Zugang zu den eigenen Gefühlen lernen
In Oldenburg kümmert sich die Gruppe "TuSch" um Scheidungskinder, damit sie ihre Probleme im Fall einer Trennung alleine bewältigen müssen.
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Die Trennung der eigenen Eltern miterleben zu müssen, ist für Kinder ein schwerer Schlag. Am Anfang dieses Wegs steht die Trennung der Eltern. "Die Kinder fallen wie ein Vogel aus dem Nest", sagt Peter Schreiber, Gruppenleiter vom Kinderschutzbund in Oldenburg. "Die Kinder kommen an mit allen negativen Gefühlen, die wir mit einer Trennung verbinden: mit Wut, mit Trauer, mit Verlustängsten." Die Trennung der Eltern ist zu einem der häufigsten Probleme geworden, vor denen Kinder stehen, denn etwa jede dritte Ehe in Deutschland landet vor dem Scheidungsrichter. Oft werden Kinder zum Spielball, wenn die Eltern ihre Konflikte über ihre Kinder austragen.
Der Kinderschutzbund bietet in Oldenburg Gruppenangebote für Kinder aus Trennungs- und Scheidungsfamilien an. In Gruppen für 6- bis 9-Jährige und für 10- bis 12-Jährige treffen sich betroffene Kinder und stellen fest, dass sie nicht die einzigen sind. Das Angebot für die Trennungskinder ist einmalig im Raum Oldenburg. Deshalb sind die Gruppen mit bis zu acht Kindern gut ausgelastet. Über mehrere Wochen treffen sie sich regelmäßig in den sogenannten "TuSch"-Gruppen. "TuSch" steht für Gruppenangebot für Kinder aus Trennungs- und Scheidungsfamilien. Bei jedem Treffen geht es um ein besonderes Thema. Sie reden, malen oder zeichnen, während sie darüber sprechen. "Es hilft Kindern wie Eltern auch darüber zu sprechen und das ist so das Wichtige: darüber sprechen und einen Zugang zu seinen Gefühlen bekommen und im nächsten Schritt: einen Umgang mit diesen Gefühlen zu finden", sagt Peter Schreiber. Dann bleibt die Trennung der Eltern zwar noch immer ein schwerer Schlag für die Kinder, doch sie können darüber hinwegkommen.