Bleu Brode: "Revolutschion"
Bleu Brode ist ein bekannter Poet der Slammer Szene. Beim weltweit 2. Poetry Slam op Platt stand der Theologie-Student nach seiner revolutionären Geschichte als Sieger des Abends fest.
Audiobeitrag starten (05:50 min)Beim zweiten Poetry Slam op Platt brodelte es im Flensburger "Kühlhaus": Plattdeutsche Redekünstler gaben am Sonnabend ihr Bestes zum Besten und brachten das Publikum mit poetischen Meisterstücken zum Toben, sodass der Boden bebte. Bekannte Slammer der hochdeutschen Poetry-Szene wie Meral Ziegler, Helge Albrecht, Bleu Broode, Sven Kamin und Andy Strauss snackten Plattdütsch, als hätten sie seit Lebzeiten nichts anderes getan und begegneten den erfahrenen NDR-Autoren Ines Barber, Gerd Spiekermann und Jan Graf auf Augenhöhe - mit Erfolg: Nach drei Runden ging Theologiestudent Bleu Broode als Sieger von der Bühne.
NDR1 Welle Nord lud zum zweiten Poetry-Slam op Platt. In Flensburg traten acht Redekünstler gegeneinander an. Theologiestudent Bleu Broode ging als Sieger von der Bühne.
Broode ist ein bekanntes Gesicht unter den Slammern. Im ersten Jahr seiner Karriere holte er sich den U20-Titel der deutschsprachigen Poetry-Slam-Meisterschaft, weitere Auszeichnungen folgten. Im vergangenen Jahr, beim ersten Slam op Platt in Husum, stellte er sich zum ersten Mal der plattdeutschen Sprache. In Flensburg setzte er sich im Finale gegen den mehrfachen Slammeister Schleswig-Holsteins Helge Albrecht durch. Slam-op-Platt-Titelverteidiger Sven Kamin glänzte mit einem Vortrag über seine Schwierigkeiten, Platt zu reden, schied allerdings knapp gegen NDR Plattkünstler Gerd Spiekermann aus.
Die Teilnehmer des zweiten Slam op Platt sind sich einig: Nächstes Mal in Hamburg sind sie wieder dabei.
Ob eine ungewöhnliche Erfahrung mit einer Nixe, der verzweifelte Kampf mit Senftütchen oder das erste Treffen unter Theologiestudenten - die Themen der Slams sind vielfältig und geprägt von geistreicher Rhetorik. Die Regeln sind einfach: Die Stücke müssen selbstgeschrieben sein, dürfen keine Musik enthalten und - in diesem speziellen Fall - op Platt vorgetragen werden. Die Jury ist das Publikum: Anhand von Lautstärke, Intensität und Applausdauer ermittelten NDR Redakteurin Tanja Stubendorff und Profi-Slammer Björn Högsdal nach dem K.o.-Prinzip den Gewinner der jeweiligen Runde. Doch ganz egal, wie es auf der Bühne ausgegangen ist: In der Slammerszene kennt und schätz man sich. Und so ging der Abend bei einem gemeinsamen Bier zu Ende - in Vorfreude auf den nächsten Slam op Platt am 29. September im Ohnsorg-Theater in Hamburg.