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Ich mach mein Ding - 70 Jahre lang

Großer Hut, Sonnenbrille, Zigarre - so kennt man ihn: Udo Lindenberg. Er riskiert gern eine dicke Lippe, macht den Mund auf, wenn ihm etwas nicht passt. Er mischt sich ein, macht sein Ding - egal, was die anderen sagen.

Der Sänger und Musiker hat Höhen und Tiefen erlebt, Erfolge gefeiert und Flauten überstanden. Ans Aufhören denkt er noch lange nicht, am 29. April ist sein Album "Stärker als die Zeit" erschienen, für das er ins legendäre Abbey Road Studio nach London gereist ist. Die nächste Tour steht an, auf der mit seinen Fans, der "Panikfamilie" rocken wird. Am 17. Mai hat das Urgestein der deutschen Musikszene seinen 70. Geburtstag gefeiert. Anlässlich dieses Ehrentages wurde der Panik-Rocker am 26. Juli mit der Ehrenbürgerwürde seiner westfälischen Heimatstadt Gronau ausgezeichnet.

(Die Multimedia-Doku ist für Desktop-Nutzung und Vollbild-Modus optimiert.)

Wer ist dieser Mann mit Hut und Sonnenbrille?

Gehen Sie mit uns auf eine Zeitreise durch das bewegte Leben von Panikrocker Udo Lindenberg.

Die ersten Lebensjahre

1946: Der Junge aus Gronau

Am 17. Mai 1946 kommt Udo Gerhard Lindenberg zur Welt - als Sohn von Hermine und Gustav Lindenberg. Zusammen mit seinem älteren Bruder Erich und den jüngeren Zwillingsschwestern Erika und Inge wächst er im westfälischen Gronau auf. Es ist keine ganz unbeschwerte Kindheit.

Die ersten Lebensjahre

1958: Das Schlagzeug

Erste rhythmische Übungen auf Benzinfässern: Udo Lindenberg träumt von einem Schlagzeug. Für ihn ist das mehr als nur ein Instrument. Als zweites Kind der Familie - zwischen Vorzeigesohn und süßen Zwillingsmädchen - "läuft er so mit und fühlt sich ab und zu vernachlässigt", wie er mal in einem Interview sagt. Er sucht nach Anerkennung und macht durch Trommeln auf sich aufmerksam. 1958 bekommt er sein erstes richtiges Schlagzeug. "Ich habe die Trommel mit ins Bett genommen, die Trommel war etwas zum Kuscheln für mich, so wie andere den Teddy nehmen."

Mit 15 Jahren geht er nach Düsseldorf, um eine Kellnerlehre zu absolvieren. Doch schnell zieht er weiter.

Erste musikalische Erfolge

1968: Das Tor zur Welt

Udo Lindenberg kommt als Tramper nach Hamburg. In der Stadt fühlt er sich sofort wohl, mit Freunden wie Rosa (auf dem Foto) gehört er in der Kultkneipe Onkel Pö fast zum Inventar. 1968 wird Lindenberg Schlagzeuger bei der Folklore-Truppe City Preachers. Dort lernt er auch die Musikerin Inga Rumpf kennen.

Folgenschwere Zeiten brechen wenig später an: Udo Lindenberg lernt Klaus Doldinger kennen.

Erste musikalische Erfolge

1970: Der Wegbereiter

Musiker aus Leidenschaft: Klaus Doldinger am Saxofon, Udo Lindenberg am Schlagzeug. Lindenberg ist inzwischen ein gefragter Studio- und Gastmusiker, spielt im Jazz-Quartett und bei Doldingers Band Motherhood. Gemeinsam spielen sie auch in der Band Passport und arbeiten noch an anderer Stelle zusammen: Doldinger ist als Filmmusiker unter anderem der "Vater" der "Tatort"-Titelmelodie und lässt in der ersten Version Lindenberg das Schlagzeug spielen.

Lindenberg steht zu dieser Zeit dennoch kurz davor, sich von den Trommeln zu verabschieden - und von englischen Texten ebenfalls.

