Stand: 31.07.2017 19:44 Uhr

Wacken-Fans reisen an: "Endlich normale Leute"

Von Jörn Schaar

Lange bevor in Wacken im Kreis Steinburg die ersten Gitarren-Riffs zu hören sind, haben am Montag die ersten Fans den Campingplatz bezogen. Die allerersten waren traditionell die "Rendsburger Wacken-Fans" - eine gut 60 Frauen und Männer starke Gruppe, die immer ganz vorne mit Blick auf den Eingang ihr Camp aufstellt. "Die brauchen wir schon gar nicht mehr einweisen", winkt einer der Parkwächter ab. "Die kennen ihren Platz und wissen genau, wie sie stehen müssen. Mit denen haben wir keine Probleme."

Stau bei der Wacken-Anreise

Auf dem Parkplatz: "Mit der Schnauze zu mir"

Ganz anders läuft es mit manchem anderen Besucher. Einige von ihnen stehen seit dem Morgen um 5 Uhr in der Schlange vor der Einfahrt zum Campingplatz und können die Kommandos der Einweiser nicht immer gleich umsetzen. "Hier stellst Du Dich jetzt hin, mit der Schnauze zu mir", brüllt einer der Parkwächter einen Audi-Fahrer an. Der dreht eine Ehrenrunde über die Wiese und parkt schließlich genau richtig ein. "Geht doch", bekommt er zur Antwort - zusammen mit einem Grinsen.

Notstromaggregat für die Bierkühlung läuft

Während sich die Autoschlange im Schritttempo über eine eigens verlegte Behelfsstraße schiebt, steht bei den Rendsburger Wacken-Fans schon fast das ganze Camp: Die Gemeinschaftszelte und die Pavillons sind als erstes dran - also, als erstes nach dem Notstromaggregat für die Bierkühlung. "1.250 Liter Fassbier haben wir dabei für die Allgemeinheit. Und jeder hat noch so seinen eigenen Vorrat an Dosenbier und Grillfleisch", erzählt Chris, während er die Seitenwand eines Pavillons befestigt.

So viel Bier wird hier dringend gebraucht, denn das Festivalgelände und die Läden um die Ecke machen erst am Mittwoch auf, bis dahin sind die Camper Selbstversorger. "Am Ende ist immer alles leer", sagt Chris.

Veranstalter empfehlen Busse und Bahnen

75.000 Fans reisen bis Donnerstagnachmittag an, die meisten kommen laut den Veranstaltern mit dem Auto. Auf der Homepage des Festivals gibt es in diesem Jahr erstmals eine Anreiseampel. Sie ist das Ergebnis einer Umfrage unter den Besuchern zu ihren Anreiseplänen. "Mit der Ampel kann man sofort sehen, wann es eng wird in Wacken und seine Anreise entsprechend planen", sagt eine Festivalsprecherin. "Wir empfehlen die öffentlichen Verkehrsmittel und Fahrgemeinschaften."

Ein Stau wird sich aber wohl auch in diesem Jahr vor dem Nadelöhr Campingplatzeinfahrt nicht vermeiden lassen - trotz Anreiseampel und intelligentem Verkehrsleitkonzept.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 31.07.2017 | 08:00 Uhr