Stand: 31.05.2017 12:28 Uhr

E-Autos in SH - Sie fragen & wir antworten

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Jeder kennt sie, wenige fahren sie: Elektro-Autos.

E-Mobilität ist einer der großen Trends der Autobranche. Die Reichweiten der Fahrzeuge werden größer, die Hersteller bringen mehr Modelle auf den Markt. Die Verkaufszahlen wollen aber nicht so recht Fahrt aufnehmen. Vom 29. Mai bis 9. Juni machen wir den schleswig-holsteinischen Alltagstest: Wie kommt eine aktive, vierköpfige Familie mit einem Elektroauto klar? Familie Sagasser aus Henstedt-Ulzburg testet zwei Wochen lang ein E-Auto. Wie fährt sich ein E-Auto? Wie praktikabel ist es im Alltag und in der Freizeit? Welche Hürden und Probleme gibt es? Die Erfahrungen unserer vier Tester können Sie im Blog verfolgen.

Infos rund ums E-Auto zum Nachhören
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Strom ist nicht gleich Strom

30.05.2017 15:14 Uhr

Sie fragen - wir antworten

Haben Sie Fragen rund um das Thema Elektrofahrzeuge oder schon selbst Erfahrungen gemacht? Wenn ja, schreiben Sie uns über das unten stehende Formular. Wir versuchen - zusammen mit Experten und unserer Tester-Familie - Antworten darauf zu finden.

  • Ferdinand Schütt aus Breitenfelde

    "Wann wird das bidirektionale Laden in Schleswig-Holstein erlaubt? Der Wechselrichter Hersteller SMA macht dazu gerade einen Flottenversuch mit BMW in München. Ich habe seit längerem einen Nissan Leaf und würde dessen Speicher gerne des Nachts als Puffer zu meiner Solaranlage nutzen. In Schleswig-Holstein erlauben die Versorger das Einspeisen des gespeicherten Stroms nicht, auch wenn das Fahrzeug dies unterstützt."

    Antwort von Jens Sandmeier, Landeskoordinator für Elektromobilität Schleswig-Holstein: Das bidirektionale Laden wird mittel- bis langfristig eine wichtige Rolle spielen, wenn wir über intelligente und effiziente Energienutzung für Mobilität sprechen. Zurzeit gibt es nach meinem Kenntnisstand allerdings noch keine technisch ausgereiften und letztlich auch wirtschaftlichen Lösungen am Markt, weshalb zurzeit (nur) einzelne Feldversuche laufen beziehungsweise zugelassen werden. Dass die Versorger, die insbesondere die Netzstabilität im Blick haben, bei diesem Thema zurzeit noch zurückhaltend sind, verwundert daher nicht. In dem Moment, wenn die Solaranlage am Stromnetz angeschlossen ist, kommt nach meinem Kenntnisstand Bundesrecht zum Tragen, so dass ich keine Sonderlösung für Schleswig-Holstein, die vom Bundesrecht abweicht, erwarte.

  • Dennis über Whats App

    "Moin, macht ihr beim Thema "E-Autos" nur den Test oder erzählt ihr auch noch was zu anderen Kosten? Aufladekosten, Wartungskosten und so weiter? Im Internet gibt es zwar viele Meinungen aber sehr viel unterschiedliche. Und ihr habt sicherlich auch Kontakt zu Experten!?"

    Die Antwort auf diese Nachricht zum Nachhören:

    Stromanschluss für ein Elektroauto © dpa Fotograf: Jochen Lübke

    E-Auto - rechnet sich das überhaupt?

    Bis zu 10.000 Euro Mehrkosten für ein E-Auto. Können Strompreis, geringere laufende Kosten und die Steuerbefreiung die hohen Anschaffungskosten ausgleichen? Reporter Peer-Axel Kroeske weiß mehr.

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  • Heinrich Trabert aus Lübeck

    "Wie verhalten sich E-Autos im Winter? Bei unter null Grad Celsius benötigt man Heizung, Heckscheibe, Lüfter und so weiter. Durch die kurzen Tage, muss auch viel mit Licht gefahren werden. Ich vermute das die Energiequelle bei -10 Grad nur noch 60 bis 70 Prozent beträgt, dazu der erhöhte Verbrauch von Energie. Bei Winterwetter ist man für die Strecke länger unterwegs als im Sommer und somit benötigt man mehr Strom für Verbraucher, die dann die Weite der Strecke reduzieren. Ein E-Auto im Sommer als Zweitwagen ist ja gut, aber als einziges Fahrzeug?"

    Antwort von Jens Sandmeier, Landeskoordinator für Elektromobilität Schleswig-Holstein: Es ist definitiv so, dass die Fahrzeuge in den Wintermonaten mehr Energie verbrauchen. Auch die Reichweite ist entsprechend niedriger. Wie stark das ausgeprägt ist, ist fahrzeugabhängig. Es gibt Fahrzeuge, die mit intelligenten Standheizungssystemen arbeiten. Das heißt, wenn das Fahrzeug am Strom angeschlossen ist, wird es zum Beispiel schon gleichzeitig hochgeheizt. Dadurch wird die Fahrbatterie entlastet.
    Ob ein E-Auto am Ende als einziges Fahrzeug reicht, hängt stark von den Anforderungen ab. Letztlich muss man sich vielleicht auch mehr Gedanken über die eigene Mobilität machen, bevor man sich ein Elektroauto kauft – oder eben auch nicht kauft.

