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Natur und Geschichte im Doppelpack: kein Problem beim Sonntagsspaziergang durch Rendsburg. Die Stadt ist geprägt von ihrer Lage an der Eider - dem längsten Fluss des Landes - und den Jahrhunderten als Festungsstadt. Erleben Sie beides - begleiten Sie Reporter Jürgen Schindler auf seinem Spaziergang. Los geht's im Stadtpark am Paradeplatz.
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Die festgefrorene "Rendsburg"
Ausgangspunkt ist der Paradeplatz im Rendsburger Viertel "Neuwerk". Am Paradeplatz gibt es viele Parkplätze. Der Spaziergang dauert zwischen ein- und anderthalb Stunden. Schon von weitem ist das Lornsen-Denkmal zu sehen, dort beginnt der älteste Abschnitt des Stadtparks. Vor rund 120 Jahren hat ihn der Verschönerungsverein der Stadt Rendsburg anlegen lassen. Das Gelände entstand damals, als man einen Wall in der Nähe des Rathauses abriss und den Schutt an dieser Stelle in den Eidersee kippte. Bei der Anlage des Parks legte der Verschönerungsverein nun Wert auf eine Vielfalt an Bäumen. "Noch heute finden sich im ältesten Teil Ginko, Linden, Trauerbuchen, Platanen oder vier verschiedene Birkenarten, wie die Sand- oder die Moorbirke", weiß Biologin Stephanie Schönbach.
Ein Pulverschuppen
Im Park stößt man auch auf zwei schlichte Backsteinbauten, die sogenannten Pulverschuppen. "Ursprünglich stand hier ein Laboratorium, in dem Munition zusammengebaut wurde. Das nannte man früher 'laborieren'", erzählt Stadtführer Klaus-Peter Flegel. Durch eine Explosion in diesem Laboratorium im Sommer 1850 entstanden Schäden an allen Häusern der Stadt. Daraufhin lagerte man an diesem Ort nur noch Pulver, eben in diesen Pulverschuppen.
Das "Alte Packhaus"
Der Weg führt weiter zur Untereider zum Eiderökologie-Informationspfad. Auf den Tafeln erfahren Sie Interessantes zu Flora und Fauna an der Eider. Stephanie Schönbach berichtet, dass Rendsburg bis zur Eindämmung der Eider in den 30er-Jahren des vorigen Jahrhunderts noch im Einfluss der Tide lag. In der Stadt machten sich sowohl Ebbe und Flut als auch Hochwasser in der Nordsee bemerkbar. Der Weg führt vorbei am alten Packhaus und am Zollhaus. Dort, so weiß Stadtführer Klaus-Peter Flegel, war ursprünglich eine Schleuse zwischen altem Eiderkanal und Eider. Sollten Waren vom Eiderkanal kommend über die Eider weitertransportiert werden, mussten sie an dieser Stelle in geeignete Schiffe umgeladen werden. Entlang des schilfbestandenen Eiderufers, vorbei an einer renaturierten Feuchtwiese geht es auf dem Rundweg zurück durch den Park zum Paradeplatz.