Erste musikalische Erfolge

1972: Die Muttersprache

"Daumen im Wind" heißt Lindenbergs erstes deutschsprachiges Album.

Der Durchbruch gelingt ihm kurz darauf mit dem Panikorchester und "Andrea Doria".

Der Durchbruch

1973: Der Durchbruch

Udo Lindenberg ist Deutschlands erster Rockmusiker mit einem Millionenvertrag. Das Album "Andrea Doria" verkauft sich über 100.000 Mal. Er findet die perfekte Nische zwischen internationalem Rock und deutschen Schlagern. Mit seinem Panikorchester ist er eine feste Größe im Hamburger Musikgeschäft.

Der Durchbruch

Der Tanzstil

An der richtigen Bühnen-Performance muss er allerdings erst noch ein bisschen arbeiten.

Der Durchbruch

1980: Die panischen Zeiten

Nie wieder ohne Hut: Eine Narbe soll Udo Lindenbergs Kopf verunstalten. Ein Schmiss, den ihm die Affäre mit einer Brasilianerin eingebracht haben soll. Geschichte oder Wahrheit - der Hut jedenfalls bleibt.

Auf der Karriereleiter brechen "Panische Zeiten" an. Der erste Lindenberg-Spielfilm feiert am 18. April 1980 Premiere. Prädikat: "wertvoll". Es folgen eine erste Studioarbeit in New York und die Deutschland-Tournee "Die Heizer kommen".

Eine kleine Sensation gelingt Lindenberg am 23. Oktober 1983 im Palast der Republik in Ostberlin: Er singt in der DDR.

Begegnungen mit der Politik

1983: Die DDR-Premiere

Udo Lindenbergs erstes Konzert in der DDR findet im Rahmen einer FDJ-Friedensveranstaltung im Berliner Palast der Republik statt. Er spielt vor ausgewähltem Publikum aus Funktionären und FDJlern. Die "echten" Udo-Fans stehen draußen vor der Halle und erhalten keinen Einlass. Die geplante Tour wird später abgesagt.

Begegnungen mit der Politik

1983: Der Politische

Udo Lindenberg zeigt sich auch sonst politisch, 1983 tritt er gemeinsam mit der amerikanischen Folksängerin Joan Baez auf dem Festival "Künstler für den Frieden" im Hamburger St. Pauli Stadion auf. Im Jahr darauf nimmt Lindenberg am Ostermarsch Ruhr 1984 teil. 1985 steht er gemeinsam mit anderen Künstlern wie Herbert Grönemeyer oder Nena beim Benefizkonzert Live Aid zugunsten Afrikas auf der Bühne.

Begegnungen mit der Politik

1987: Die Lederjacke

Am 16. Februar schreibt Udo einen offenen Brief an Erich Honecker. "Zeig Dich doch mal von Deiner locker-menschlichen und flexiblen Seite, zeig uns Deinen Humor und Deine Souveränität und lass die Nachtigall von Billerbeck ihre Zauberstimme erheben. Sieh das alles nicht so eng und verkniffen, Genosse Honey, und gib dein Okey für meine DDR-Tournee".

Mit diesen Worten schickt Lindenberg dem Staatschef der Deutschen Demokratischen Republik eine Lederjacke. An dem Auftrittsverbot in der DDR ändert das nichts. Derweil tourt Udo in der damaligen UdSSR, gibt Konzerte in Moskau und Leningrad.

Begegnungen mit der Politik

1989: Der Mauerfall

An den Mauerfall erinnert Udo Lindenberg sich noch sehr genau. Wenige Tage danach, am 23. November, verleiht ihm der Regierende Bürgermeister von Berlin, Walter Momper, im Namen des Bundespräsidenten das Bundesverdienstkreuz am langen Bande.

Jetzt ist der Weg frei für eine Tour durch die "offene" DDR.

Begegnungen mit der Politik

1990: Die neue Freiheit

Udo Lindenberg tritt in 28 Städten in der "Bunten Republik Deutschland" auf.

