Mit Lasagne lernt sich's leichter
Feste Abläufe geben Sicherheit. Wenn die Kinder der Hausaufgabenhilfe gegessen und abgeräumt haben, machen sie ihre Schulaufgaben. Hilfe bekommen sie von Betreuern.
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Saskia und Jennifer (v.l.) bei den Hausaufgaben. Saskia ist in der 7., Jennifer in der 4. Klasse
Eine warme Mahlzeit im Bauch und eine helfende Hand bei den Hausaufgaben - für viele Kinder ist das nach einem anstrengenden Schultag nichts Besonderes. Für andere schon: "Meine Mutter arbeitet sehr viel. Meine Schwester ist auch kaum zu Hause. Und dann muss ich fast immer alles alleine machen." Kinder berufstätiger Eltern sind mittags auf sich selbst gestellt. Anderen kann bei den Hausaufgaben nicht geholfen werden, weil die Eltern die deutsche Sprache nicht fehlerlos sprechen können und in manchen Familien reicht für eine regelmäßige, warme Mahlzeit das Geld nicht. Genau diese Kinder finden Zuflucht beim Kinderschutzbund in Uelzen.
Jeder darf sich satt essen. Doch beim Essen müssen Regeln befolgt werden: Jeder hört dem anderen zu und es wird vernünftig mit Messer und Gabel gegessen.
Feste Abläufe geben Kindern Sicherheit und sind Pflicht für die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Hausaufgabenhilfe in Uelzen. Dazu gehören gemeinsames Aufdecken, Essen und Abräumen und anschließend die Hausaufgaben. Die Leiterin Agatha Schnepper erklärt das Konzept: "Außergewöhnlich ist, dass wir in festen Gruppen arbeiten, dass es nicht freiwillig ist, komme ich heute oder komme ich nicht, sondern die Kinder lernen, zuverlässig zu sein." Deren Bedürfnisse stehen im Vordergrund: "Kinder brauchen Zeit, sie brauchen Verständnis, sie brauchen Möglichkeiten, über Probleme zu reden und auch jemanden, der mit ihnen gemeinsam Lösungen findet." Täglich können 12 Kinder der Klassenstufe eins bis sieben aufgenommen werden und die Plätze sind begehrt. Betreuungskind Melissa berichtet stolz: "Meine Zensuren sind besser geworden. Zuhause nerven meine Geschwister und kommen immer in mein Zimmer. Kinderschutzbund ist echt toll."
Pro Jahr braucht der Ortsverband in Uelzen rund 50.000 Euro. Wenn durch die NDR Benefizaktion Geld zusammen kommt, werden weitere Plätze geschaffen und viel mehr Kinder könnten das Betreuungsangebot in Uelzen nutzen.