Stand: 15.06.2017 12:56 Uhr

Deutsche Expo-Hostessen glänzen mit Mode aus SH

von Astrid Wulf

Wenn Finja Holweg an ihren Trip in die kasachische Hauptstadt Astana denkt, ist sie noch immer völlig aus dem Häuschen: "Der absolute Wahnsinn." Die Metropole am kaspischen Meer sehe "ein bisschen wie Klein-Dubai" aus. Die 21-Jährige aus Ratekau (Kreis Ostholstein) war allerdings nicht in Astana, um Urlaub zu machen, sondern um einer Einladung zu folgen: zur Expo-Eröffnung. Sie hat einen wichtigen Beitrag zum Erscheinungsbild der Hostessen und Hosts im deutschen Pavillon geleistet. Alle dort tragen Mode, die Holweg mitentworfen hat.   

Design aus Ratekau für Weltausstellung in Astana

"120 Prozent in Wettbewerb gesteckt"

Diesen besonderen Auftrag haben die Ratekauerin und ihre Kommilitonin Isabel Reuter in einem Wettbewerb an Land gezogen. Die Messe Hamburg und das Energieministerium hatten aufgerufen, Entwürfe für die Arbeitskleidung der deutschen Expo-Mitarbeiter einzureichen. Holweg und Reuter haben die Herausforderung angenommen und neben dem Studium über Monate an ihren Entwürfen gearbeitet, Nachtschichten inklusive: "Wir haben 120 Prozent reingesteckt." Das hat sich ausgezahlt, beide konnten sich gegen 20 Mitbewerber durchsetzen. Bei ihrem Wochenendtrip nach Astana konnten sie das Ergebnis ihrer Arbeit dann live an den Expo-Mitarbeitern sehen. Das Feedback für die jungen Designerinnen fiel positiv aus. "Ich habe mich mit einigen Hostessen unterhalten, und sie sagen, die Klamotten sind bequem", freut sich Holweg.

Von der Zeichnung zum fertigen Produkt

Von der Idee bis zur Fertigung wurden die beiden Designerinnen in alle Produktionsschritte einbezogen. So konnten sie in einer Hamburger Schneiderei hautnah miterleben, wie aus ihren Ideen und Stoff Kleidungsstücke werden. Eine spannende Erfahrung für Finja Holweg, gerade weil es bei ihrem Studium des Textilmanagements auch um betriebswirtschaftliche Aspekte geht: "Vor ein paar Monaten hat man noch an den Zeichnungen gesessen, alles geplant, jetzt alles fertig zu sehen, ist ein schönes Gefühl."

Design vom deutschen Pavillon inspiriert

Für das Design der Expo-Kleidung hatten Holweg und Reuter einige Vorgaben. Die Jacken, Shirts, Röcke und Hosen sollten bequem zu tragen und leicht waschbar sein, außerdem geeignet für die kasachischen Temperaturen zwischen 10 bis 40 Grad Celsius und bitte nicht zu knapp geschnitten. Die beiden Nachwuchs-Designerinnen setzen auf klare, geometrische Formen und die Farben Beige, Schwarz und Weiß . Hinzu kommen prägnante blaue Streifen, die auf jeden Kleidungsstück asymmetrisch verlaufen. Inspiration waren jene Streifen, die sich auch durch den Expo-Pavillon selbst ziehen. "Wir wollten, dass die Mitarbeiter sofort als solche erkennbar sind - egal, von welcher Seite man sie sieht", erklärt Holweg.

8.000 Follower für Finja Holwegs Blog

Mode ist die große Leidenschaft der 21-jährigen. Deshalb bloggt sie auf finjamaries.com und teilt mit rund 8.000 Lesern im Monat die Fotos ihrer aktuellen Lieblingsoutfits. Ob sie sich nach ihrer ersten erfolgreichen Kollektion ganz auf Design konzentrieren will, steht für Holweg noch nicht fest: "Die Modebranche ist so schnelllebig, ich lasse das auf mich zukommen." So oder so: An ihren Sieg bei dem Wettbewerb für die Expo in Astana wird sich Finja Holweg immer gern erinnern: "Zu merken, dass es sich auszahlt alles zu geben, war toll - und das macht mich auch ein bisschen stolz."

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Schleswig-Holstein bis 2 | 15.06.2017 | 13:10 Uhr