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Dr. Walter Hilpert (1956 – 1961)
 
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Ein altes Radio © picture-alliance/KPA/Wolfram Weber Fotograf: Wolfram Weber
 

Von langen und kurzen Wellen

Programm braucht Technik. Der Weg der Lang- und Kurzwellen von den Anfängen der Rundfunkübertragung bis zur regelmäßigen Ausstrahlung von Stereosendungen. mehr

 
NDR Geschichte(n)

Gastspielauftritt in der Sowjetunion

Begrüßung unter großem Jubel

NDR Symphonieorchester Gruppenbild © NDR Detailansicht des Bildes NDR Symphonieorchester Gruppenbild Wie schon die 1950er, so begannen auch die 1960er Jahre mit zwei spektakulären Reisen. Im Rahmen des deutsch-sowjetischen Kulturaustauschs gastierten Hans Schmidt-Isserstedt und seine Musiker im April 1961 zwölf Tage in Moskau und Leningrad, das heute wieder St. Petersburg heißt. Sie waren damit das erste Orchester aus einem westlichen Land, das nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs die Sowjetunion besuchte.  

Als die Hamburger Musiker am 12. April 1961 in Moskau landeten, ging ihre Ankunft zunächst im großen Jubel der Bevölkerung unter, denn am selben Tag hatte die Sowjetunion die Welt mit der Nachricht überrascht, das erste bemannte Raumschiff „Wostok“ mit dem Kosmonauten Juri Gagarin an Bord habe die Erde in 89 Minuten umkreist. Einige Tage später konnten Schmidt-Isserstedt und der Leiter der NDR Hauptabteilung Musik, Winfried Zillig, als Gäste auf der Ehrentribüne auf den Roten Platz in Moskau sogar zuschauen, wie nur wenige Meter entfernt Staatschef Nikita Chruschtschow Gagarin umarmte. Großen Jubel gab es aber auch bei den Konzerten in Moskau und Leningrad.  

Das Publikum wollte die Musiker einfach nicht vom Podium lassen

Schmidt-Isserstedt äußerte sich später sehr beeindruckt von der Musikbegeisterung des Publikums:

NDR Symphonieorchester in Leningrad © NDR Detailansicht des Bildes NDR Symphonieorchester in Leningrad, 1961 „Noch nicht einmal ein Atmen konnte man hören. Oft hatten wir das Gefühl, in einem leeren Haus zu spielen. Ein Drittel aller Plätze sind Stehplätze in der Sowjetunion, und dennoch lässt die Versunkenheit der Menschen nicht die geringste Bewegung zu.“ Das Publikum wollte nach jedem Konzert die Musiker einfach nicht vom Podium entlassen. Mindestens drei Zugaben standen immer an, und der Dirigent musste schließlich seine Musiker von der Bühne ziehen, „denn sonst stünden wir noch da und spielten“. Besonderen Jubel gab es, weil der Solo-Cellist Arthur Troester, der in Odessa geboren worden war, die Zugaben auf Russisch ansagen konnte.  

Eines der hervorragendsten ausländischen Orchester

NDR Symphonieorchester Gruppenbild © NDR Detailansicht des Bildes NDR Symphonieorchester Gruppenbild Tief bewegt von der Gastfreundschaft in Moskau und Leningrad waren alle, und nach dem Eindruck des Dirigenten war man kaum je zuvor so liebenswürdig und zuvorkommend behandelt worden. Hohe Anerkennung zollte auch die sowjetische Presse. So schrieb am 25. April 1961 die Zeitschrift .Sowjerskaja Kulrura", das NDR Sinfonieorchester könne unbedenklich zu den hervorragendsten ausländischen Ensembles gezählt werden, und fügte noch ein besonderes Lob für Schmidt-Isserstedt an: Dirigenten, echte große Meister kann man leicht in zwei Gruppen einteilen. Die einen sind Tyrannen, Despoten, die das Orchester eisern in den Händen halten. Die anderen gewähren nach sorgfältiger Vorbereitung dem Orchester im Moment der Aufführung eine gewisse Freiheit, beschränken sich darauf, es anzufeuern, es väterlich sorgsam und sanft wie das Spiel ihrer Kinder zu leiten. Der hervorragende Leiter Hans Schmidt-Isserstedt gehört zweifellos dem zweiten Dirigententyp an.“  

Künstlerisch und politisch ein großer Erfolg

Die Reise war nicht nur künstlerisch, sondern auch politisch ein großer Erfolg. Beim Einsteigen zum Rückflug wurde dem Dirigenten ein Schreiben von Frau Jekaterina Alexejewna Furzewa, der sowjetischen Kulturministerin, überreicht, in dem es hieß: „Ich gratuliere Ihnen zu dem verdienten Erfolg Ihres hochkünstlerischen unter Ihrer Leitung befindlichen Orchesterkollektivs, um die Hochschätzung, die die sowjetischen Hörer Ihrem Können entgegengebracht haben, zu betonen.“  

Hals und Beinbruch

Hans Schmidt-Isserstedt,  Dirigent, geboren am 05.05.1900 in Berlin, gestorben am  28.05.1973 © NDR Detailansicht des Bildes Hans Schmidt-Isserstedt, Dirigent, geboren am 05.05.1900 in Berlin, gestorben am 28.05.1973 Für den Dirigenten persönlich endete die Tournee allerdings etwas unglücklich, denn vor dem letzten Konzert stürzte er auf der Straße über einen Hund und brach sich ein Bein, sodass Winfried Zillig für ihn einspringen musste. In bekannt ironischer Weise meisterte Schmidt-Isserstedt auch diese Situation, wie ein Brief an den NDR Intendanten Walter Hilpert zeigte: „Lieber Hilpert, komme zurück auf Ihre Hals- und Beinbruch-Wünsche anlässlich unserer Reise. Kann leider nur Teilerfolg melden. Der Hals ist noch völlig intakt.“

Aus: Hubert Rübsaat (2009): Hans Schmidt-Isserstedt. Ellert & Richter Verlag. Hamburg. S. 137-139.

NDR Symphonieorchester Gruppenbild © NDR NDR Symphonieorchester Gruppenbild
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Das NDR Symphonieorchesters in der Sowjetunion

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Zeitungsartikel

Sowjetksa Kultura vom 18. April 1961

Das Orchester des Norddeutschen Rundfunks im großen Saal des Moskauer Konservatoriums

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Programm und Instrumente

Programmankündigung russisch

NDR Sinfonieorchester im Konservatorium

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Instrumentalaufstellung des NDR Sinfonieorchesters

Dienstreise nach Russland in der Zeit vom 12.4 bis 22.04.1961

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Das NWDR Sinfonieorchester und Hans Schmidt-Isserstedt bei einem Konzert in der Laeiszhalle (um 1955). © NDR
 

Geschenk an Hamburg und Norddeutschland

NDR Sinfonieorchester

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Biographie

NDR Sinfonieorchester

Von Gründer Schmidt-Isserstedt zur Elbphilharmonie: Die Geschichte des NDR Sinfonieorchesters. mehr

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Ausschnitt des Buchcovers Hans Schmidt-Isserstedt von Hubert Rübsaat © Ellert & Richter Verlag
 
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Funkhaus Hamburg vor dem Umbau, 1948 © NDR/Weidenbaum
 

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