Sendedatum: 07.01.2016 06:00 Uhr

Ernst: Deutlich mehr Schüler sollen Abitur machen

Bild vergrößern
Bildungsministerin Ernst: "Die Leistungen der Schüler haben sich verbessert."

Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) will, dass deutlich mehr Schüler Abitur machen. Kritiker sagen: So würden die Prüfungen immer einfacher und das Leistungsniveau der Absolventen immer geringer. Die schleswig-holsteinische Bildungsministerin hält im Interview mit NDR 1 Welle Nord dagegen: "Generell gibt es keine Verschlechterung der Schüler."

Laut Pisa-Studie deutlich bessere Leistungen

Ernst verweist auf die Ergebnisse der Pisa-Studie, mit der die Leistungen der Schüler in einzelnen Ländern verglichen werden können. "Zumindest seit der ersten Studie, die 2001 veröffentlicht wurde, ist es so, dass sich die Leistungen ja deutlich verbessert haben, obwohl mehr Abitur machen", sagte die Bildungsministerin im Gespräch mit Jan Bastick. Es sei Tatsache, dass mehr Jugendliche, deren Eltern kein Abitur haben, sich für den Abschluss entscheiden und so die Möglichkeit bekommen, an einer Uni zu studieren.

Zu große Klassen für zu wenig Lehrer?

Weitere Informationen

Emotionale Diskussion über Schulsystem

08.02.2015 18:05 Uhr

Schleswig-Holsteins Grundschulleiter und Eltern beklagen zu wenige Lehrer und zu viel Stundenausfall. Wir diskutierten Experten wie Bildungsministerin Ernst über die Probleme. mehr

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und der Philologenverband in Schleswig-Holstein hingegen schlagen Alarm. Die Lehrer müssten in immer größeren Klassen unterrichten. "Wir wünschen uns natürlich, dass die Anreize für die Lehrertätigkeit in Schleswig-Holstein erhöht werden. Denn das ist ja der Hintergrund, warum wir so schwer Vertretungslehrer kriegen", sagte Barbara Langlet-Ruck. Sie leitet das Bernstorff-Gymnasium in Satrup (Kreis Schleswig-Flensburg) und ist zweite Vorsitzende des Philologenverbands, dem Berufsverband der Gymnasiallehrer in Schleswig-Holstein. Als Beispiel nennt sie die Arbeitszeit: "Wenn wir uns mit Niedersachsen vergleichen, arbeiten wir zweieinhalb Stunden mehr."

Auch die Belastungen im organisatorischen Bereich hätten nach Angaben der Lehrer-Verbände zugenommen. Das wiederum wirke sich auch auf die Schüler aus. Sie könnten nicht mehr individuell gefördert werden - und auch deshalb einfacher an das Abitur kommen als zu früheren Zeiten.

Bildungsministerium schafft Stellen

Wie geht die Landesregierung mit der Kritik um? Ein Sprecher des Bildungsministeriums wiegelt ab: In Sachen Lehrermangel werde viel getan. In den nächsten Monaten sollen bis zu 280 neue Stellen geschaffen werden. Mit der Schuldenbremse im Hintergrund werde das Bestmögliche getan, so der Sprecher des Bildungsministeriums. Konkrete Pläne, die Arbeitsbedingungen für die Lehrer zu ändern, gibt es aber bislang nicht. Vorrangiges Ziel sei es zunächst, eine hundertprozentige Unterrichtsversorgung sicher zu stellen.

Ihre Meinung zum Stress an der Schule

Kaum ein anderer Bereich wurde so oft reformiert wie das Schulsystem im Land. Entsprechend heftig und emotional wird das Thema in der Bevölkerung diskutiert. Sind unsere Schüler heute wirklich schwächer als früher? Kritiker sagen ja - was sagen Sie dazu? Schreiben Sie uns gerne eine Mail über das angehängte Formular.

 

Ihre Daten
Ihre Nachricht
Spamschutz
Datenschutzbestimmungen

*- Pflichtfelder. Diese Felder müssen ausgefüllt werden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Guten Morgen Schleswig-Holstein | 07.01.2016 | 06:00 Uhr