Lana Del Rey - Kunstprodukt oder Selfmadestar?

Sie ist die Frau für den ganz großen Auftritt: Lana Del Rey. Die Dame, die immer aussieht, als käme sie direkt von einem Schönheitswettbewerb aus den 50ern, ist gerade der Shootingstar des Pop. Stylisten lieben ihren Retrolook, Schönheitschirurgen bezweifeln, dass ihre Lippen echt sind. Kritiker lieben ihren Sound. Honigweiche Stimme trifft da auf bittersüße Songs. Wie bei ihrer ersten Single - "Video Games". Diese machte sie vor einem halben Jahr auf einen Schlag weltbekannt. Millionenfach wurde ihr Clip angeklickt. Den hatte sie eben mal selbst zuhause am Computer gebastelt. 

"Meine Songs sollten eine Welt für sich sein", erzählt sie. "Ich habe sie visuell zum Leben erweckt, sie sollten beim Zuhören vor meinen Augen sichtbar werden."

Eine Welt zum Vermarkten

Diese Welt der Lana Del Rey lässt sich großartig vermarkten. Kaum ein Musik- oder Fashioncover, das in diesen Tagen ohne sie auskommt. Geschickt spielt sie mit dem Baby-Doll-Image. Mal ist sie unschuldig-zerbrechlich, mal verrucht sexy. Die Geschichten, die sie in ihren Songs erzählt, sind voller Tragik und Schmerz. Wer ein bisschen Spaß will, kaufe sich besser eine Roberto-Blanco-CD.

Lana Del Rey ist ihrem Stil treu geblieben

Gangsta-Nancy nennt sie sich. Und tatsächlich ist diese Lana Del Rey eine clevere Mischung aus Nancy Sinatra und Mädchen aus der Gosse. In Internetforen wird leidenschaftlich darüber gestritten, ob sie ein Kunstprodukt ist, ein Retorten-Baby.

"Ich singe schon sehr lange, und keiner kannte mich oder wollte meine Songs hören", so die Sängerin. "Ich habe meinen Stil nie geändert, bin mir treu immer geblieben. Ich bin von meinen Songs überzeugt, und vielleicht spüren das jetzt auch die Zuhörer."

Viele ihrer jetzt erschienen Songs haben eine Tiefe, die man im Pop nur selten findet. Da spielt es eigentlich kaum eine Rolle, was an ihr nun echt ist. Denn sind wir mal ehrlich: Ging es im Pop jemals darum, wie echt jemand ist?

Rätselraten und ein tolles Debüt

Es macht halt Spaß, alles Mögliche in sie hineinzuinterpretieren. Und so kann man, während sie ihre sehr schönen Songs singt, weiter rätseln, was dran ist an dieser Story vom verlorenen Millionärstöchterchen, das zeitweise in einem Wohnwagen lebte.

"Es stimmt, ich habe zwei Jahre lang in einem Wohnwagen gelebt. Ich wollte gar nicht darüber reden, aber dann hat die Presse eine große Sache daraus gemacht. Ich wollte mich damit bestimmt nicht interessant machen", sagt sie.

Das mit dem "Nicht-interessant-machen" hat leider nicht geklappt. Geklappt aber hat ihr Debüt. Die Songs sind eingängig, hochwertig produziert und vor allem von Lana Del Rey selbst geschrieben. Und so hören und schauen wir ihr gerne noch eine Weile zu. Wenn diese Lana Del Rey erfunden ist, ist sie in jedem Fall eine Prima Erfindung.

CD-Cover: Lana Del Rey - "Born To Die" © UDR- Vertigo Berlin

Born to Die

Lana Del Rey

  • Typ: CD
  • Bestellnummer: 0602527910246
  • Verlag: Vertigo Berlin (27. Januar 2012)
  • Preis: 12,90 €
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CD-Cover: Lana Del Rey - "Born To Die" © UDR- Vertigo Berlin
 

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