Im Porträt: Die Intendanten und ihre Stellvertreter
Die Bildergalerie zeigt die Intendanten und Stellvertretenden Intendanten des NDR.
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| Datum | Ereignis |
|---|---|
| 9. November 1989: | Fall der Mauer; Ende der 40jährigen deutsch-deutschen Trennung |
| Februar 1990: | Entschluss der NDR Leitung, eine Erweiterung des NDR Sendegebiets um Mecklenburg-Vorpommern in Betracht zu ziehen, falls es zur Wiedervereinigung kommen sollte |
| 17. Februar 1990: | Das NDR Fernsehen N3 und das staatliche Fernsehen DDR2 strahlen den ersten gemeinsamen Fernsehabend in Ost und West aus, live aus Wismar |
| 18. März 1990: | Erste freie Volkskammerwahlen in der DDR. Aus ihnen geht eine Regierung der Großen Koalition von CDU und SPD hervor. Ministerpräsident wird Lothar de Maizière (CDU) |
| April 1990: | Schaffung der fünf neuen Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg |
| 18. Juni 1990: | Beschluss der Hörfunk-Generalintendanz in Berlin, fünf regionale Landesrundfunkdirektionen zu bilden, darunter Radio Mecklenburg-Vorpommern (RMV) |
| 3. Oktober 1990: | Deutsch-deutsche Wiedervereinigung |
| 18. Oktober 1990: | Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern. Bildung einer CDU-FDP-Landesregierung unter Ministerpräsident Dr. Alfred Gomolka |
| Januar 1991: | Die in Berlin regierende große Koalition aus CDU und SPD vereinbart, dass der SFB zusammen mit drei oder vier weiteren Partnern Rundfunk veranstalten soll |
| Parallel dazu finden Gespräche zwischen dem SFB und der Schweriner Staatskanzlei über eine solche nordostdeutsche Mehrländeranstalt statt | |
| Alfred Gomolka vereinbart mit Hamburgs Erstem Bürgermeister Henning Voscherau die umgehende Klärung der Fragen einer Beteiligung Mecklenburg-Vorpommerns am NDR | |
| Erster Entwurf eines Vier-Länder-Staatsvertrages über den NDR | |
| Vorlage des Grundsatzpapiers "Überlegungen des NDR zur Rundfunkversorgung in Mecklenburg-Vorpommern" des neu gewählten NDR Intendanten Jobst Plog | |
| 30. Januar 1991: | Kanzlerrunde bei Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl, Entscheidung Alfred Gomolkas für die nordostdeutsche Lösung |
| 14. Februar 1991: | Die Ministerpräsidenten Manfred Stolpe (Brandenburg), Eberhard Diepgen (Berlin) und Alfred Gomolka (Mecklenburg-Vorpommern) verständigen sich auf die Gründung einer nordostdeutschen Rundfunkanstalt (NORA) |
| April 1991: | Die Chefs der Staatskanzleien von Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern legen die "Grundpositionen für einen Staatsvertrag Nordostdeutscher Rundfunk (NOR)" fest, die von der CDU-Fraktion im Schweriner Landtag einstimmig gebilligt werden |
| Mitte April 1991: | Befürworter einer Vier-Länder-Rundfunkanstalt mit dem NDR, insbesondere die FDP in Mecklenburg-Vorpommern, sind über die Entscheidung für die NORA irritiert. Führende ihrer Mitglieder wie Wirtschaftsminister Conrad-Michael Clement kommen nach Hamburg, um mit Vertretern des NDR das weitere Vorgehen zu erörtern |
| 23. April 1991: | Es zeichnet sich ab, dass es ohne die Zustimmung der FDP Mecklenburg-Vorpommerns keine Mehrheit für den NOR geben wird |
| Anfang Juni 1991: | Ablauf der Frist, die Ministerpräsident Stolpe dem Land Mecklenburg-Vorpommern für eine Entscheidung gesetzt hat |
