Es war das einzige Konzert im Norden ihrer aktuellen "Long Road Out Of Eden Tour" - der Zwischenstopp der Eagles in der Hamburger Arena am 28. Juni 2011. Unsere Reporterin Kristina Bischoff war live dabei. Hier ihre Kritik.
Mit Gitarre und Holzfällerhemd: Glenn Frey am 28. Juni 2011 in Hamburg.
Kurz vor 21 Uhr betraten die Country-Rocker im Seniorenalter die Bühne: Glenn Frey, Don Henley, Joe Walsh und Timothy B. Schmit. Im Gefolge die achtköpfige Begleitband, von der man erst im späteren Verlauf des Abends richtig Notiz nehmen sollte, denn anfangs standen die Zeichen auf Ruhe. Der stark akustisch geprägte Opener "Seven Bridges Roads" deutete nämlich auf alles andere als auf einen satten Rockabend hin - den man auch so nicht vermisst hätte.
Mit den ersten drei Stücken des Konzerts machten die Eagles und ihre Tonmischer klar, dass sie ihrem Ruf nach dem perfektem Zusammenklang immer noch gerecht werden. Kaum zu glauben, aber wahr: Die vier Bandmitglieder haben wahre Goldkehlchen und singen ihre Harmonien sicher und schön. Da macht auch das Zuhören alleine schon glücklich. Wer will da von den Stühlen klettern?
Die Eagles in Aktion: Laune und Tempo stiegen im Laufe der Show.
Eine Frage, die mit dem vierten Stück des Abends erstmalig im Raum steht. "Hotel California", der erfolgreichste Song der Band, kündigt sich mit Trompetensolo und stimmigem Bühnenbild an und erhält als Dank dafür die ersten stehenden Ovationen. Das Publikum kommt in Bewegung. Und wird es bis zum Ende bleiben.
Dafür sorgt die kluge Songauswahl, die es der Band ermöglicht, allmählich Laune und Tempo zu steigern - und einzelne Personen die Show machen zu lassen. So zum Beispiel Gitarrist und Bad Boy im Rentenalter Joe Walsh. Der Keith Richards des Country Rock erhält mehrfach sein Solo und macht das Beste draus. In Stücken wie "Life’s Been Good" wird er zum Publikumsmagneten und lebhaftem Aushängeschild. Dem die Gründungsmitglieder Don Henley und Glenn Frey zwar nicht den wilden Charme, dafür aber Welthits entgegen setzen können. Wie zum Beispiel Henley’s Solonummern "Boys Of Summer" und "Dirty Laundry". Die sorgen für wahre Begeisterungsstürme.
Die Showelemente zeigten ihre Wirkung - aber im Vordergrund standen die Männer mit ihren Gitarren.
Allmählich kommt Leben in die Bude, und das wird auch unterstützt vom Bühnenbild. Wo anfangs ein scheibenförmiger LED-Schirm skurrile Muster abbildete, die an Mondlandschaften erinnerten, laufen nun wechselweise Filme, Stadtbilder, Hippie- Muster und andere hübsche Hintergrundszenerien.
Doch bei allen Showelementen - das wichtigste bleiben die Männer mit ihren Gitarren und Welthits. So beschließen "Take It Easy" als erste Zugabe und "Desperado" als letzter Song die zweistündige Show, die gut durchdacht und angenehm entspannt für mehrfach kleine Höhepunkte sorgte -weswegen es auch wirklich nichts zu meckern gibt.