Stand: 25.09.2017 00:01 Uhr

Atemlos durch die Nacht: Phänomen Helene Fischer

von Jan Wiedemann

Helene Fischer polarisiert und gefällt nicht jedem. Aber trotzdem verdammt vielen: Ihr Album "Farbenspiel" aus dem Jahr 2013 ist eines der meistverkauften deutschen Alben überhaupt, elf Mal mit Gold ausgezeichnet. Ihre Konzerte füllen die großen Arenen, so zum Beispiel auch bei ihrem Konzert-Marathon in Hamburg mit fünf Shows zwischen dem 19. und dem 24. September. Wie erklärt sie sich selbst ihren Erfolg? Auf der "Wetten, dass..?"-Couch sagte sie einmal: "Ich liebe meinen Beruf, ich mach alles aus dem Herzen, aus dem Bauch heraus und ich hab natürlich auch ein tolles Team, das mich immer wieder berät."

Kein Zufallserfolg?

Die Fäden im Hintergrund zieht unter anderem Produzent Jean Frankfurter, der bereits den Flippers, Costa Cordalis und Michelle zum Erfolg verholfen hat. Der Pop-Wissenschaftler Michael Ahlers von der Leuphana-Universität Lüneburg sagt, solche Erfolge seien üblicherweise keine Zufälle, sondern sie würden gemacht. "In dem Fall von Helene Fischer finde ich es ganz gut zu beobachten, dass die Feinjustage der Künstlerin auch bisschen gedauert hat. Die hat ja auch am Anfang nicht immer so geklungen oder so ausgesehen, wie sie heute aussieht", erklärt der Wissenschaftler.

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Geboren in Sibirien als Tochter russlanddeutscher Eltern, kommt sie im Alter von vier Jahren nach Deutschland, später absolviert sie eine Ausbildung zur staatlich anerkannten Musical-Darstellerin. Ab Mitte der 2000er-Jahre dann die Schlager-Karriere: Sie beginnt eher volkstümlich - aber mit dem Hit "Atemlos" gelingt ihr endgültig der Sprung in die Charts.

"Atemlos" auf jeder Party

Der Song sei ein absoluter Stimmungsgarant, sagt der Hamburger DJ Leonard Körner. Kaum eine Hochzeitsfeier, bei der nicht früher oder später jemand nach diesem Lied fragt: "Die Älteren wünschen sich Helene Fischer, weil sie sie noch aus einem ganz anderen Genre kennen." Die jüngere Generation sei bei "Atemlos" mit eingestiegen und verbinde Helene Fischer vor allem mit diesem Song.

Die Mischung macht's

Generationsübergreifende Partymusik: als Mischung aus Schlager und aktuellem Elektro-Dancepop. Das habe es in der Popmusik immer wieder gegeben, sagt Pop-Wissenschaftler Ahlers: eine Crossover-Produktionen aus zwei verschiedenen Stilen. "Natürlich werden da Synthie-Sounds referenziert, die gerade angesagt sind. A la Black Eyed Peas oder auch David Guetta. Aber auch nicht wirklich so durchgezogen, dass die älteren Leute verschreckt werden", erklärt er. Seine Prognose: "Ich glaube, so exponentiell, wie sie jetzt dasteht, wird es so schnell keinen zweiten Künstler geben."

Helene Fischer: ein makelloses Produkt der Musikindustrie, das man mögen kann oder nicht. Aber das phänomenal funktioniert.

Helene Fischer - Die Schlager-Königin

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 19.09.2017 | 19:30 Uhr

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