Stand: 13.02.2016 10:17 Uhr

Mit "Engtanz" ist Bosse erwachsen geworden

von Susanne Hasenjäger
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Axel "Aki" Bosse hat mit "Engtanz" sein sechstes Studioalbum veröffentlicht.

Seit mehr als 15 Jahren macht Axel "Aki" Bosse Musik. Es gab auch schon einige steinige Täler in der Karriere der Band Bosse. Spätestens mit dem letzten Album "Kraniche" und der Single "Schönste Zeit" hat es der Musiker in die erste Liga seiner Zunft geschafft. Jetzt, drei Jahre später, erscheint mit "Engtanz" das sechste Studioalbum des Wahlhamburgers.

Bosse will sich nicht wiederholen

Wenn man ein richtig erfolgreiches Album abgeliefert hat, könnte man gemäß den Regeln der Popmusik eigentlich auch einfach mit dem Bewährten weitermachen - nicht so Aki Bosse: "Ich hab nie Bock, mich zu wiederholen. Viele hätten sich wahrscheinlich gewünscht, die Industrie zum Beispiel, dass ich einfach 'Schönste Zeit' Nummer zwei und drei gemacht hätte. Und ich habe sofort gewusst, dass mache ich nicht." Wenn er texte, dann nicht mehr von der Außensicht wie bei "Kraniche". "Da ging es oft um Ruhe finden, sich selber von außen beobachten", sagt Bosse.

"Diesmal habe ich gedacht, ich bin 35, es gibt Dinge, die mich umtreiben und die mich traurig machen. Ich sehe die Zeit rennen - und warum nicht mal darüber singen? Nur über mich und meinen Ist-Zustand, ohne das bewerten zu müssen." Bosse glaubt, er habe sein energetischstes Ding rausgehauen. Das neue Bosse-Album ist tatsächlich energetisch geworden, Gitarrenmusik gemischt mit Bläsern, Streichern und einer Menge Chorgesang.

Porträt

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Ein Album, das die Jugend beendet

Die Zeit spielt für den 35-jährigen Familienvater Axel Bosse eine wichtige Rolle. "Wenn ich merke, dass mein Kind alt wird und anfängt, der väterlichen Liebe langsam zu entgleiten ... Ich bin mit 16 ausgezogen und es dauert gar nicht mehr so lang bis dahin. Ich merke, krass, die Zeit geht ins Land, alter Schwede. Auch wenn ich meinen Körper angucke und merke, ich bin eben keine 18 mehr. Ich kann nicht mehr drei Tage durchsaufen und danach eine Woche ganz normal arbeiten. Und deshalb habe ich das Album für mich als das Ende meiner Jugend bezeichnet."

Die Tour zum Album ist schon ausverkauft

"Engtanz" lädt in alter Bosse-Tradition zum Tanzen, aber eben auch zum Zuhören ein. "Das ist kein Larifari, mir ist es wirklich ernst - und da sind dann auch alle superherzlich ausgeladen, die nicht darauf einsteigen", betont der Musiker. Die anstehende Tour zum Album war innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. "Das ist ein großes Kompliment, das nennt man glaube ich, Treue und auch Vertrauen. Es hätte ja auch sein können, dass 'Engtanz' Scheiße wird, aber trotzdem kommen die Fans. Dann freuen wir uns alle wie die Schuljungen, weil wir natürlich wissen, dass es auch anders geht."

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 13.02.2016 | 06:54 Uhr