  • Werner O.-Kramer aus Lübeck

    "Ich habe vor Jahren schlechte Erfahrung mit E-Autos gemacht. Bei einem Autohändler in Münster lagen immer Ladekabel auf dem Bürgersteig. Wie sieht das demnächst aus bei Stichstraßen, wo ein Auto hinter dem anderen steht? Wie werden die versorgt, ohne dass ich über die Kabel stolpere?

    Antwort von Jens Sandmeier, Landeskoordinator für Elektromobilität Schleswig-Holstein: Kabelwirrwarr habe ich persönlich an den Ladestationen in Schleswig-Holstein noch nicht erlebt. In der Regel ist es heute so, dass Parkplätze, an denen Ladeinfrastruktur entsteht, auch darauf ausgerichtet sind, dass da Ladesäulen sind. Ein Wirrwarr von Kabeln über den Wegen sehe ich nicht. Da brauchen wir uns keine großen Sorgen machen.

  • Reinhard Curth aus Kiel

    "Elektroautos sind noch sehr teuer. Wie soll der Preis reguliert werden? Wie können sie preiswerter hergestellt werden, damit sich auch jeder eins leisten kann?"

    Antwort von Jens Sandmeier, Landeskoordinator für Elektromobilität Schleswig-Holstein: Die deutsche Automobilindustrie kommt, insbesondere was das Preis-Leistungs-Verhältnis der E-Fahrzeuge betrifft, zunehmend unter Druck, so dass der Markt hier für eine Regulierung sorgen wird. Ausländische Hersteller bieten zum Teil heute schon Fahrzeuge an, die sich dem Anschaffungspreis herkömmlicher Fahrzeuge annähern. Höheren Anschaffungskosten für E-Fahrzeuge stehen außerdem niedrigere laufende Kosten, eine KfZ-Steuerbefreiung sowie mit dem Umweltbonus eine Kaufprämie gegenüber, so dass es in jedem Fall ratsam ist, die Gesamtkosten (TCO - Total Costs of Ownership) zu betrachten.

  • Winfried Lang aus Langwedel

    "Was will die Politik tun, um die Infrastruktur für E-Autos zu verbessern? Wann zwingt sie die Industrie dazu, zum Beispiel das Netz an Ladestationen auszubauen?"

    Antwort von Jens Sandmeier, Landeskoordinator für Elektromobilität Schleswig-Holstein: Zwang ist hier meines Erachtens nicht erforderlich. Die Ladeinfrastruktur in Schleswig-Holstein wird zurzeit kräftig ausgebaut. In den nächsten Wochen und Monaten entstehen in Hamburg und Schleswig-Holstein mehrere hundert neue Ladepunkte. Neben Fördermitteln der Bundesregierung (300 Millionen Euro bis 2020), gibt es erhebliche privatwirtschaftliche Investitionen in diesem Bereich zum Beispiel von Energieversorgern, Netzbetreibern und Automobilindustrie. Außerdem werden die Fahrzeuge immer besser beziehungsweise haben eine immer größere Reichweite.

  • Annegret Kohn aus Mielkendorf

    "Elektroautos sind ja so leise. Was will die Industrie machen, um die Autos hörbar und damit auch sicherer im Straßenverkehr zu machen?"

    Antwort von Jens Sandmeier, Landeskoordinator für Elektromobilität Schleswig-Holstein: Die niedrigen Geräuschemissionen von E-Fahrzeugen sind auf der einen Seite ein riesiger Vorteil der Elektromobilität; andererseits in einigen Fällen aber auch eine Gefahr für Fußgänger. Hier gibt es bereits Lösungen, die bei niedrigen Geschwindigkeiten künstlich Geräusche erzeugen, um Fußgänger zu warnen. Letztlich sind aber auch Fahrräder leise unterwegs, so dass ein aufmerksames Verhalten im Straßenverkehr immer und von allen Teilnehmern erforderlich sein wird.

  • Hubertus Bosmann aus Wankendorf

    "Wo wird mal detailliert dargestellt, wie sich die Energiebilanz von E-Autos rechnet? Wir schauen immer wie viel das Auto verbraucht, aber ich fände auch interessant zu wissen, wie es bei der Erzeugung des Stroms aussieht."

    Antwort von Jens Sandmeier, Landeskoordinator für Elektromobilität Schleswig-Holstein: Wenn ich die Frage richtig verstehe, geht es hier weniger um Elektrofahrzeuge, sondern um den Strom, der geladen wird. Wie dieser sich zusammensetzt ist abhängig vom Stromanbieter und dem Stromtarif. Beim Anbieter kann man sich über die bilanzielle Zusammensetzung des eingesetzten Stroms erkundigen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Guten Morgen Schleswig-Holstein | 31.05.2017 | 05:10 Uhr

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