| 19. Juni 1991: | Beratung der Vorlage „zur Entscheidung der Beteiligung Mecklenburg-Vorpommerns an einer Mehrländerrundfunkanstalt“ im Schweriner Kabinett |
| 20. Juni 1991: | Kabinettsberatung. Gegen die Stimmen der FDP beschließt die Mehrheit der Abgeordneten, den NOR-Staatsvertrag in das Schweriner Parlament einzubringen. Die Alternativ-Lösung mit dem NDR soll dem Landtag nicht vorgelegt werden. Es kommt zur Koalitionskrise |
| 23. Juni 1991: | Die Schweriner Staatskanzlei paraphiert einen ausverhandelten Staatsvertrag über den nordostdeutschen Rundfunk, obwohl sich bereits abzeichnet, dass es dafür keine Mehrheit geben wird |
| 26. Juni 1991: | Alfred Gomolka geht nach einer Fraktionssitzung der Union auf Distanz zum NOR-Projekt und erklärt, dass er seine Unterschrift unter den Staatsvertrag auf unbestimmte Zeit ausgesetzt habe. Damit verhindert er einen Koalitionsbruch |
| 2. Juli 1991: | Die Fraktionen von CDU und FDP fordern die Landesregierung auf, die Verhandlungen über den NDR Staatsvertrag unverzüglich zu Ende zu führen |
| 23. August 1991: | Weitgehende Verständigung auf Staatssekretären-Ebene über einen Vier-Länder-Staatsvertrag mit dem NDR |
| 27. August 1991: | Treffen von Ministerpräsident Alfred Gomolka und NDR Intendant Jobst Plog |
| Parallel bereitet der NDR die Übernahme der Rundfunkversorgung in Mecklenburg-Vorpommern zum 1. Januar 1992 vor | |
| September 1991: | Vorlage eines entsprechenden Konzepts, das die NDR Leitung am 23. September beschließt |
| 23. - 25. Oktober 1991: | Entscheidender Durchbruch bei den Verhandlungen über den Beitritt Mecklenburg-Vorpommerns zum NDR Staatsvertragsgebiet auf der Jahreskonferenz der Ministerpräsidenten in Neu-Isenburg bei Frankfurt |
| 1. November 1991: | Der NDR Verwaltungsrat ermächtigt Jobst Plog, bis zu 40 Mio. DM im Vorgriff auf einen Vier-Länder-Staatsvertrag und sowie einen Wirtschaftsplan-Nachtrag ausgeben zu können |
| 18. November1991: | Berufung von Gerd Schneider, Hörfunk-Chef und stellvertretender Direktor des NDR Landesfunkhauses Schleswig-Holstein, zum kommissarischen Direktor für den weiteren Aufbau eines Landesfunkhauses Mecklenburg-Vorpommern |
| 26. November 1991: | Frequenzzuteilung an den NDR durch den Landesrundfunkausschuss |
| 28. November 1991: | Es zeichnet sich ab, dass der neue Staatsvertrag aufgrund noch offener Fragen nicht fristgerecht in Kraft treten kann. Auf entsprechenden Hinweis von Jobst Plog legt die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns ein Vorschaltgesetz vor, um den rechtzeitigen Sendestart im Land nicht zu gefährden |
| 12. Dezember 1991: | Abschluss der Verhandlungen über den Vier-Länder-Staatsvertrag |
| 17./18. Dezember 1991: | Unterzeichnung des Vier-Länder-Staatsvertrages über den NDR |
| 1. Januar 1992: | Sendestart für die NDR Programme in Mecklenburg-Vorpommern |
| 1. März 1992: | Der Vier-Länder-Staatsvertrag tritt in Kraft |
| 15. Mai 1992: | Konstituierung des neuen NDR Rundfunkrats |
| Mai bis September 1992: | Konstituierung der neu gebildeten Landesrundfunkräte |
| 23. Oktober 1992: | Konstituierung des neuen NDR Verwaltungsrats |
Quelle: "Wie alles anfing: Von der Grenzöffnung bis zum Sendestart" von Volker Herres, aus: "10 Jahre NDR in Mecklenburg-Vorpommern", Hg. Prof. Jobst Plog, NDR, 2002