbarschaft passiert - findet man in unserem Programm sowohl im Radio als auch im Fernsehen wieder. Wir sind nah dran an den Menschen, die hier leben. Das ist unser Alleinstellungsmerkmal. Wir versuchen, umfassend zu berichten, kritisch zu hinterfragen und zu informieren, damit sich unser Publikum ein eigenes Bild machen kann. Wir sind aber nicht nur für die harte Nachricht da, sondern transportieren auch ein Hamburg-Gefühl.

Wie setzen Sie das im Programm um?

Rossbach: Mit unserem Radioprogramm NDR 90,3 sind wir in Hamburg der Sender, der die längsten Nachrichten morgens hat. Wir senden acht bis zehn Minuten Nachrichten aus dieser Stadt, natürlich auch aus der Welt und aus Deutschland, aber immer mit einem Fokus auf Hamburg. In unserer Frühsendung kommen die Themen des Tages vor. Wir haben eine Stunde Kultur am Abend, das macht uns keiner nach. In den Treffpunkt Hamburg-Sendungen vertiefen wir ein aktuelles Thema und lassen außerdem Menschen mit spannenden Geschichten unter dem Motto Stadtgespräch zu Wort kommen. Auch im Hamburg Journal bilden wir das Leben der Stadt ab - Kultur, Sport, Gesellschaft, Unterhaltung und natürlich Politik. Wenn etwas in der Bürgerschaft passiert, dann sind wir da. Wir bleiben zum Beispiel auch bis zum Ende in den Bürgerschaftssitzungen und gehen auch in die Ausschüsse. Und in unserer Reportage-Reihe um 18.15 Uhr widmen wir uns vielen Themen und Menschen ausführlich.

Und Sie schauen hinter die Geschichten …

Rossbach: Die investigative Recherche ist uns sehr wichtig. Wir bleiben an Themen dran und bilden Rechercheteams aus den Bereichen Hörfunk, Fernsehen und Online. Wir arbeiten mit Fachressorts - also Landespolitik, Wirtschaft, Sozialpolitik - und haben dadurch Experten im Haus, die sich sehr gut auskennen und gut vernetzt sind. Das gilt auch für unsere Stadtteilreporter, die sich in ihren Bezirken sehr gut auskennen und auch mal eine Information zugespielt bekommen.

Mit der neuen Reihe "Vor Ort" suchen Sie den direkten Dialog zu ihrem Publikum. Das Landesfunkhaus Hamburg ist aber auch mit anderen Aktivitäten in der Hansestadt erlebbar ...

Rossbach: Ein hoher "Feiertag" in Hamburg ist ja der Hafengeburtstag. Da machen wir im Fernsehen jedes Jahr drei bis vier Sondersendungen. Wir sind mit NDR 90,3 vor Ort, haben eine Bühne, die wir bespielen. Ganz besonders stolz sind wir auf unsere Sommertouren. Dreimal im Jahr sind wir in der Stadt mit einer großen Bühnenshow unterwegs in Stadtteilen, die sonst nicht so im Fokus der Öffentlichkeit stehen. Wir berichten dann aus den Stadtteilen intensiv und bewegen die Menschen dort, bei der Stadtwette als Team gemeinsam gegen den NDR anzutreten. Im Anschluss feiern wir alle gemeinsam eine kunterbunte Party.

Das Interview führte Bettina Brinker, NDR.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | 28.02.2019 | 18:00 Uhr

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