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Bilder der teuersten Malerin der Welt

Natalija Gontscharowa: Selbstbildnis mit gelben Lilien, 1907/8 © VG Bild-Kunst, Bonn 2009 Fotograf: akg-images Detailansicht des Bildes Natalija Gontscharowa: Selbstbildnis mit gelben Lilien, 1907/8 Im vergangenen Jahr erzielte das Gemälde "Apfelernte" der Natalja Gontscharowa bei einer Christies-Auktion den Rekordpreis von umgerechnet rund 10 Millionen Euro. Damit gehört die russische Malerin (1881-1962) zu den höchst gehandelten Künstlern weltweit. Die Kunsthalle St. Annen in Lübeck zeigt ihr Werk jetzt in einer großen Ausstellung. Gontscharowas umfangreicher Nachlass schlummerte lange in Depots der Tretjakow-Galerie in Moskau. Lübeck ist nun nach Rüsselsheim die zweite Station einer kleiner Ausstellungstournee, die das Werk der bedeutenden Malerin erstmals in Deutschland vorstellt.

"Einmalig und genial"

Natalija Gontscharowa: Spanierin mit Fächer, um 1925 © VG Bild-Kunst, Bonn 2009 Fotograf: akg-images Detailansicht des Bildes Natalija Gontscharowa: Spanierin mit Fächer, um 1925 Gontscharowa begründete zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit Kollegen die russischen Avantgarde. In Vielem war sie anderen voraus: Sie gilt als erste Futuristin und als erste Frau, die einen weiblichen Akt malte. Als erste Künstlerin verkaufte sie bereits zu Lebzeiten Werke an so bedeutenden Sammlungen wie die Tate Gallery in London und das Guggenheim-Museum in New York. Mit ihren stilistisch vielfältigen Gemälden, Papierarbeiten, Kostüm- und Bühnenbildentwürfen trieb sie die künstlerische Entwicklung auch in Europa voran.

Thorsten Rodiek, Direktor der Museen für Kunst und Kulturgeschichte der Hansestadt Lübeck, hat die Ausstellung nach Lübeck geholt. "Die Ausstellung dieser einmaligen, genialen und überaus vielseitig begabten Malerin ist für ganz Norddeutschland ein unvergleichliches Kulturereignis", schwärmt er, "zumal es bisher in der gesamten Bundesrepublik noch nie eine Einzelausstellung der Gontscharowa gegeben hat."

Natalija Gontscharowa: Stillleben mit Hut und Regenschirm, 1908/9 © VG Bild-Kunst, Bonn 2009 Fotograf: akg-images Detailansicht des Bildes Stillleben mit Hut und Regenschirm, 1908/9 Impulsgeberin für die Avantgarde

1881, im selben Jahr wie Pablo Picasso, wurde Natalja Gontscharowa in Laditschino bei Tula in Russland geboren. Sie studierte an der Moskauer Hochschule für Malerei, Bildhauerei und Architektur, wo sie ihrem Lebensgefährten und späteren Mann Michail Larionow begegnete. Mit ihm blieb sie - ungewöhnlich für eine Künstlerin - ihr Leben lang zusammen. Beim Pariser Herbstsalons 1906 zeigte die junge Malerin ihre Arbeiten erstmals im westlichen Ausland. Inspiriert von russischer Volkskunst malte sie als junge Künstlerin farbenfroh und mit kraftvoller Onamentik. Dann lehnte sie ihre Werke an die Ikonenmalerie an und gab damit der russischen Avantgarde wichtige Anstöße zur Verbindung von Tradition und Moderne.

Natalija Gontscharowa: Frauenakt (vor gelbem Hintergrund), 1909/10 © VG Bild-Kunst, Bonn 2009 Fotograf: akg-images Detailansicht des Bildes Frauenakt (vor gelbem Hintergrund), 1909/10 Angeklagt wegen "Pornografie"

In ihrer Heimat machte sie 1910 ein Skandal berühmt: Aus einer Schau in Moskau wurden einige ihrer Aktmalereien beschlagnahmt, sie musste wegen Pornografie vor Gericht. Weiter nahm sie aber in Moskau an avantgardistischer Ausstellungen teil und auch an vielen Ausstellungen im Ausland, unter anderem am Blauen Reiter 1912 in München und am Ersten Deutschen Herbstsalon 1913 in Berlin. Ihre Werkschauen 1913 in Moskau und 1914 in St. Petersburg waren die ersten, die das Werk einer Frau vorstellten. Sie war erst 32 Jahre alt - aber sie konnte rund 800 Arbeiten zeigen.

1917 ging Natalja Gontscharowa mit Larionow nach Paris, wo sie zuammen lebten und arbeiteten. Erst 1958 heirateten sie. Das Paar hatte engen Kontakte zur Pariser Kunstszene, wo sich auch Picasso, Fernand Léger und andere große Maler tummelten. Für die "Ballets Russes" von Sergej Diaghilew entwarf Gontscharowa Kostüme und Bühnenbilder. Die Malerin starb im Jahr 1962 in Paris. Sie hinterließ ein großes, vielschichtiges und stilpluralistisches Werk.

Service

Natalja Gontscharowa - Zwischen russischer Tradition und europäischer Moderne

7. Februar - 30. Mai 2010

Kunsthalle St. Annen
St. Annen-Str. 15
23552 Lübeck
Tel: (0451) 122 41 37

Öffnungszeiten:
bis 31. März 2010:
Di-So 11.00-17.00 Uhr
ab 1. April 2010:
Di-So 10.00-17.00 Uhr

Eintritt:
Erwachsene 5 Euro, ermäßigt 2,50 Euro

Bildergalerien
Natalija Gontscharowa: Bühnenbildentwurf zum Balett "Der Held", 1939 © picture-alliance / akg Fotograf: akg-images
 
Bildergalerie

Die Russin Natalja Gontscharowa (1881-1962) malte mutig und kraftvoll. Auf keine Stilrichtung legte sie sich dauerhaft fest. Eine kleine Bilderauswahl.

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Weitere Informationen
Eingang des St. Annen-Museums in Lübeck. © Lübecker Museen
 

Russische Kunst im St. Annen-Museum

07.02.2010 | 19:30 Uhr
NDR Fernsehen: Schleswig-Holstein Magazin

Am 7. Februar berichtet das Schleswig-Holstein Magazin über die Ausstellung "Zwischen russischer Tradition und europäischer Moderne" mit Bildern von Natalja Gontscharowa.mehr


Paula Modersohn-Becker - Künstlerin

Die expressionistischen Malerin aus Worpswede bei Bremen war nicht die erste Frau die Akte ausstellte. Aber sie war 1906 die erste, die sich selbst als Akt malte.mehr