Stand: 21.09.2016 18:00 Uhr

Taxi Jan Malte: Lauf in Lübeck

Als ob Taxi Jan Malte eine Verabredung mit dem guten Wetter hätte. Auch am dritten Tag der Aktion für den guten Zweck scheint die Sonne und Lübeck präsentiert sich von seiner besten Seite. Ein gut gelaunter Jan Malte trifft als Taxifahrer auf sehr spendable Fahrgäste. Zusammen mit den Lübecker Funktaxen fährt Taxi Jan Malte schließlich 1.803,92 Euro für die Früh- und Neugeborenenstation des UKSH Lübeck ein.

Jan Malte Andresen sitzt mit einem Mann im Taxi. Der Mann lächelt. © NDR

"Fragen im Wagen" im Guido

NDR 1 Welle Nord -

Guido landet spontan im Taxi Jan Malte. Auf der Fahrt nach Travemünde spielt Jan Malte ihm eine Runde "Fragen im Wagen" - eine große Freude für den Manager eines Panorama-Schiffs.

4,89 bei 9 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Sie umsorgen die kleinsten Erdenbürger

Auf der UKSH-Station herrscht "helle Begeisterung" darüber, dass Taxiunternehmer Claus-Peter Kettner sie als Spendenempfänger ausgewählt hat. Das Team betreut Frühgeborene und kranke Neugeborene, die nicht mehr beatmet werden müssen. Ein besonderes Anliegen der Mitarbeiter ist der intensive Kontakt zwischen Kindern und Eltern. Sie helfen den Eltern dabei, ihr Neugeborenes zu pflegen, zu versorgen und zu fördern.

Videos aus dem Taxi
02:57
02:30
02:19

Lebensgeschichten aus dem Taxi

Jan Malte ist beeindruckt: "Es ist jeden Tag aufs Neue bemerkenswert, welche großartigen Menschen zu mir ins Taxi steigen." Wie zum Beispiel Marcus Seja, ein Mensch mit Handicap, wie er selbst erklärt. Seine Liste an Krankheiten sei lang. Obwohl Marcus selbst nicht viel Geld hat, unterstützt er die Aktion gerne. Auch das bezaubernde Ehepaar Domschke, das einst die Weltmeere befuhr, erzählt spannende Geschichten. Gemeinsam waren sie jahrelang auf Containerschiffen unterwegs: in China, Buenos Aires, Südamerika und vielen anderen Ländern. Ralf Domschke war Kapitän und hatte seine Frau Marianne als Funkerin mit an Bord. Die erste Fahrt des Tages macht Jan Malte mit Ursel Pahl: einmal zum Geld holen von Lübeck nach Bad Schwartau. "Damit sich die Fahrt auch lohnt", lacht sie und gibt am Ende der Fahrt obendrauf noch ein ordentliches Trinkgeld für den guten Zweck.

Es kommt nicht auf die Länge an

"Lübeck ist eine Stadt, in der ich die Leute schnell zum Ziel bringen kann", freut sich Jan Malte bevor er sich am Morgen hinter das Steuer seines Taxis setzt. So leicht geht sein Plan nicht auf. Die Fahrgäste in Lübeck wollen nach Bad Schwartau, nach Travemünde oder vom Timmendorfer Strand abgeholt werden. "Die vielen, vielen Einbahnstraßen in der Hansestadt haben meinen Orientierungssinn ganz schön auf die Probe gestellt", räumt Jan Malte schließlich ein. Am Ende des Tages stehen mehr als 160 gefahrene Kilometer auf seiner Uhr.

Feierabend und Kassensturz

Bild vergrößern
Nach einem erfolgreichen Tag in Lübeck werden dem UKSH 1.803,92 Euro übergeben.

Der Feierabend für das Taxi Jan Malte ist jedes Mal aufregend, dann werden die Spenden übergeben. "Mit dem Geld werden wir Eltern dabei unterstützen, die Bindung zu ihren frühgeborenen Kindern aufzubauen", erklärt Prof. Dr. Christoph Härtel vom UKSH. "Wir wollen spezielle Liegestühle kaufen und Stillsitze, um den Eltern die Zeit so angenehm wie möglich zu machen." In den Spendentopf kommt alles, was Jan Malte mit seinen Taxifahrten "verdient" - die Spenden vieler Lübecker, die Jan Malte Geld zugestecken. Und eine großzügige Spende von 800 Euro von den Lübeckern Funktaxen. Insgesamt gehen 1.803,92 Euro an die Frühchenstation des UKSH.