Erfolge und Niederlagen

1996: Der Maler

 

Erfolge und Niederlagen

Die Exzesse

"Danke an meinen Körper, Du hast mich nie im Stich gelassen." Udo Lindeberg steht zu dem Raubbau, den er an sich selbst betrieben hat. Zu viel Alkohol, zu viele Drogen und Zigaretten, etliche Entgiftungen in Krankenhäusern, Sinnkrisen und ein Herzinfarkt.

Der Tod seines Bruders Erich im Jahr 2006 ist wie ein Weckruf für Udo Lindenberg. Er startet noch einmal neu durch.

Das große Comeback

2008: Das Comeback

Am 28. März erscheint das Album "Stark wie Zwei", das wochenlang an der Spitze der Album-Charts steht und binnen kürzester Zeit Platin-Status und Triple-Gold erreicht.

Im Herbst findet eine ausverkaufte Deutschland-Tournee durch 20 Städte statt. Lindenberg produziert eine Live-Doppel-CD und Live-DVD, die nach zwei Wochen Goldstatus erreicht.

Das große Comeback

2010: Der Kreuzfahrer

Ein Schiff, 2.000 Lindenberg-Fans, über 100 Liter Eierlikör und durchgehend Rockmusik. Vom 5. bis zum 9. Mai sticht der Rockliner zum ersten Mal in See und erfüllt damit eine Vision von Udo Lindenberg. Mit an Bord sind Jan Delay und Nina Hagen.

Das große Comeback

2011: Das Musical

Am 13. Januar feiert das Lindenberg-Musical "Hinterm Horizont" im Berliner Theater am Potsdamer Platz Premiere. Im Laufe des Jahres kommen über 400.000 Besucher, um sich die "East-Side-Story" vom Mädchen aus Ost-Berlin anzuschauen - die Spielzeit wird verlängert.

Das große Comeback

2011: Der Rock-Olymp

Mit MTV Unplugged wird der Panikrocker in den Rock-Olymp aufgenommen. In einer nachgebauten Kulisse des Hamburger Atlantic Hotels, in dem Lindenberg seit Jahren lebt, spielen Künstler wie Annette Humpe, Jan Delay, Clueso und Max Herre Akustikversionen von Udos größten Hits ein.

Die Neuauflage von "Cello" soll ein weiterer Meilenstein in Udos Karriere werden.

Das große Comeback

2012: Das Cello

Lindenbergs "Cello", mit dem er 1973 auf "Andrea Doria" seinen kommerziellen Durchbruch feierte, wird in der Neuauflage 2012 zum Ohrwurm einer ganzen Nation. Er singt seinen Klassiker gemeinsam mit dem in Erfurt geborenen Sänger Clueso. 30 Wochen lang hält sich der Song in den Charts.

Mit diesem Erfolg rechnet damals auch seine Freundin und Fotografin Tine Acke nicht.

Das große Comeback

2013: Die Freundin

Udo Lindenberg und die mehr als 30 Jahre jüngere Tine Acke gehen seit Ende der 1990er-Jahre beruflich und privat gemeinsame Wege. Die Fotografin und gebürtige Hamburgerin lernt Udo schon 1993 bei einem Konzert kennen. Sie bleibt gern im Hintergrund, er liebt es im Mittelpunkt zu stehen.

Das große Comeback

2016: Der 70. Geburtstag

Am 17. Mai hat Udo Lindenberg seinen 70. Geburtstag gefeiert. Der Musiker ist sich aber sicher: Es wird längst nicht sein letzter gewesen sein.

Abspann

Konzept

Christian Fremy
Susanne Hasenjäger
Kathrin Otto
Maxi Schmeißer

Umsetzung

Kathrin Otto
Nico Rüter
Maxi Schmeißer

Mitarbeit

Johannes Groß
Regina Kramer
Stella Muthorst
Marco Peter
Anna Rüter

NDR Landesfunkhaus Hamburg
Zentrale Programmaufgaben / Online

 

Vielen Dank für die Bereitstellung
von Foto-, Audio- und Videomaterial:

Udo Lindenberg Archiv / Frank Bartsch
Stage Entertainment GmbH
Universal Music GmbH
Warner Music Group

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