Stand: 01.08.2016 23:59 Uhr

Axel Milberg - typisch norddeutscher Charakter

von Stefanie Grossmann, NDR.de

Er ist der Arzt, der kein Blut sehen kann, der charmante Heiratsschwindler - und natürlich der kauzige Tatort-Kommissar: Die Rede ist von Axel Milberg. Der gebürtige Kieler gehört seit Jahren zu den populärsten Charakterschauspielern. Auf eine ganz eigene Art interpretiert er liebevoll seine Filmfiguren. In "Doktor Martin" praktiziert Milberg als stadtflüchtiger Landarzt in der ostfriesischen Provinz. Mit feinem britischem Humor gibt er einen Mediziner, der kein Fettnäpfchen auslässt, und eigentlich selbst in Behandlung müsste. Milberg spielt diese Rolle genauso nonchalant wie den notorischen Heiratsschwindler Hannes in "2 für alle Fälle", dem sein Bruder Piet (Jan Fedder) ständig aus der Patsche helfen muss. Populär hat ihn aber vor allem seine Paraderolle als Kieler Tatort-Kommissar Klaus Borowski gemacht, in die er seit 2003 regelmäßig schlüpft - und von der er noch lange nicht genug hat.

Axel Milberg: Schauspieler mit Persönlichkeit

Von der Förde nach Bayern

Ende 2013 feiert Das Erste Milbergs zehnjähriges Tatort-Jubiläum mit dem Fall "Borowski und der Engel". Mit dem Kieler Krimi kehrt der Schauspieler in seinen Geburtsort zurück. Am 1. August 1956 kommt er in der Fördestadt zur Welt. Er wächst im Forstweg im Kieler Stadtteil Düsternbrook auf und besucht als Knirps die Reventlow-Schule. Milberg träumt schon als Kind davon zu schauspielern. Das Elternhaus ist inzwischen längst verkauft - die Liebe zu Kiel aber ist geblieben. Er erlebe eine Zeitreise, wenn er dort sei. Er fühle sich wie ein 17-Jähriger kurz vor dem Abitur, sagt er in einem Interview mit dem "Münchener Merkur". Die bayerische Metropole ist schon lange die neue Heimat von Axel Milberg. Dorthin zieht es ihn nach dem Schulabschluss, um auf der renommierten Otto Falckenberg Schule das Schauspielern zu erlernen. 1981 holt ihn Intendant Dieter Dorn an die Münchener Kammerspiele, wo er bis 1998 Ensemble-Mitglied bleibt.

Hommage im NDR Fernsehen

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Milberg hat gut zu tun

Auf der Theaterbühne hat sich Axel Milberg rar gemacht. Mit zahlreichen Film- und Fernsehrollen ist der Schauspieler viel beschäftigt. Erstmals taucht er fernab der Bühne 1987 in der ARD-Serie "Die glückliche Familie" auf. Es folgen weitere Auftritte dieser Art, bis er 1995 in der ausgezeichneten Erziehungskomödie "Nach fünf im Urwald" von Hans-Christian Schmid brilliert. Immer wieder besetzen ihn namhafte Regisseure und Regisseurinnen - ob Dieter Wedel in "Der Schattenmann", Sherry Hormann in "Irren ist männlich" oder Helmut Dietl in "Rossini - oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief". Allein in den Jahren 2010 bis 2013 spielt Milberg neben dem Tatort in 13 weiteren Film- und Fernsehrollen. Darunter sind so namhafte Produktionen wie "Hannah Arendt", "Feuchtgebiete" oder "Liebesjahre". Für den hochkarätig besetzten TV-Film gewinnt Milberg den Grimme-Preis. Kraft kostet ihn diese Arbeit nicht - im Gegenteil: "Ich bin auch nach einem 14-Stunden-Drehtag nicht erschöpft", sagt er dem "Münchener Merkur".

Familienmensch Milberg

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Seit 2004 verheiratet: Axel und Judith Milberg.

Axel Milberg bezeichnet sich selbst als Familienmensch. Mit Frau und vier Söhnen lebt er im noblen Münchener Stadtteil Nymphenburg. Seine Frau Judith ergründet sein Seelenleben und befindet freimütig: "Axel ist gern ein bisschen unsichtbar und lässt Situationen auf sich wirken. Was da genau in ihm passiert, das ist das Geheimnisvolle an ihm." Über seine Frau gerät Milberg regelrecht ins Schwärmen: Judith habe ihn für alle Aspekte des Lebens geöffnet, für das Schöne, das Genießen, Freude haben, keine Tabus haben. Und so bringt Axel Milberg seine Lebenseinstellung auf den Punkt: "Viele Leute haben alles zum Glücklichsein, aber sie sind es nicht, weil sie die Idee nicht ernst nehmen, dass es eine Verpflichtung zum Glücklichsein gibt - auch wenn es ein Kampf ist."

Dieses Thema im Programm:

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