Verkehrsmeldungen für Schleswig-Holstein
Staus, Baustellen, Gefahrenhinweise - die aktuelle Verkehrslage mehr
Der Norden - die nordfriesischen Inseln und Halligen, die Marsch, die Geest, das östliche Hügelland mit seinen Fjorden: das ist das Gebiet, aus dem das Studio Flensburg berichtet. Seit über 60 Jahren betreut das älteste Studio in Schleswig-Holstein den Landesteil Schleswig und blickt auch über die Grenze ins südliche Dänemark.
Eine Gruppe Touristen unternimmt eine Wattwanderung.
In den Kreisen Nordfriesland und Schleswig-Flensburg sowie der Stadt Flensburg leben 440.000 Menschen, eine viertel Million sind es nördlich der Grenze in Sütjütland. Im nördlichsten Zipfel Deutschland erstreckt sich zwischen dem Wattenmeer, der Schlei und der Flensburger Förde eine einmalige Naturlandschaft. Es ist auch ein besonderer Kulturraum. Ihn prägt vor allem das Miteinander von (Platt-)Deutschen, Dänen und Friesen. Es ist ein Gebiet mit viel Geschichte, es war eines, das lange von der Landwirtschaft dominiert war. Fremdenverkehr, Schiffbau sind heute fast traditionell zu nennen. Alternative Energien, Dienstleistung und IT-Anbieter sind inzwischen neben dem Handwerk die wirtschaftlichen Motoren im Norden.
Studioleiter Werner Junge und die Fernsehcrew des NDR Studios in Flensburg: Maren Grünewald, Karin Henningsen und Jan Gömer (v.l.n.r.).
Rund ein Dutzend Mitarbeiter haben ihre Büros und Studios in dem Rundbau an der Friedrich-Ebert-Straße 1 in Flensburg. Selten sind sie alle dort anzutreffen. Der Kamerawagen rollt huckepack auf dem Sylt-Shuttle zu Aufnahmen auf die Insel, von Dagebüll geht es mit der Fähre nach Amrum oder mit der Lore durchs Watt nach Oland, während in Kappeln der Ü-Wagen aus Kiel für den Reporter aus Flensburg die Satellitenantenne einrichtet. Studio Flensburg ist in der Region zu Hause, vor Ort, um zu recherchieren, informieren und zu unterhalten. Studioleiter in Flensburg ist Werner Junge. Für den Hörfunk berichten Annegret Ströh, Birte Steuer, Peer-Axel Kroeske, Jörg Jacobsen und Sebastian Parzanny. Für unsere friesischen Beiträge, für Sport und Gericht gibt es weitere Mitarbeiter. Maren Grünewald, Karin Henningsen und Jan Gömer bilden das Fernsehteam. Wie für den Hörfunk gibt es auch ein live fähiges volldigitalisiertes Fernsehstudio. Um die Technik und vieles weitere kümmert sich Wolfgang Gerlach. Klaus Huse hütet das inzwischen denkmalgeschützte Studiogebäude.
Die Außenansicht des NDR Studios in Flensburg in der Friedrich-Ebert-Straße Nr. 1.
Jeden Werktag entstehen in dem runden Bau neben dem Deutschen Haus in Flensburg um 12.30 und 16.30 Uhr Nachrichten für die Region. Jeden Tag liefert das Studio Berichte für das Programm von NDR 1 Welle Nord, immer wieder für den gesamten NDR und die ARD. Über 2.000 Interviews, Berichte, Reportagen werden jährlich produziert. Seit dem Jahr 2000 ist Flensburg auch Fernsehstandort. Kaum ein Tag vergeht, ohne dass ein Film aus Flensburg zum Beispiel im Schleswig-Holstein Magazin läuft. Mit den dänischen Kollegen von TV Syd kooperieren die Flensburger. Wenn Frank Elstner im Norden Urlaub macht und etwas produzieren muss, nutzt er das Hörfunkstudio. Wöchentlich wird das Programm mit den Redaktionen von Hörfunk und Fernsehen im Landesfunkhaus Schleswig-Holstein in Kiel geplant, täglich aktualisiert, stündlich reagiert, wenn in der Förde ein Wal auftaucht, es in der Würstchenfabrik in Böklund brennt oder in Husum der "Blanke Hans" die Stadt bedroht.
Historie: NDR Reporter Max Rehbein interviewt am 1. Juni 1952 Ministerpräsident Friedrich-Wilhelm Lübke in Sankelmark.
Das Studio Flensburg ist die Keimzelle des NDR in Schleswig-Holstein. Sein Vorläufer, der Nordwestdeutsche Rundfunk (NWDR), entschied sich 1950, das erste Studio nördlich von Hamburg an der deutsch-dänischen Grenze in Flensburg aufzubauen. Es sollte, so der damalige Intendant Adolf Grimme, dem Norden eine Stimme geben, auch südlich der Elbe auf die große Flüchtlingsnot im Norden aufmerksam machen und Brücken nach Dänemark bauen. Am 23.Dezember 1950 wurde aus dem zum Studio umgebauten ehemaligen Musikpavillon des Deutschen Hauses der erste Beitrag nach Hamburg geschickt. Mit der damals neuen UKW-Technik war es von 1951 an möglich, Radio zu regionalisieren. Am 16. Mai 1951 wurde die erste Sendung "Von Binnenland & Waterkant" für Schleswig-Holstein aus Flensburg übertragen. 1965, inzwischen hatte sich der NWDR in den NDR und den WDR aufgeteilt, entstand ein Studio in Kiel. Damit war Flensburg "nur noch" für den Norden des Landes zuständig. 1970 wurde das Studio Kiel zum Funkhaus.
Bis 1981 blieb Flensburg das einzige Regionalstudio. Mit dem Aufbau der Landesprogramme kamen dann Lübeck, Heide und Norderstedt dazu. Das Haus an der Friedrich-Ebert-Straße 1 ist zwar mit modernster Technik ausgestattet jedoch in seiner Substanz und vielen baulichen Details noch original im Zustand der 1950er Jahre erhalten. So hängen in einigen Büros noch Lautsprecher mit dem Logo des NWDR. 2007 wurde das Haus deshalb unter Denkmalschutz gestellt.