Anschnallen, bitte - Jan Maltes Taxi-Blog

  • 17 Uhr - Speed-Runde zum Abschluss

    Kurz vor Feierabend geht es nochmal rund im Taxi. Jan Malte läutet eine Speed-Runde ein. Rein ins Taxi, einmal um den Pudding, Geld abgeben und "Nächster, bitte!" Der letzte Fahrgast des Tages ist Mirko. Geduldig wartet er, bis er endlich an der Reihe ist.

    Als eingefleischter Taxi-Jan-Malte-Fan ist das für ihn aber kein Problem. Mit einem freudigen "Bis morgen in Eutin", verabschiedet er sich. Und wir sagen: "auf Wiedersehen!"

  • 16 Uhr - Teamwork mit dem UKSH

    Der Taxistand am Klingenberg verwandelt sich in ein kleines Mekka für den guten Zweck. Nicht nur, weil das Taxi Jan Malte hier regelmäßig vorbeischaut, sondern auch, weil das UKSH einen Stand aufgebaut hat, um die Menschen über seine Arbeit zu informieren. Während die Kinder am Glücksrad drehen, erfahren die Großen, wofür sich Jan Malte in Lübeck einsetzt und wie sie selbst die Aktion unterstützen können. Eine Spendendose für die Früh- und Neugeborenenstation des UKSH steht natürlich auch bereit.

  • 15.15 Uhr - Raus aus der Stadt, rein ins Gewerbegebiet

    Taxi Jan Malte wird zu IC Industrieelektronik gerufen. Das Unternehmen stellt unter anderem elektronische Steuerungen für Abwassertechnik her. Die Mitarbeiter haben zwar gut zu tun, möchten aber trotzdem ihren Teil zum Lübecker Spendenerfolg beitragen. Also sammeln sie im Team und rufen Taxi Jan Malte, um die Spende abzuholen. 154,50 Euro landen so im Spenden-Portemonnaie.

  • 14 Uhr - Taxi Jan Malte wird zur Werbeplattform

    Der 18-jähirge Marco Beck nutzt eine Fahrt mit Jan Malte Andresen, um ein bisschen die Werbetrommel für ein Musical, bei dem er die Regie führt, zu rühren: die drei Musketiere. Das läuft vom 30. September bis zum 2. Oktober an der Grund- und Gemeinschaftsschule St. Jürgen in Lübeck. Sein Traum ist es, später einmal Muscialstar zu werden. Klar, dass er eine Kostprobe abgeben muss. Plötzlich verwandelt sich Marco in ein "musical-singendes Navigationssystem".

  • 13.30 Uhr - Hannelore möchte unbedingt helfen

    Hannelore Bajohr hört im Radio, dass Jan Malte in Lübeck für den guten Zweck Taxi fährt. Kurzerhand greift sie zum Telefonhörer und bestellt das Taxi zu sich nach Hause, um eine Spende abzugeben. Auch wenn sie selbst nicht viel hat, möchte sie die Frühchenstation unterstützen. Nach dem Kurzbesuch bei Hannelore und ihren zwei Dackeln ist das Taxi um ein Säckchen voll mit Münzen und ein paar Scheinen reicher. Lieben Dank dafür!

  • 13.10 Uhr - lebensfroh und hilfsbereit, das ist Marcus Seja

    "Wir treffen uns heute zum dritten Mal", schallt es Jan Malte entgegen. Marcus Seja aus Lübeck erzählt freudestrahlend von alten Tagen auf der Kieler Woche: Wie er und Jan Malte sich einst beim Shania Twain getroffen haben. "Du standst am Tresen mit einem Glas Rotwein." Jan Malte etwas verlegen: "Ich war beim Shania Twain Konzert? Vielleicht waren es ein paar Rotweine mehr. Ich kann mich nicht erinnern." Marcus nimmt es ihm nicht übel - ist auch echt schon lange her. Er sagt, er sei ein Mensch mit Handicap und einigen Krankheiten: Probleme mit den Knochen, Allergien, ein künstlicher Darmausgang. Aber Marcus wirkt unerschütterlich und durch und durch optimistisch auf der Fahrt zum Bahnhof. Dort trifft er seine Mutter auf eine heiße Schokolade im "Time Out".

  • 12.45 Uhr - Früher fuhren sie zur See, heute fahren sie Taxi

    Das Taxi Jan Malte ist kurz vor der Abfahrt, als es an der Scheibe klopft und zwei bestens gelaunte Menschen hineinschauen. "Fahren Sie auch kurze Strecken?", fragen sie. Eigentlich hat Jan Malte schon einen neuen Auftrag, aber eine kurze Routen-Recherche ergibt, dass das Ziel des Ehepaares auf dem Weg liegt. Dann mal schnell hinein mit den beiden. Es sind Marianne und Ralf Domschke - ehemalige Seefahrer. Auf Containerschiffen schipperten sie Jahre lang über die Weltmeere. Von Hamburg nach Buenos Aires, nach China und Südamerika - und heute geht es eben vom Klingenberg mit dem Taxi nach Hause. Die Wege ändern sich, aber die gute Laune ist immer noch dieselbe.

