Die Stimme als Instrument gebrauchen
Singen ist das schnellste Mittel, um Musik zu machen. Und Musik macht aufgeschlossen und fröhlich. Deshalb fördert der Kinderschutzbund Kinder mit Musikunterricht.
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Vor allem für Kinder aus sozial schwachen Familien ist das Projekt in Leer wertvoll.
Hoch konzentriert singt Taylor mit neun anderen Kindern ein Herbstlied. So ruhig und aufmerksam ist der Sechsjährige nicht oft. Er ist ein lebhaftes Kind und schwer zu bändigen. Beim Singspiel reckt er die Arme in die Luft, stapft mit einem erdachten schweren Korb in der Hand durch den Wald und legt sich zum Schlafen ganz ruhig auf den Boden. Musikpädagogin Angelika Bialas und Betreuerin Arite Schulz vom Kinderschutzbund in Leer kennen die positive Wirkung von Musik auf Kinder. Singen fördert das Miteinander, macht fröhlich, aufgeschlossen und unterstützt die Sprachentwicklung - besonders bei Kindern, denen wenig vorgelesen oder mit denen wenig deutsch gesprochen wird.
Jede Woche freuen sich in Leer 50 Kindergartenkinder auf den Musikunterricht. Der Kinderschutzbund fördert vor allem Kinder aus sozial schwachen und Migrantenfamilien, von Alleinerziehenden oder Eltern, die sich noch in einer Ausbildung befinden. Eine Umfrage hat ergeben, dass nur ein Kind aus dem Kindergarten nachmittags in die Musikschule geht. Ein Ergebnis, dass die Verantwortlichen in ihrer Entscheidung für ein kostenloses musikalisches Angebot am Vormittag bestärkt. "Die Stimme ist das erste Instrument, was man bei sich trägt. Die Menschen haben schon früher immer gesungen. Es ist das schnellste Mittel, um Musik zu machen", erklärt Musikpädagogin Angelika Bialas. Der Unterricht wird aus Spenden finanziert, doch die laufen im Sommer 2012 aus. Nur mit finanzieller Unterstützung kann der Kinderschutzbund in Leer den Musikunterricht weiterhin aufrechterhalten.