Die besten Musikvideos
Sehen Sie hier einige der schönsten Auftritte der Hamburg Sounds Künstler. mehr
Heinz Rudolf Kunze, Cäthe und Sven van Thom zogen am Montagabend das Publikum von NDR 90,3 Hamburg Sounds in den "Fliegenden Bauten" in Hamburg St. Pauli in ihren Bann. Müsste man unter den drei Künstlern eine Gemeinsamkeit finden, wären es zuerst die deutschsprachigen Texte. Eigentlich war es aber mehr: Sie alle präsentierten Songs, die nicht gedankenlos gehört, sondern verstanden werden wollen.
Die schönsten Momente des Abends hat Konzertfotograf Philipp Szyza eingefangen, und zum Nacherleben finden Sie unten auf dieser Seite die Musikvideos.
Pompös, rockig und in Begleitung von Pe Werner gibt Heinz Rudolf Kunze diesen Ohrwurm-Titel zum Besten, mit dem er Mitte der 80er-Jahre die deutschen Charts stürmte.
Den Auftakt machte Sven van Thom, indem er von der schwer zu ertragenen Freiheit am Ende einer Liebe sang: "Ich ruf nur an, um dich daran zu erinnern, mich zu vergessen." Das Publikum schloss den ironischen Entertainer sofort ins Herz, der sich äußerst professionell unprofessionell gibt. Und so erfreute Sven van Thom die Zuschauer später nicht nur mit einem misslungenen Werbesong über den Westerwald, sondern auch mit seiner Spatzen-Choreographie - einem herzlich uncoolen, dafür aber sehr persönlichen Anbahnungstanz.
Als nächste kam Cäthe an die Reihe. Manche bezeichnen die Sängerin mit der rauhen Stimme noch als Newcomerin. Dabei hat die Wahlhamburgerin sich mit ihrer ersten Platte nur Zeit gelassen, wie sie im Gespräch mit Moderator Christian Buhk erklärte: "Ich betrachte das Musikmachen mit Distanz und kann es dann besser beurteilen. Dann hat es auch ein anderes Fundament." Vielleicht ist das eine Erklärung, warum Cäthe ihre Rocksongs heute in einer Intensität singt, als gehe es bei jedem Ton, bei jedem Wort um Alles oder Nichts - oder jedenfalls um Grundsätzliches. Nach dem Song "Tabula Rasa" platzte es fast entschuldigend aus ihr heraus: "Das muss irgendwie raus, die vielen Gefühle!" Das Publikum erlebte dank Cäthe an diesem Abend, wie gut es klingen kann, wenn jemand sich frei singt.
Die gesamte zweite Halbzeit gehörte Heinz Rudolf Kunze und Band, später begleitet von Stargast Pe Werner. Mehr als 30 Jahre ist Kunze im Musikgeschäft und hat mit intelligenten Texten und Ohrwürmern Musikgeschichte geschrieben. Bei Hamburg Sounds präsentierte er Songs von früher, die für ihn heute wieder wichtig geworden sind - darunter "Meine eigenen Wege" von 1988 oder "Noch hab ich mich an nichts gewöhnt", ein Song, den Kunze erstmals 1981 in der Hamburger Markthalle vor Publikum sang. Manche Künstler geraten bei Best-of-Alben unter den Verdacht der Bequemlichkeit. Bei Kunzes Auftritt vor dem Hamburg Sounds Publikum kam eine andere Botschaft rüber: Seine Songs verdienen erneute Aufmerksamkeit, weil sie Jahrzehnte später noch aktuell sind.