  • 12 Uhr - Zwei Schnapszahlen unter sich

    Zur Mittagszeit geht es nach Timmendorfer Strand. Dort wartet Heidemarie Koch. Sie möchte zum UKSH nach Lübeck. Da sie stark sehbehindert ist, kann sie nicht wirklich nach dem Taxi Jan Malte Ausschau halten. Damit wir sie gut erkennen, trägt sie einen auffälligen Hut. "Ich mag Hüte", daraus macht sie kein Geheimnis. Zum Geburtstag hat sie von ihren Kindern einen Strandkorb geschenkt bekommen. Eine riesige Freude ist das für sie: "Ich liebe es morgens und abends in meinem Strandkorb zu sitzen." Beim Thema Entspannung steigt Jan Malte direkt mit ein. Die beiden verstehen sich prächtig. Das liegt vermutlich auch ein bisschen am Alter: Heidi ist 66 und Jan Malte 44 - so ein Schnapszahl-Alter verbindet, da sind sie sich einig.

  • 11.20 Uhr - 20 Euro aus Südhessen

    Was für ein herzlicher Besuch: Eberhard und Angelika Braasch aus Südhessen machen zurzeit Urlaub in Lübeck. Er lebte einst auch in der Stadt. Heute waren sie bei der Physiotherapie - und als es um die Rückfahrt ins Hotel ging, hat der Therapeut prompt das Taxi Jan Malte empfohlen. Das ist leider gerade unterwegs. "Warten wollen wir nicht, aber 20 Euro würden wir trotzdem gern spenden", sagen sie.

  • 10.30 Uhr - Geld aus Bad Schwartau ist schöner

    Schöner kann die erste Fahrt des Tages kaum sein: Ursel Pahl aus Bad Segeberg ruft sich das Taxi Jan Malte: "Einmal nach Bad Schwartau zum Geld holen, bitte." Sie findet, dass es dort schöner ist und außerdem lohne sich die Fahrt dann auch mehr. Nebenbei verrät sie Jan Malte noch, dass sie Musik liebt und in jedem Zimmer ein Radio hat - außer im Bad. Am Ende zeigt das Taxameter 30,90 Euro. Ursula rundet großzügig auf und steckt Jan Malte einen 50-Euro-Schein zu.

  • 10 Uhr - Taxi-Kaffee-Symbiose

    Pünktlich um 10 Uhr heißt es Abfahrt für Aushilfstaxifahrer Andresen. "Ausgeschlafen bin ich, aber ein Taxifahrer ohne Kaffee, das geht doch nicht", findet er und verschwindet auf dem Fahrersitz. Die erste Tour des Tages führt ihn nach Bad Schwartau.

  • 9.45 Uhr - Micha gibt sein Taxi her

    Gerade mal 2.900 Kilometer hat Jan Maltes heutiges Taxi auf dem Tacho. "Das ist quasi nigelnagelneu", erklärt Michael Behling, dem eigentlichen Fahrer des Wagens. Angst um sein gutes Stück hat er aber keine: "Vor zwei Jahren habe ich ihm ja schon einmal ein Taxi von mir geliehen. Das kam auch heil wieder." Bevor Jan Malte zur ersten Fahrt aufbricht, zeigt ihm Michael aber doch nochmal die Besonderheiten seines Taxis.

  • 9.30 Uhr - Die ersten Aufträge rufen

    Kaum ist Jan Malte Andresen am Klingenberg angekommen, wird er schon von Claus-Peter Kettner von den Lübecker Funktaxen in Empfang genommen. "Moin, wir haben schon vier Buchungen", freut er sich. Hier in Lübeck hat alles seine Ordnung - für jede Buchung gibt es einen extra gelben Zettel. Dann drücken wir mal die Daumen, dass die im Taxi nicht verlorengehen. Claus-Peter Kettner erklärt noch, warum sie sich gerade die Frühchenstation am UKSH als Spendenempfänger ausgesucht haben: "Wir haben einen sehr intensiven Kontakt zum UKSH, darum liegt es nahe, dass wir auch für eine Station dort spenden. Wir wollen heute die ganz, ganz Kleinen unterstützen, damit sie einen guten Start ins Leben haben."

zurück
1/4
vor

 

Taxi Jan Malte kommt auch in Ihre Nähe