Das Kürzel ARD steht für „Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland“. Zur ARD gehören neun Landesrundfunkanstalten, die gemeinsam das Erste Deutsche Fernsehprogramm gestalten: Bayerischer Rundfunk (BR), Hessischer Rundfunk (HR), Mitteldeutscher Rundfunk (MDR), Norddeutscher Rundfunk (NDR), Radio Bremen (RB), Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), Saarländischer Rundfunk (SR), Südwestrundfunk (SWR) und Westdeutscher Rundfunk (WDR). Außerdem gehört die Anstalt des Bundesrechts, die Deutsche Welle (DW), der ARD an.
ARD-aktuell ist die zentrale Nachrichtenredaktion der ARD, seit 1977/78 als Hauptabteilung beim NDR in Hamburg angesiedelt. Geleitet wird sie von einem Ersten und einem Zweiten Chefredakteur, die von den ARD-Intendanten mit Zweidrittel-Mehrheit berufen werden. Insgesamt arbeiten in Redaktion und Produktion von ARD-aktuell rund 240 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Alle Sendungen von ARD-aktuell werden live ausgestrahlt.
Mit der „Tagesschau“ um 20 Uhr produziert ARD-aktuell die älteste und nach wie vor meistgesehene Nachrichtensendung des deutschsprachigen Fernsehens. Sie wird seit Oktober 1956 täglich ausgestrahlt. Ab 1997 wurde die Anzahl der „Tagesschau-Ausgaben“ nach und nach erhöht; heute werden bis zu 23 Ausgaben täglich produziert. 2007 wurde die „Tagesschau in 100 Sekunden“ eingeführt, die - in gewohnter Qualität und in kompakter Form – das Wichtigste auch für den mobilen Nutzer präsentiert.
Die „Tagesthemen“ sind 1978 auf Sendung gegangen. Sie vermitteln ergänzende Informationen zu den aktuellen Tagesereignissen und zeigen Zusammenhänge und Hintergründe auf. Das „Nachtmagazin“, das 1995 eingeführt wurde, informiert montags bis freitags immer gegen Mitternacht in einer 20-minütigen Zusammenfassung über die wichtigsten Ereignisse des Tages. Einen Blick zurück auf die vergangene Woche wirft am 18 Sonntagmittag der „Wochenspiegel“, den es bereits seit 1953 gibt und der die wichtigsten politischen und kulturellen Ereignisse noch einmal zusammenfasst. Die drei letztgenannten Sendungen setzen in ihrer Präsentation jeweils eigene Akzente, enthalten aber immer auch einen aktuellen Nachrichtenblock.
Seit Januar 2008 sendet EinsExtra, der digitale Informationskanal der ARD, montags bis freitags von 9 Uhr bis 20 Uhr Nachrichten im Viertelstundentakt. Auch diese Sendung wird von der ARD-aktuell-Redaktion beim NDR produziert.
Die Redaktion gliedert sich in zwei Bereiche: ein Planungsteam, das die Programmideen entwickelt, und ein Sendeteam, bestehend aus Wort- und Filmredaktion, das diese umsetzt.
Die journalistischen Kriterien für die Nachrichtenauswahl lassen sich übergreifend mit den Begriffen „Relevanz“, „Neuigkeitswert“ und „vermutetes Zuschauerinteresse“ umschreiben. Feste Regeln kann es bei der Nachrichten-Auswahl nicht geben; aufgrund von Ausbildung und Erfahrung entwickeln die Redakteure jedoch ein sicheres Gespür für den Nachrichtenwert einer Meldung. Die Struktur der Redaktionsarbeit stellt sicher, dass die Nachrichtenauswahl nicht in den Händen eines Einzelnen liegt, sondern im Team entwickelt wird. Auf diese Weise wird auch Konsens über den Nachrichtenwert einer Meldung erzielt.
Die Wichtigkeit eines Themas bestimmt, ob die Meldung am Anfang oder am Ende der Sendung steht. Platzierung und Länge des Beitrags hängen von der Relevanz der Nachricht ab.
Die Aufbereitung der Nachricht kann auf unterschiedliche Weise erfolgen: als Wortmeldung, als „Nachricht im Film“ (dabei wird das Bildmaterial von einem für den Zuschauer nicht sichtbaren Sprecher im sog. „off“ kommentiert), als Bericht des Reporters oder als Live-Schaltung zu einem Korrespondenten.
In der 15-minütigen Hauptausgabe der „Tagesschau“ um 20 Uhr sind üblicherweise etwa neun Minuten für Film vorgesehen (Reporterberichte und Nachrichtenfilme, inkl. Wetter), ca. sechs Minuten sind für Wortmeldungen reserviert.
Während in der 20 Uhr-„Tagesschau“ - und auch in einer Reihe von Kurzausgaben – ein Sprecher bzw. eine Sprecherin die Meldungen verliest, werden die „Tagesthemen“, das „Nachtmagazin“ und der „Wochenspiegel“ von Moderatoren präsentiert. Der Unterschied zwischen Sprecher und Moderator besteht darin, dass die von einem Sprecher verlesenen Meldungen von Redakteuren geschrieben werden, während ein Moderator seine Texte selbst entwickelt und diese daher oft pointierter sind.
Gewalt ist ein Teil der Realität und kann deshalb nicht aus einer Nachrichtensendung ausgeblendet werden. Berichte aus Kriegsgebieten oder über Unglücksfälle würden ein falsches Bild zeichnen, wenn nicht auch die Opfer gezeigt werden würden.
Auf der anderen Seite gibt es aber auch eine Pflicht zum sensiblen Umgang mit dem Leid anderer Menschen. Dazu gehört es, die Würde des Menschen, auch eines Toten, unter allen Umständen zu achten. ARD-aktuell verzichtet deshalb auf Großaufnahmen von Gewaltopfern und ist bemüht, auch die übrigen Bildsequenzen bei Gewalttaten möglichst kurz zu halten.
Die Korrespondenten aus dem In- und Ausland erscheinen im „on“, also auf dem Bildschirm, wenn sie eine Einschätzung der Lage geben, die über die reine Faktenvermittlung hinausgeht.
Für die „Tagesschau“ werden grundsätzlich keine Fremdproduktionen angekauft. Allerdings verwenden die ARD-Korrespondenten gelegentlich Fremdmaterial. Auch für die kurzen Nachrichtenfilme, die in Hamburg gefertigt werden, wird gelegentlich auf Bilder von freien Produktionsteams zurückgegriffen, dies gilt z. B. vor allem für Material über die Berichter-stattung von Unglücksfällen.