John Lennon zum 70. Geburtstag

von Bettina Lehnert

John Lennon mit Yoko Ono 1969 © ddp Detailansicht des Bildes John Lennon mit Yoko Ono 1969. Was kann für einen Beatle nach Ruhm, Glanz, Erfolg und Geld noch kommen? "Freude!", meinte John Lennon. Er heiratet im Frühling 1969 Yoko Ono. Die Flitterwochen sind öffentlich: Das allererste Friedens-Medien-Spektakel der Popgeschichte. "Ich bin gegen Gewalt. Gewalt erzeugt Gegengewalt, davon bin ich überzeugt", sagte Lennon einst. "Ich benutze mein Geld und meine Zeit, um für Frieden zu werben, das Geld geht dabei drauf, die Zeit verrinnt, aber wir brauchen Frieden."

Für Frieden und Gleichberechtigung

Sieben Tage lang geben John und Yoko der Weltpresse Interviews in ihrer Suite im Amsterdamer Hilton. Liebe, Gewaltlosigkeit und Frieden lautet die Message. Von jetzt an wird das zum künstlerischen Credo von John Lennon. "Er war jemand, der vor allem an die Freiheit geglaubt hat", erzählt Yoko Ono im Interview mit dem Kulturjournal. "Und dafür hat er sehr unterschiedliche künstlerische Ausdrucksmittel gewählt. Und es war ihm immer sehr ernst, ob er gemalt, Songs aufgenommen oder auch avantgardistische Sachen gemacht hat."

John Lennon und Yoko Ono beim Bed-In in Amsterdam am 25. März 1969 (c) picture-alliance / KPA/TopFoto © picture-alliance / KPA/TopFoto Schon während der Endphase der Beatles machte John Lennon mit Yoko Ono experimentelle Musik und politische Aktionen für Frieden und Gleichberechtigung.

Nach der Trennung der Beatles geht Lennon für seinen Neuanfang nach New York. Doch in den USA ist es für den Popstar nicht einfach. Lennon wird vom Geheimdienst bespitzelt. Der FBI hält den Mann, der gegen Vietnam protestiert, linke Aktivisten unterstützt und die Massen mobilisiert, für gefährlich. Erst nach fünf Jahren bekommt er 1976 seine Green Card. Mittlerweile ist John Lennon als politische Größe und als Solokünstler zu populär geworden. ‘Wir sind doch alle politische Wesen", sagt Ono. "Jeder von uns sollte doch an der Weltpolitik teilhaben, es geht uns doch alle an. Und dabei ist es ganz wichtig, dass wir alle die Wahrheit kennen. Ohne Wahrheit können wir keinen Frieden in der Welt schaffen."

Für John Lennon wird auch das Private politisch. Nach der Geburt des gemeinsamen Sohnes Sean wird er zum Hausmann, der das Brot selbst backt, während sich Yoko um die Finanzen kümmert: ein Rollentausch und der Rückzug ins Private. Im Dezember 1980 wird John Lennon auf offener Straße erschossen - kurz nach seinem Comeback mit einer neuen Platte. "Leben ist das, was dir zustößt, während du andere Pläne machst", heisst es in einem der neuen Songs.

Solowerk neu bearbeitet

Yoko Ono hat sein Solowerk jetzt digital bearbeitet und neu aufgelegt: "Ich musste ja Note für Note, Wort für Wort zuhören. Am Anfang habe ich noch gesagt 'kein Problem' - und ich habe das ganz professionell gemacht. Aber dann hat es mich doch voll erwischt: Das ist John und da waren wir zusammen, da wurde es dann sehr, sehr schmerzhaft für mich." John Lennon hat eine ganze Generation geprägt - es lohnt sich, sein Werk heute neu zu entdecken.

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Die Beatles bei einem Konzert 1960 © maxppp
 

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