Intendanten und Direktoren im Porträt
Die Bildergalerien zeigen die Intendanten, Stellvertretenden Intendanten und die Direktoren des NDR. mehr
Spieltisch der Welte-Funkorgel,
Norag 1931
1924 begann mit der Gründung der Nordischen Rundfunk Aktiengesellschaft (NORAG) der Rundfunk in Norddeutschland. Kamen die ersten Radiosendungen noch aus provisorischen Studioräumen in der Hamburger Binderstraße, wurden im Zuge des Neubaus der NORAG 1929/30 erstmals spezielle Rundfunkstudios gebaut. Dabei erhielt der große Sendesaal hydraulisch gesteuerte Vorrichtungen, um durch Verschieben von Wänden und Fahren von Podien und Decken die akustischen Gegebenheiten der jeweiligen Übertragung anzupassen.
Wie jeder große Konzertsaal sollte der neue Sendesaal auch eine Orgel erhalten. Das Besondere an diesem Instrument, wie es dem damaligen Intendanten Hans Bodenstedt vorschwebte, bestand darin, dass die Orgel möglichst vielen musikalischen Stilrichtungen genügen sollte: Werke des sakralen und sinfonischen Bereichs sollten ebenso wie die der leichten Muse vom Organisten gespielt werden können, allein oder im Ensemble.
Es gab bereits Modelle, die bei der Entwicklung der Welte-Funkorgel Pate standen, so z. B. eine Welte-Kinoorgel in Hannover oder die selbstspielende Welte-Philharmonie-Orgel, die bei Sendungen aus dem Steinway-Haus in Hamburg zum Einsatz kam. Bei der neuen Orgel ging es jedoch um nichts Geringeres als den Bau eines Instruments, das in erster Linie den besonderen technischen Erfordernissen des Rundfunks gerecht werden und gleichzeitig musikalisch vielseitig einsetzbar sein sollte.
Die Lösung hieß "Nahwerk“, "Nah-" oder "Soloorgel". Der Anschluss einer solchen - zweiten - Orgel sorgt dafür, dass die zarten Stimmen im vollen Chor des Werkes nicht, wie oft bei Orgeln üblicher Bauart, untergehen und damit die eigentliche Melodie möglicherweise völlig verdeckt wird. Im Gegenteil: Die zusätzliche Soloorgel verdoppelt die Stimmen und rückt sie gleichzeitig so nach vorn, dass die tragende Melodie immer zu hören ist.