Sendedatum: 11.03.2017 15:20 Uhr

Heuschnupfen: Die Nase läuft, die Augen tränen

Wenn die ersten Pollen fliegen, beginnt wieder die Heuschnupfen-Saison. Die Allergologin Prof. Dr. Regina Fölster-Holst erklärt, wie man Heuschnupfen therapieren kann.

Heuschnupfen - klingt relativ harmlos, ist aber für viele Allergiker eine ernste Krankheit. Die Symptome bei einer Pollenallergie reichen von juckenden Augen und Niesen über Schnupfen bis hin zu starkem Husten, Stimm- und Atemproblemen. All das kann Betroffene für mehrere Wochen lahmlegen. Etwa jeder Sechste in Deutschland reagiert allergisch auf Pollen. Die Saison beginnt immer früher, gerade nach einem relativ milden Winter wie in diesem Jahr.

Probleme sind keine Frage des Alters

Neben Pollen gibt es weitere rund 20.000 Auslöser für Allergien. So reagieren viele Menschen sehr sensibel auf Hausstaub, Tierhaare, Nüsse, Medikamente, bestimmte Inhaltsstoffe in Kosmetika oder auch verschiedenste Lebensmittel, Kuhmilch zum Beispiel. Allergien sind übrigens keine Frage des Alters: Schon Kinder können zum Beispiel unter Hautproblemen leiden, und auch als Erwachsener ist man gegen plötzlich auftretende, schwere Allergien nicht gefeit.

Die Allergologin Prof. Dr. Regina Fölster-Holst steht vor einem Vorhang im NDR 1 Welle Nord Nachrichten-Studio. © NDR Fotograf: Andrea Schmidt

Muss Heuschnupfen behandelt werden?

NDR 1 Welle Nord - Guten Morgen Schleswig-Holstein -

Moderator Jan Bastick spricht mit der Kieler Allergologin Prof. Dr. Regina Fölster-Holst. Sie erklärt, was Patienten bei Therapien gegen Pollen-Allergie beachten sollten.

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Heuschnupfen oder Erkältung?

Prof. Dr. Regina Fölster-Holst ist Allergologin am Universitätsklinikum in Kiel und vertritt Schleswig-Holstein im Verband Deutscher Allergologen. Die Expertin erklärt, woran man Heuschnupfen erkennt und wie man ihn behandelt. Typische Symptome seien bei Heuschnupfen eine laufende Nase, Niesreiz und tränende Augen. Doch diese könnten auch bei einer Erkältung auftreten, sagt Prof. Dr. Regina Fölster-Holst. Läuft die Nase jedes Jahr um die gleiche Zeit, kann das ein Hinweis auf eine Allergie sein. Welche Pollen gerade in der Luft sind, zeigt die Pollenvorhersage des Deutschen Polleninformationsdienstes. Wenn ein Schnupfen sehr plötzlich ohne Vorzeichen auftritt und die Symptome lange anhalten, ist das ebenfalls ein Zeichen für eine allergische Reaktion. Bei Verdacht auf Heuschnupfen wendet man sich am besten an einen Allergologen, denn unbehandelte Allergien können in manchen Fällen zu Asthma führen, so Fölster-Holst.

Kann man Heuschnupfen heilen?

"Eine Therapie, die die Ursache am Schopf packt, ist die spezifische Immuntherapie - die sogenannte Hyposensibilisierungsbehandlung", erklärt Fölster-Holst. Die Therapie dauert drei Jahre, so die Expertin. Patienten bekommen regelmäßig Spritzen - danach bleiben sie jeweils eine halbe Stunde in der Praxis zur Beobachtung. Das Ziel ist, den Körper an die Allergene zu gewöhnen - und nicht mehr so heftig auf sie zu reagieren. "Die Erfolgsquote ist sehr hoch, ich kann das jedem empfehlen", sagt die Allergologin. Wer keine Spritzen möchte, kann auch Tröpfchen- oder Tabletten einnehmen. Laut Fölster-Holst seien aber diese Methoden nicht so wirksam, wie die Spritzen selbst. Wer sich gegen eine spezifische Immuntherapie entscheidet, kann zu Antihistaminika greifen. Der Wirkstoff steckt in speziellen Tabletten und Nasensprays. "Aber die helfen nur gegen die Symptome", erklärt die Allergologin.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Schleswig-Holstein Aktiv | 11.03.2017 | 15:20 Uhr