Stand: 11.03.2016 20:00 Uhr

NDR Tatort "Verbrannt" doppelt ausgezeichnet

Doppelte Ehre für den NDR Tatort "Verbrannt": Beim Deutschen FernsehKrimi-Festival 2016 in Wiesbaden wurden sowohl die Tatort-Folge als auch Petra Schmidt-Schaller in der Rolle der Kommissarin Katharina Lorenz ausgezeichnet. Sie erhielt für ihr Spiel den Preis als "Beste Darstellerin". Die Schauspielerin ermittelte bis zum letzten Jahr an der Seite von Wotan Wilke Möhring, der den Ermittler Thorsten Falke mimt. NDR Intendant Lutz Marmor freute sich über die Auszeichnung: "Der Deutsche FernsehKrimi-Preis geht zum zweiten Mal in Folge an eine NDR Produktion. Der Preis würdigt die hervorragende Qualität unserer Krimis aus dem Norden. Ich gratuliere Petra Schmidt-Schaller und dem ganzen Team zu diesem Erfolg." 2015 hatte "Familiensache" in der Reihe Polizeiruf 110 aus Rostock den Preis eingeheimst.

Tatort bezieht sich auf realen Fall

Im Tatort "Verbrannt" beschatten die beiden Bundespolizisten Thorsten Falke und Katharina Lorenz einen afrikanischen Asylbewerber, der verdächtigt wird, für eine Schleuserbande mit gefälschten Pässen zu handeln. Bei der darauffolgenden Festnahme kommt es zu einer heftigen körperlichen Auseinandersetzung zwischen Falke und dem Verdächtigen. Der vermeintliche Schleuser wird über Nacht in Polizeigewahrsam genommen, um am nächsten Tag verhört zu werden. Am Morgen erfahren Falke und Lorenz, dass es nachts zu einem Unglück gekommen ist, bei dem der Mann unter noch ungeklärten Umständen starb. Falke beginnt gemeinsam mit Lorenz auf eigene Faust zu ermitteln. Der Tatort bezieht sich auf den realen Fall von Oury Jalloh aus Sierra Leone, der 2005 in Dessau in Polizeigewahrsam verbrannt ist.

Jury lobt die berührende, intensive Atmosphäre

Die Jury lobte "das kluge Buch" von Stefan Kolditz und "die behutsame Regie" von Thomas Stuber: "Sie schaffen - auch dank der klugen Musikauswahl - eine berührende, intensive Atmosphäre, die einen lange über das Sehen des Films hinaus nicht loslässt. Bis in die Nebenrollen haftet allen Figuren eine Ambivalenz an, die sie so überzeugend macht. Der Polizist Mehmet Mutlu, der sich nach seiner vergangenen deutschen Heimat sehnt oder die Polizistin Maria Sombert, die zerrissen zwischen dem Mut zur Wahrheit und der Angst vor Ausgrenzung beinahe zerbricht."

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